„Lebensweg eines Rosa Winkel“ – die Memoiren von Rudolf Brazda

Rudolf Brazda, einer der letzten überlebenden homosexuellen KZ-Häftlinge, hat seine Biographie veröffentlicht: „Itinéraire d’un triangle rose“ (Lebensweg eines Rosa Winkel).

Beinahe 97 Jahre ist er nun alt, Rudolf Brazda – „einer der letzten Überlebenden mit dem Rosa Winkel„. Nun hat er seine Biographie veröffentlicht.

Rudolf Brazda

Rudolf Brazda im Juni 2008

Rudolf Brazda wurde am 26. Juni 1913 in Thüringen geboren. 1935 wurde er erstmals wegen Vergehen nach §175 angeklagt. Von 1941 bis 1945 war Brazda im KZ Buchenwald. Nach dem Krieg zog er nach Süddeutschland, wo er 35 Jahre mit seinem Freund (der vor sechs Jahren verstarb) zusammen lebte. Über seine Zeit in der NS-Zeit und im Konzentrationslager Buchenwald sagt Brazda „ein schreckliches Leben war das„.

Lange Zeit war das Schicksal Rudolf Brazdas nicht bekannt. Erst die Einweihung des Denkmals für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen führte dazu, dass Brazda sich an die Öffentlichkeit wandte. Brazda las von eben diesem Denkmal in der französischen Presse – und meldete sich (über seine Tochter) beim LSVD.

Am 4. Mai 2010 erschienen nun in Frankreich die Memoiren von Rudolf Brazda, verfasst gemeinsam mit Jean-Luc Schwab: „Itinéraire d’un triangle rose“ (Lebensweg eines Rosa Winkel).

Rudolf Brazda: Itinéraire d'un triangle rose
Rudolf Brazda: Itinéraire d'un triangle rose

weitere Informationen:
Editions Florent Massot: Rudolf Brazda, Jean-Luc Schwab: Itinéraire d’un triangle rose
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Vaernets Experimente in Buchenwald

Die Emslandlager (u.a. Esterwegen, Börgermoor und insbesondere Neusustrum) stehen für die Region, in der vermutlich die meisten Homosexuellen im Deutschen Reich inhaftiert waren (Hoffschild 1999). Buchenwald hingegen steht u.a. für eine besonders abscheuliche Form der Misshandlung Homosexueller in der NS-Zeit.

Buchenwald
Buchenwald

In Buchenwald war nur ein vergleichsweise geringer Anteil der Inhaftierten Homosexuelle (Statistiken sprechen von ca. 500 Homosexuellen unter den insgesamt ca. 240.000 Menschen, von denen ca. 56.000 umkamen). Aber Buchenwald hatte Carl Værnet. Den Arzt, der in Buchenwald Versuche mit Homosexuellen anstellte – der ihnen ‚künstliche Hormondrüsen‘ implantierte, um sie von ihrer Homosexualität zu ‚heilen‘.

Carl Værnet wurde am 28. April 1893 als Carl Jensen im kleinen Ort Løjenkær nahe Århus geboren. Er beendete sein Medizinstudium in Kopenhagen im Juni 1923 mit der Bewertung „cum laude“. Kurz zuvor, am 21. November 1921, hatte er die Änderung seines Namens von Jensen in Værnet beantragt (dänisch værne etwa schützen, verteidigen, wehren).
Im November 1924 ließ Værnet sich als praktischer Arzt nieder. Er widmete sich u.a. der ‚Kurzwellentherapie‘, baute eine zunächst gut florierende Praxis auf.

Bereits in seiner medizinischen Ausbildung kam Værnet mit Hormonexperimenten in Kontakt. Am Kopenhagener Kommunehospital führte Dr. Knut Sand 1923 bei vier Homosexuellen Hodentransplantationen durch – mit dem Ziel, dass diese sich anschließend vom weiblichen Geschlecht angezogen fühlen sollten. Sand vertrat die Auffassung, Homosexualität könne durch eine gestörte Hormonbalance erklärt werden. Værnet interessierte sich schon bald für Fragen der Hormone, insbesondere der Hypophyse sowie der Keimdrüsen.
1932 lernte Værnet bei einer Reise nach Berlin u.a. auch Magnus Hirschfeld und dessen Institut für Sexualwissenschaften kennen. Später äußerte er, hier bei Hirschfeld sei die Grundlage zu seinem ‚Lebenswerk‘ künstliche Hormondrüse entstanden, und zur These Homosexualität könne durch zusätzliche Gabe von Testosteron geheilt werden.
Værnet begann bald mit eigenen Forschungsarbeiten und entwickelte eine ‚künstliche Drüse‘, eine Kapsel, die in der Leistengegend eingesetzt und kontinuierlich Hormon abgeben sollte.

