‚Böse Bilder‘ oder: Wie Stuttgart den Mut verlor

Zum Thema „Bilderstreit – über Stigma, ein abgehängtes Bild und Toleranz“ im Folgenden ein Artikel des neuen ondamaris-Mit-Autors Matthias Hinz:

Ländliche Polit-Posse oder klein(geistig)e Kunst-Zensur?– irgendwie ist es von beidem etwas, was sich neulich in der Schwaben-Metropole Stuttgart zugetragen hat.

Die Stadt Stuttgart hat die „größte Selbsthilfekonferenz Europas“ (Programmheft) zu sich ins Rathaus eingeladen, die von der Deutschen AIDS-Hilfe (DAH) veranstalteten „Positiven Begegnungen 2009“. Und da es offenbar noch immer keine Selbstverständlichkeit ist, „so eine“ Veranstaltung in der guten Stube der Stadt willkommen zu heißen, sei es auch hier lobend bemerkt.
Man ist freundlich und offen zu den über 400 (meist HIV-positiven) Gästen, der Oberbürgermeister übernimmt die Schirmherrschaft, und zur Eröffnung gibt es warme Worte der Bürgermeisterin Müller-Trimbusch.
Das Schwerpunkt-Thema der Konferenz ist „Stigmatisierung und Diskriminierung“, und so erklärt denn die Bürgermeisterin auch:
„Die Entstigmatisierung von Menschen mit HIV und AIDS ist eine der großen Aufgaben der nächsten Jahre. (…) Die Stadt Stuttgart unterstützt dieses Anliegen (…) Dass die Konferenz hier im Rathaus stattfindet, unterstreicht die besondere Bedeutung, die wir dem Thema beimessen.“

Alles sehr gut, sehr schön und wunderbar! – wäre da nicht diese peinliche Posse am Rande; am Rande zwar, aber doch mitten im Thema der Konferenz:
Noch vor Beginn der Veranstaltung, während draußen auf dem Platz die Fahnen der Aidshilfe gehisst werden, kommt es drinnen im Rathaus zum Eklat.
Im Foyer wird die Konferenz-Ausstellung „Bilder eines Stigmas“ von den Amtsträgern begutachtet und stößt auf Mißfallen.

(„Das Stigma ruft Ablehnung, Beklemmung oder Unbehagen bei Dritten hervor.“ Programmheft)

Bürgermeisterin Müller-Trimbusch verlangt vom Veranstalter DAH, daß etliche Fotos abgehängt werden müssen, so etwas ginge in einem schwäbischen Rathaus nicht.
Mit „so etwas“ sind Bilder von Frauen gemeint, die den Mut haben, sich und ihr Stigmatisiertsein zu zeigen, zu inszenieren, und damit offensiv und selbstbewußt ihre Würde und ihre Schönheit dem Stigma entgegen zu stellen.
Wunderbare Bilder einer begabten Photografin. Und, ja: diese Frauen sind teilweise unbekleidet!

(„In aller Regel versuchen Menschen, die von Stigmatisierung betroffen sind, sich ‚unsichtbar zu machen’. D.h. sie verbergen die sie stigmatisierenden Merkmale.“ Programmheft)

Nur kurz unterbrochen vom oben zitierten Auftritt der Bürgermeisterin bei der Eröffnungsveranstaltung, geht hinter den Kulissen der Tagung das Ringen zwischen Rathaus und Aidshilfe weiter. Die Frage ist: wieviel Entstigmatisierung verträgt die Gastfreundschaft des Rathauses? Das Ergebnis: die Bilder „dürfen“ doch gezeigt werden, alle, bis auf eines!
Dazu wird der anfänglich vorgeschobene Vorwurf des Sexismus nun von der Bürgermeisterin fallengelassen, und ersetzt durch den Hinweis, die religiösen Gefühle von Minderheiten schützen zu wollen.

(„Der Vorgang der Stigmatisierung verläuft häufig auf der Ebene von Vorurteilen und Klischees.“ Programmheft)

Und also geht das peinliche Theater des Rathauses weiter: der Hinweis „Zensiert“, welchen die Aidshilfe an die Leerstelle gehängt hat, die das zensierte Bild in der Ausstellung hinterlassen hat, wird von diensttuenden Geistern immer wieder entfernt. Man fürchtet um den guten Ruf der Stadt, der dadurch aber nur noch mehr Blessuren bekommt.
Der Ton verschärft sich, und schließlich steht die Drohung des Rathauses im Raum, die gesamte Ausstellung zwangsweise abzubauen, schlimmstenfalls auch die Konferenz einfach zu beenden.