1941 wurde Værnet, inzwischen Mitglied der dänischen Nazi-Partei DNSAP, von ‚Reichsgesundheitsführer‘ Dr. Leonhard Conti nach Deutschland eingeladen.
Im Sommer 1943 -Værnet war u.a. aufgrund von Ermittlungen wegen unberechtigter Abgabe von Morphium an eine Patientin unter Druck – verkaufte er seine Kopenhagener Klinik an die deutsche Wehrmacht. Mit Passierschein der deutschen Wehrmachtskommandantur reisten Værnet und Familie am 6. Oktober 1943 in einer deutschen Militärmaschine nach Berlin aus.

In Deutschland erhalte er, so hatte ihm der Reichsarzt SS Dr. Ernst Grawitz (General der Waffen-SS mit ständigem Kontakt zum Innenminister und ‚Reichsführer SS‘ Heinrich Himmler) versprochen, alle für seine Forschungen erforderliche Unterstützung. Bald schon konnte Værnet Himmler persönlich über seine ‚Forschungen‘ informieren und fand auch aufgrund seiner Hinweise auf die Möglichkeit einer Heilung von Homosexualität interessierte Zustimmung.
Nach dem er eingewiligt hatte in den Rang eines ‚Sturmbannführers SS‘ und nach Abschluss eines Vertrages mit der SS konnte Værnet bald seine als ‚geheim‘ titulierte Arbeit aufnehmen, in Berlin und ab November 1943 in Prag in Laboratorien die überwiegend der SS gehörten. 1944 wurde Værnet angeboten, Versuche zu Hormonausscheidungen und Hormongaben an verschiedenen Gruppen von Homosexuellen zu machen. Im Konzentrationslager Buchenwald.

Carl Vaernet 24.8.1944 "Die künstliche männliche Sexualdrüse ist fertig"
Carl Vaernet 24.8.1944 "Die künstliche männliche Sexualdrüse ist fertig"

Zu diesem Zeitpunkt betrachtete Vaernet die Entwicklung seiner ‚künstlichen Hormondrüse‘ als technisch weitgehend abgeschlossen – konkrete Versuche zum Nachweis ihrer Wirksamkeit standen nun an. Die weltweiten Patentrechte an Værnets ‚künstlicher Hormondrüse‘ hielt eine am 5.5.1943 gegründete dänische Firma.
Værnet ergriff die Chance, die sich ihm bot. Versuche mit seiner künstlichen Drüse an KZ-Häftlingen, mit dem Ziel dass diese durch die Einpflanzung ’sexuell normal‘ werden – die Chance, auf die er gewartet hatte. Solche Versuche waren wohl nur in Konzentrationslagern möglich – und konnten dort auch ohne Zustimmung der Betroffenen problemlos erfolgen.

Carl Vaernet 30.10.1944 "Die Operationen in Weimar-Buchenwald wurden ... ausgeführt."
Carl Vaernet 30.10.1944 "Die Operationen in Weimar-Buchenwald wurden ... ausgeführt."

Mindestens viermal hielt sich Værnet 1944 in Buchenwald auf (erstmals am 26.7.1944). Dabei operierte er 17 Männer zwischen 23 und 60 Jahren, 7 ‚Sittlichkeitsverbrecher‘ sowie 10 Homosexuelle. Die erste Operations-Serie fand am 16.September 1944 statt, die zweite am 8. Dezember. Die Versuche sollten u.a. dazu dienen, die ‚Erhaltungsdosis‘ zu bestimmen, und die prinzipielle Wirksamkeit zu prüfen.
Den ‚Probanden‘ wurden subkutan im rechten unteren Bauchbereich unter örtlicher Betäubung eine ‚künstliche Drüse‘ implantiert, die von da an Testosteron abgeben sollte. In der Folgezeit sollte gemessen werden, ob sich sexuelles Verhalten und sexuelle Orientierung wie gewünscht verändern.
Den Homosexuellen, an denen die Versuche durchgeführt wurden, wurde bei erfolgreichem Verlauf die Freilassung versprochen. Ein Versprechen, das in keinen einzigen Fall erfüllt wurde. Bei zwei der Operierten besteht eine mögliche Verbindung zwischen der Operation und ihrem baldigen Tod.

In Buchenwald arbeitete Værnet eng zusammen mit Dr. Schiedlausky, Standort-Arzt der Waffen-SS, sowie mit Dr. Erwin Ding. In Buchenwald wurden Homosexuelle häufig als Versuchspersonen für zahlreiche medizinische Experimente genutzt – u.a. auch für die berüchtigten Versuche Dr. Dings mit der tödlichen Infektionskrankheit Flecktyphus.
Værnet selbst berichtete am 10. Februar 1945 Heinrich Himmler über seine Arbeiten und legte einen abschließenden Bericht vor (in dem er diesem gegenüber ‚tiefste Bewunderung und unverbrüchliche Treue‘ äußert. Von Grawitz erhielt er erneut finanzielle Mittel für die Fortsetzung seiner Arbeiten.

11. April 1945, 15:16 - Befreiung des KZ Buchenwald
11. April 1945, 15:16 - Befreiung des KZ Buchenwald

Nach 1945 wurde Værnet für seine Taten nicht zur Verantwortung gezogen. Im Rahmen der sog. ‚Ärzteprozesse‘ des Amerikanischen Militärtribunals in Nürnberg wurden seine Versuche in Buchenwald zwar mehrfach angesprochen, er selbst jedoch nicht angeklagt.
Bekannt wurden Værnets Versuche in Buchenwald schon bald nach dem Krieg. Ernst Kogon, selbst dort als politischer Gefangener, schildert die Versuche in Buchenwald schon 1946 in seinem Buch „Der SS-Staat“. Und ab 1947 tauchten Berichte über Værnets Versuche in Buchenwald in der dänischen Presse auf.

Værnet war schon in den letzten Kriegsmonaten (im März 1945) nach Dänemark zurückgekehrt. Spätestens seit Ende 1945 arbeitet er wieder an seinem ‚Lebenswerk‘, der künstlichen Hormondrüse, trat in Kontakt mit Pharmaunternehmen (u.a. Schering und DuPont) und erhielt dänische und US-Patentrechte.
Aufgrund zahlreicher Zeugenaussagen sowie Berichten des dänischen Widerstands ermittelte die dänische Polizei bald gegen ihn. Doch mit wenig Nachdruck, auch wenn Anfang 1946 schließlich die Anklageerhebung wegen ‚Landesverrats und anderer staatsgefährdender Tätigkeiten‘ erfolgte. Schlimmer noch, Værnet gelang (u.a. mit Unterstützung des argentinischen Legationsrats Pineyro) Ende 1946 die Flucht aus Dänemark. Über Schweden konnte er nach Brasilien und im Sommer 1947 weiter nach Argentinien gelangen. Dort arbeitet er schon bald wieder am Physiologischen Institut.

Carl Værnet starb am 25. November 1965 und ist gemeinsam mit seiner Frau Gurli auf dem Británico-Friedhof in Buenos Aires begraben.

Erst im März 1998 brachten Peter Tatchel und die britische Schwulengruppe OutRage! Bewegung in die Causa Værnet . Sie richteten ein Schreiben an den damaligen dänischen Ministerpräsidenten Poul Nyrup Rasmussen, in dem sie in zahlreichen konkreten Fragen um Aufklärung über Flucht und (fehlende) Schritte der dänischen Regierung baten. Zwar reagierte das dänische Justizministerium erst eineinhalb Jahre später (am 6. Juli 1999), und mit der abschlägigen Mitteilung, man sei „nicht im Besitz irgendwelcher Informationen über Carl Værnet“. Dennoch wurden die Archive in Sachen Værnet geöffnet – und bildeten die Grundlage für das äußerst lesenswerte Buch von Davidsen-Nielsen (s.u.).

Buchenwald - Gedenkstein für die homosexuellen Opfer
Buchenwald - Gedenkstein für die homosexuellen Opfer

Værnets ‚Versuche‘ sind weit mehr als ’nur‘ gruselige Experimente an einer kleinen Zahl homosexueller Männer, die deren Schädigung bewusst mit einschlossen. Sie sind Ausdruck einer Haltung, Menschen von Homosexualität heilen zu wollen, zu müssen – und sie haben bewusst „Spekulationen der Nazi-Führung von einer ‚Endlösung‘ der Homosexuellenfrage befördert“ [Davidsen-Nielsen]. Værnets Versuche waren ebenso wie Sterilisationen und Kastrationen Teil einer (insbesondere auch in der Homophobie Himmlers zum Ausdruck kommenden) Terrorpolitik gegen Homosexuelle.

Weitere Informationen:
Hans Davidsen-Nielsen et al.: ‚Carl Værnet – Der Dänische SS-Arzt im KZ Buchenwald“, Wien 2004
„The hunt for nazi concentration camp doctor carl vaernet“
homowiki: Carl Vaernet

Herausforderung Prävention

Im folgenden als Dokumentation eine Rede, die Klaus-Peter Hackbarth, Vorstandsvorsitzender der Aids-Hilfe NRW e.V., aus Anlass des CSD-Empfangs 2008 am Samstag,5. Juli 2008 in Köln hielt:
:

Herausforderung Prävention

Rede von Klaus-Peter Hackbarth zum CSD-Empfang 2008, Köln

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrte Preisträger,
liebe Freunde und Freundinnen,

wir, die Aidshilfen und unsere Mitstreiter in der schwulen Selbsthilfe arbeiten gemeinsam daran, dass möglichst wenige Menschen sich mit HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten infizieren. Dabei stehen wir immer wieder vor neuen Herausforderungen in der Präventionsarbeit. Beispielsweise die steigende Zahl der HIV-Neudiagnosen bei Männern, die Sex mit Männern haben, lassen uns aufhorchen. Und die Präventionsbotschaften werden nicht einfacher: Die veränderten HIV-Übertragungsrisiken bei erfolgreich anti-viraler Therapiepr, so eine Schweizer Empfehlung, fordern eine noch individuellere und differenziertere Beratung. Und die vermeintliche Abnutzung alter, aber immer noch gültiger Präventionsbotschaften sowie eine sich ständig verändernde schwule Szene fordern uns heraus, d.h. erfordern kontinuierliche Fortbildung und Kreativität im Sinne auch von „Prävention muss sich immer wieder neu erfinden, um attraktiv zu bleiben“.

Neben der so genannten Verhaltensprävention – also der Ermutigung zum Safer Sex – stand für uns die Verhältnisprävention stets im Zentrum unseres Handelns, also auch der Aufbau von Strukturen zur Stärkung der schwulen Community. Man könnte auch von einem „Gemeindemodell“ sprechen, das es aufzubauen gilt und in dem sich der schwule Mann in seinen sozialen, funktionalen und kulturellen Beziehungen mit anderen wieder findet.

Ist uns dies gelungen? Oder müssen wir uns eingestehen, dass es statt einer funktionierenden schwulen Gemeinde nur die Fassade potemkinscher Dörfer zu bestaunen gibt?

Wie wird heute schwules Leben wahrgenommen? Durch immer coolere Szene- und Fetischpartys?. Durch die wachsende Zahl sauberer, aber bloß nicht zu cleaner, schwulen Saunen? Oder lediglich als Gruppe, die in Deutschland immer noch am meisten von HIV und Aids bedroht ist?

Findet schwules Leben jenseits dessen also noch statt? Oder zerstreut sich unsere schwule Gemeinde z.B. in die unendlichen Weiten des World Wide Web? Unsere Kneipenszene scheint sich auszudünnen und schwule Vereine klagen zunehmend über Mitgliederschwunde. Wenn ich den vielen Stimmen aus der Szene Glauben schenken darf, reduziert sich das Engagement der allermeisten auf die Suche nach Sexdates.

Aber: Ist das wirklich so? In der Tat hat sich ein neues „Aktivierungsfeld“ aufgetan, ein neues „Gemeindezentrum“ schwulen Lebens scheint zu entstehen. Und hier findet tatsächlich ein ausgesprochenes Gemeinschaftsleben statt. Nur heißen die Zusammenschlüsse hier nicht mehr Vereine, sondern Clubs. Da gibt’s den Eisenbahnerclub, den Bartmännerclub, den Club „schwul mit Hunden“ (NB: Rosa Königs-Pudel-Besitzer?), den Club für schwule Marokkaner oder den Club „schwuler tauchen“ (NB: Suche nach dem verschollenen Penisfisch?). Eine kleine Auswahl erstaunlich vieler Aktivitäten neben den viel zitierten „nur Sexdates“.
(NB: Wenn ich bedenke, wie sehr wir uns immer gegen die so genannten rosa Listen ausgesprochen haben, ist es doch interessant, welche Informationen wir heute bereitwillig den blauen Seiten [gleich GayRomeo] anvertrauen.)

Die Aidshilfen hier in NRW haben dieser Entwicklung und den Angeboten des „schwulen Internets“ bereits Rechnung getragen. Angestoßen von unserer Herzenslust-Kampagne bieten verschiedene Projekte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in Kooperation mit schwulen Kontaktportalen eine umfangreiche Gesundheitsinformation an. Ähnlich wie in der Vor-Ort-Arbeit in schwulen Kneipen, Bars oder Saunen, können wir online bei Fragen zu HIV, Aids und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten Auskunft geben, also dort wo schwule Männer heute Kontakte knüpfen – wofür auch immer.

Wer also nicht ins Internet geht, bekommt scheinbar weniger vom schwulen Leben mit. Daher ist es unser Anliegen, insbesondere auch ältere schwule Männer an das Internet heran zu führen. Auch diese Gruppe sollte nach wie vor im Fokus unserer Präventionsarbeit stehen; insbesondere auch, weil sie von HIV weiterhin besonders betroffen sind. Wir bemerken gerade hier oft Vereinsamungstendenzen, die durch die Abnahme lebensbejahender Aussichten in die Zukunft – nach dem Motto „Für was oder wen soll ich mich schützen?“ – für eine HIV-Infektion anfälliger werden. Wir sollten versuchen ältere Schwule mehr untereinander und mit jüngeren in Kontakt zu bringen. Hierfür bietet sich das Internet doch geradezu an.

Unser Ziel muss sein, reale Welt und virtuelle Realität nicht weiter auseinander driften zu lassen, sondern zusammenzubringen. Etwa in dem wir, die Aidshilfen und auch die Mitgliedorganisationen des Schwulen Netzwerks, uns verstärkt in dieses Spektrum von „Gemeindeleben“ einklinken z.B. durch Angebote regionaler realer Stammtische, die sich im Internet zusammen finden oder durch politische Onlineplattformen und ähnliches. Wir möchten weiterhin soziale Unterstützung für viele bieten, so dass ein Wir-Gefühl entstehen kann und aktive Teilhabe ermöglicht wird.

(NB: Das so etwas „klappen kann“ mag folgendes Beispiel belegen: Als das Fußball-EM-Spiel Kroatien-Deutschland stattfand, war ich in Frankfurt. Auf der Suche nach einem schwulen Biergarten mit Großbildschirm nutzte auch ich das Onlineportal. Ein schwuler Biergarten war mir deshalb wichtig, weil ich das Spiel gemeinsam mit Schwulen und Lesben erleben wollte. Gesucht, gefunden. Der besondere Flair hierbei ist: Nur in einem schwulen Biergarten wagen es Jungschwuppen während des Spiels ihre beste Freundin anzurufen, um für das morgige Frühstück Prosecco zu bestellen, während in Basel unser Michael Ballack vom Portugiesen Ronaldo böse gefoult wird und die tobende Menge eine rote Karte und mindestens einen Elfmeter fordert. Prosecco ist manchem halt wichtiger; und das ist auch gut so!)

Ich habe es bereits erwähnt, dass Schwule in Deutschland auch als die Gruppe wahrgenommen wird, die am meisten von HIV und Aids betroffen ist. Darauf dürfen wir uns nicht reduzieren lassen!
Wir wollen als Bürger dieses Landes wahrgenommen werden, die, wie andere auch, zum Zusammenleben ihren Beitrag leisten: in Vereinen, im Sozialenwesen, in der Kultur oder schlicht als Wirtschaftsfaktor.

Ein anderes Phänomen ist unsere Geschichtsvergessenheit. Ich bin sehr darüber erstaunt (besser erschrocken), dass viele der unter 35-jährigen schwulen Männer und auch lesbischen Frauen nicht mehr die Bedeutung des Rosa oder Schwarzen Winkels kennen und das damit verbundene KZ-Grauen. Viele wissen nicht, dass die Entkriminalisierung schwuler Lebensweisen durch die Abschaffung des Paragrafen 175 StGB erst Anfang der 90ziger Jahre vollzogen worden ist.
Personen der neuen deutschen Schwulenbewegung, die mir persönlich sehr wichtig sind, wie etwa Rosa von Praunheim oder der an Aids verstorbene Kölner Jean-Claude Letiste, werden über kurz oder lang zunehmend in Vergessenheit geraten.
Nur – dieses Vergessen kann nicht gut sein, so der verstorbene belgische Schriftsteller Jean Améry: „Niemand kann aus seiner Geschichte austreten. Man soll und darf die Vergangenheit nicht auf sich beruhen lassen, weil sie sonst auferstehen und zu einer neuen Gegenwart werden könnte.“ (Ende des Zitats).

An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass ich es nicht verstehen kann, wie auch heute noch Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben die schwule Community als „Triebbündel“ bezeichnen dürfen oder wie jüngst passiert ein Fußballlehrer Homosexualität mit Pädophilie gleichsetzt. Es ist auch ein Angriff auf unsere Persönlichkeitsrechte und ich erwarte von anderen Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben den klaren und eindeutigen Widerspruch dagegen.

Zur Stärkung und zur Sicherung einer dauerhaften liberalen und akzeptierenden Haltung gegenüber schwul-/lesbischen Lebensweisen ist es aus meiner Sicht unabdingbar, dass die bisherigen Strukturen im schwul-lesbischen Gemeinwesen nicht nur gefestigt sondern weiter ausgebaut werden. Wir sind noch zu weit entfernt von einer substantiellen Akzeptanz von Schwulen und Lesben in diesem Land; und ich meine das hier ohne „Wenn und Aber“, d.h. die Konstruktion einer Gleichstellung mit heterosexuellen Lebensgemeinschaften – und das schließt die Abschaffung bestehender Sondergesetze mit ein.

Hier ist der Staat besonders gefordert: Die lang andauernde Kriminalisierung unter dem § 175 hat u.a. auch bewirkt, dass bis weit in die 90ziger Jahre – und zum Teil bis heute – keine bzw. wenige Strukturen im Jugendhilfe und vor allen Dingen im Altenbereich aufgebaut werden konnten. Hier gilt es Wiedergutmachung zu leisten! In diesem Zusammenhang erneuern wir unsere Forderung an die Landespolitik, die ARCUS-Stiftungsinitiative für schwule und lesbische Selbsthilfe nicht nur ideell zu begleiten, sondern auch mit einem nennenswerten Beitrag für das Gründungsvermögen auszustatten.

Auch das erscheint mir nicht ausreichend, sondern analog zu den Entschädigungsleistungen aus NS-Unrecht gegenüber den jüdischen Organisationen, den politisch Verfolgten und gegenüber den Zwangsarbeitern sind alle staatlichen Ebenen gefordert – also auch Bund und Kommune.
Liebe Freunde und Freundinnen, nehmt diesen Appell mit in euere Kreise und Städte!. Seid stolz auf das, was ihr seit und fordert selbstbewusst dass ein, was unser gutes Recht ist!

Lassen Sie mich noch einige Worte sagen zum Thema „HIV-Prävention in der Krise?“ Zurzeit herrscht zum Teil ein Klima der Skandalisierung bezogen auf die steigende HIV-Neuinfektionsrate seit 2001. 2.750 Neu-Diagnosen im Jahr 2007, 2001 waren es 1.440 Neu-Infektionen. Wie kann das nach 25 Jahren Präventionsarbeit und nachhaltiger Kondomwerbung geschehen?
Das Robert-Koch-Institut bestätigt, dass keinerlei Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass sich das Safer-Sex-Verhalten in den Zielgruppen verändert habe. Somit ist denen zu widersprechen, die eine zunehmende Sorglosigkeit vor allem bei homosexuellen Männern unterstellen.

Richtig ist vielmehr, dass die jetzt vom RKI erfassten Infektionen zum Teil lange vor ihrer Erhebung stattgefunden haben. Darüber hinaus hat sich die Testbereitschaft von schwulen Männern deutlich erhöht. So bieten auch die Aidshilfen zunehmend Testberatung und HIV-Schnelltests an, damit Männer besser auf ihren aktuellen Serostatus reagieren können. Wir erteilen all denen eine Abfuhr, die fordern, die Prävention müsse die „Zügel anziehen“, um die Neuinfektionsrate wieder zu minimieren, erst recht jenen, die hier nach strafrechtlichen Mitteln schreien. So kann – und wird – die Prävention niemals erfolgreich sein.

(Unser) Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat in diesem Zusammenhang gesagt: „Man muss die Grenzen der Prävention immer im Auge behalten!“ (Zitatende) – und wir ergänzen: „Denn eine Prävention, die sich nicht begrenzt, wird unmenschlich, gar diktatorisch.“. Gemeinsam mit unseren Mitstreitenden in der schwulen Selbsthilfe, der Deutschen AIDS-Hilfe und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und mit allen engagierten ehrenamtlichen Mitarbeitern werden wir weiterhin in der Präventionsarbeit sehr erfolgreich sein – und auch das ist … meine Damen und Herren … gut so!

Ich danke für ihre Aufmerksamkeit.

Rudolf Brazda: Ein schreckliches Leben war das …

Am Rand der Gedenkveranstaltung am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen sprach Rudolf Brazda, einer der letzten Überlebenden mit dem ‚Rosa Winkel‘ (KZ Buchenwald), über seine Zeit in der NS-Diktatur.

Ein kurzes Video, ein seltener Zeitzeugenbericht:

Rudolf Brazda: „ein schreckliches Leben war das“

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Rudolf Brazda – einer der letzten Überlebenden mit dem Rosa Winkel

Rudolf BrazdaErst vor einem Monat (am 27. Mai) wurde das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen eingeweiht. Kulturstaatsminister Bernd Neumann verkündete bei der Eröffnung noch, diese müsse ja leider erfolgen ohne dass noch eines der Opfer anwesend sein könne. Nun hat sich doch ein Überlebender gemeldet – Rudolf Brazda, der als Homosexueller im KZ Buchenwald inhaftiert war und inzwischen in Frankreich lebt.

Bei der Einweihung des Denkmals schien es, kein Homosexueller aus der Zeit des Naziterrors habe mehr die späte Einweihung des Denkmals erleben können. Doch Rudolf Brazda, heute 95 Jahre alt, las von eben diesem Denkmal in der französischen Presse – und meldete sich (über seine Tochter) beim LSVD. Von 1941 bis 1945 war Brazda im KZ Buchenwald. Nach dem Krieg zog er nach Süddeutschland, wo er 35 Jahre mit seinem Freund (der vor sechs Jahren verstarb) zusammen lebte.

Rudolf Brazda – einer der letzten Homosexuellen, die Verfolgung und Terror der Nazis überlebten. Am Samstag 28.6.2008, zum Berliner CSD, soll Rudolf Brazda in Berlin in einer Gedenkfeier am Denkmal geehrt werden. Bereits heute besuchte er zusammen mit Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit das Denkmal.

Alexander Zinn ehrte Brazda in einer von der Frankfurter Rundschau dokumentierten Rede: „Rudolf Brazda: ‚Das Glück kam immer zu mir'“.

Nachtrag
16.12.2008: Rudolf Brazda erzählt von seinem Schicksal in der französischen Schwulenzeitschrift Tetu (Nr. 140).
NZZ 05.06.2009: Rudolf Brazda – mit dem rosa Winkel im KZ
Der 96-jährige Überlebende ist Ehrengast an der Euro-Pride
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Regenbogen-Flagge am Roten Rathaus

Am Roten Rathaus in Berlin wurde heute um 11:30 Uhr die Regenbogen-Flagge gehisst. Aktueller Anlass des Hissens der Regenbogen-Flagge ist der Beginn der ‚Pride Week‚ sowie der ‚Respect Gaymes‚, die den Auftakt dieser Woche bilden.

Die Flaggen vor dem Roten Rathaus wurden gehisst vom Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit sowie LSVD-Geschäftsführer Alexander Zinn. Kurt Krömer, gleichzeitig ‚Respekt-Botschafter‘ der ‚Respect Gaymes‘, unterstützte tatkräftig.

Nebenbei – in diesem Jahr feiert das Symbol der Lesben- und Schwulenbewegung -weitgehend unbemerkt- Geburtstag – die Regenbogen-Flagge wird 30.

PS:
Erstmals hängt an allen 12 Berliner Bezirks-Rathäusern (sowie am Abgeordnetenhaus) eine Regenbogen-Flagge. Bisher hatte sich einzig die Reinickendorfer Bezirksbürgermeisterin Wanjuta (CDU) immer geweigert. Zuletzt 2007 mit dem skandalösen Vergleich „Was, wenn die NPD käme, und auch eine Fahne hissen möchte?“ Nun hat Innensenator Körting das Hissen der Regenbogen-Flagge angeordnet.

2. PS:
Einige Meldungen in Sachen Regenbogen-Flagge aus der letzten Zeit:
Berlin-Reinickendorf: Die Homo-Schlacht zu Reinickendorf
Berlin – Marzahn-Hellersdorf: Regenbogenfahne vor Rathaus
Potsdam:Uni verbietet Regenbogenflagge
Werbemüll: Vodka feiert Regenbogen-Jubiläum
homofreundliche Arbeitgeber: Regenbogenflaggen über Schottland
Nix Freiheit unterm Regenbogen: Heißes Pflaster Serbien

Israel: erstes Homomonument in Tel Aviv geplant

Israel bekommt sein erstes Mahnmal für die im Holocaust vernichteten Homosexuellen. Dies kündigte der Bürgermeister von Tel Aviv an.

Am heutigen 2. Mai ist in Israel Holocaust Remembrance Day (Yom Hashoah). Ein Feiertag, ein besonderer Tag jedes Jahr, sich bewusst zu machen, dass der Holocaust mehr ist als ’nur‘ Teil der Geschichte. Sich zu erinnern an diejenigen die litten, diejenigen die kämpften, diejenigen die starben. An sechs Millionen ermordete Juden.

Der Holocaust – in den KZs der Nazis, an den Folgen der Terrorherrschaft litten und starben über sechs Millionen Juden, sowie auch Angehörige zahlreicher anderer Gruppen, z.B. Kommunisten und Sozialdemokraten, Roma und Sinti, aus religiösen Gründen Verfolgte. Und tausende homosexueller Männer und Frauen, die schwulen Männer meist gekennzeichnet mit dem ‚Rosa Winkel‘.

Dieser homosexuelle Holocaust-Opfer wird nun auch in Israel mit einem eigenen Monument gedacht werden. Der Bürgermeister von Tel Aviv, Ron Huldai, kündigte am 1. Mai 2008 an, ein Mahnmal zur Erinnerung an die homosexuellen Männer und Frauen, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung verfolgt und im Holocaust vernichtet wurden, solle in Meir Garden in Tel Aviv errichtet werden.

Zum Gedenken an homosexuellen NS-Opfer existieren bisher weltweit nur wenige Mahnmale, z.B. in Amsterdam (Homomonument, 1987), Frankfurt am Main (Engel von Rosemarie von Trockel, 1994), Köln, Kopenhagen, San Francisco (Rosa Winkel Park, 2000/1), Sydney ( Gay and Lesbian Holocaust Memorial, 2001), Uruguay / Montevideo (‚Park of Sexual Diversity‘, Rosa Winkel Monolith, 2005) und demnächst Berlin (neben der bereits seit 1989 vorhandenen Gedenktafel am U-Bahnhof Nollendorfplatz). In Frankreich fordert eine Initiative die <<<<<Gegen das Vergessen – Pierre Seel‘).

[via boxturtlebulletin und 365gay und glbtjews.org]

Gedenken an homosexuelle NS-Opfer

2008 ist ein Jahr des Gedenkens, auch des Gedenkens an schwule Opfer des Naziterrors. Gerade in jüngster Zeit häuften sich erfreulicherweise Meldungen und Veranstaltungen.
Zudem ist zu lernen, nicht nur in Deutschland benötigt die Realisierung von Denkmalen ihre Zeit.

In Berlin wird am 27. Mai das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Homosexuellen endlich enthüllt.

Ebenfalls in Berlin wird schon am 6. Mai das Spree-Ufer zwischen Luther- und Moltkebrücke nach Magnus Hirschfeld benannt. Zudem soll eine Büste enthüllt werden, die Magnus Hirschfeld darstellt. Sie ist eine Replik der von den Nazis zerstörten Büste.
Bereits seit 1994 erinnert eine Stele an das Institut für Sexualwissenschaft, das in der Nähe stand und 1933 von den Nazis geplündert wurde.

Bereits am 20.4.2008 fand in der Gedenkstätte Sachsenhausen im brandenburgischen Oranienburg anlässlich des 63. Jahrestages der Befreiung des KZ Sachsenhausen zum wiederholten Mal eine Gedenkveranstaltung für schwule KZ-Opfer statt.

Auch Frankreich beginnt seine homosexuellen Opfer des NS-Terrors zu ehren. Ende Februar wurde in Toulouse eine Straße nach Pierre Seel benannt, ein entsprechendes Straßenschild vom Bürgermeister eingeweiht.

Anders hingegen Österreich: wie XTRA! meldet, verzögert sich das österreichische Mahnmal für homosexuelle KZ-Opfer weiter. Bereits 2005 war ein Entwurf von Hans Kupelwieser unter dem Titel ‚Rosa Platz‘ ausgewählt worden. Der Sprecher des Kulturstadtrats verkündete jedoch jüngst, es sei bisher „keine alltagstaugliche Farbe gefunden“ worden. Der Künstler wurde mit einem neuen Entwurf beauftragt.

Immerhin, auf Initiative eines schwulen Arztes hat der 9. Wiener Gemeindebezirk beschlossen, den ehemaligen schwulen KZ-Häftling über den Heinz Heger in“Die Männer mit dem Rosa Winkel“ berichtete zu ehren. Ein Teil des Zimmermannplatzes wird zukünftig nach ihm benannt werden. Heger hatte lange Zeit im Haus Zimmermannplatz 1 gelebt.

Rosa Winkel zu versteigern

Nein, nicht der einst bedeutende Verlag Rosa Winkel zahlreicher schwulenpolitisch und emanzipatorisch bedeutender Werke steht zur Versteigerung an.

Es geht ein wenig bizarrer: wie pinknews meldet, stehen im britischen Shropshire zwei originale Rosa Winkel zur Versteigerung an. Rosa Winkel, die in den KZs der Nazis dazu dienten, männliche homosexuelle (oder der Homosexualität verdächtige) KZ-Insassen als solche zu kennzeichnen.

Die Schätzungen variieren, wie viele homosexuelle Männer von den Nazis gezwungen wurden, den Rosa Winkel zu tragen, wie viele von ihnen in KZs ermordet wurden. Als gesichert kann wohl gelten, dass über 10.000 Schwule von den Nazis ermordet wurden.

Im Gegensatz zu zahlreichen anderen Opfer-Gruppen wurden schwule Opfer der Terrorherrschaft der Nazis nach 1945 lange Zeit nicht entschädigt, im Gegenteil die Diskriminierung wurde insbesondere in der Adenauer-Zeit in veränderter Form fortgesetzt.

In der schwulen Emanzipations-Bewegung der 1970er Jahre wurde der Rosa Winkel zu einem international, besonders auch in Deutschland breit genutzten schwulenpolitischen Symbol. Heute ist der Rosa Winkel als Ausdruck schwulenpolitischen Engagements weitgehend verdrängt, wurde von der Regenbogen-Flagge abgelöst.

Dass Symbole des Nazi-Terrors, der Vernichtung schwuler Männer wie ’normale‘ Objekte zur Versteigerung kommen – bei mir löst es Gefühle der Beklommenheit aus.