(„Stigmatisierung und Diskriminierung gehen in der Regel Hand in Hand.“ Programmheft)

An diesem Punkt kommen einige Konferenzteilnehmer der DAH ungebeten und auf eigene Faust zu Hilfe und informieren durch kleine Aushänge überall im Rathaus über den Vorfall.

(„Engagierte Selbsthilfegruppen und funktionierende Netzwerke sind unverzichtbar.“ Programmheft, Grußwort der Landessozialministerin Stolz)

Es kommen Gespräche unter den Teilnehmenden über die Ausstellung und das Verhalten des Rathauses in Gang ( – gottseidank aber ohne die eigentliche Arbeit zu übertönen, schließlich ist es nur ein Randgeschehen). Unverständnis und eine gewisse Empörung machen sich Luft.

(„Damit machen sie vielen Menschen Mut und helfen mit, dass sachgerechte und auf Erfahrung basierende Entscheidungen getroffen werden können.“ Programmheft, Grußwort der Landessozialministerin Stolz)

In der folgenden Plenarsitzung erläutert nun der DAH-Vorstand (der die Sache bisher aus Rücksicht auf die Gastfreundschaft hinter den Kulissen ausgefochten hat) den 400 Teilnehmenden die Vorgänge.
Das inkriminierte Foto, das ohne das ganze Theater dezent unter zwanzig anderen in der Ausstellung gehangen hätte, strahlt jetzt als 12 Quadratmeter-Diashow im Großen Sitzungssaal und wird vom Publikum mit ausgiebigem Beifall bedacht.

(„ Sich dem Fremd- und Selbststigma zu stellen, erfordert Mut und eine gewisse Kraft zur Auseinandersetzung. Am Ende des Prozesses kann jedoch eine neu gewonnene (innere) Freiheit stehen, die mehr Unabhängigkeit, Selbstzufriedenheit und Identitätsstärkung beinhaltet.“ Programmheft)

Kann man nun aus dieser Posse etwas lernen?
Zumindest hat sich einmal mehr gezeigt, daß sich Zensur nicht lohnt, daß sie im besten Fall sogar – wie hier – den Zensor bloßstellt.
Und für die Aidshilfe war es gewiss gut, wieder einmal zu erleben, daß sie sich gegen Versuche, ihre Arbeit aus sachfremden (meist parteipolitischen) Gründen zu behindern, erfolgreich wehren kann – mit Unterstützung ihrer „Zielgruppen“.
Insofern gehört auch dieser kleine „Bilderkampf“ zu den fruchtbaren Erlebnissen, die die Schwabenmetropole möglich gemacht hat.
Ob aber im Stuttgarter Rathaus auch etwas gelernt wurde, ist zu bezweifeln…

33 Gedanken zu „‚Böse Bilder‘ oder: Wie Stuttgart den Mut verlor“

  1. Aha, da sitzt jetzt jemand mit im Auto… 😮

    Zwei Gedanken zum Thema:

    Über Kunst, hier: Fotokunst, kann man trefflich streiten. Ich kenne die hier diskutierten Bilder nicht. Jedoch: Es ist gar nicht so selten, dass ein Kunstwerk beim Betrachter ganz andere Empfindungen auslöst als vom Künstler beabsichtigt. Gerade bei schwierigen Themen wie Stigmatisierung und Diskriminierung ist nicht zu erwarten, dass alle Menschen, auch wenn sie guten Willens sind, eine bestimmte Darstellungsform gleichermaßen für geeignet und angemessen halten. Ulli hat im benachbarten Post in einem ‚verwandten‘ Zusammenhang die Unterschiede zwischen Fremd- und Selbstwahrnehmung, die Unterschiede zwischen subjektivem Befinden und objektivem Befund angerissen. Was für den einen eine notwendige Provokation ist, mag für den anderen ein abstoßender Fehlgriff sein.

    Ich habe den Eindruck, auch das ist wieder eine Betrachtung aus der Ferne, dass die Kritik an der Stadt Stuttgart etwas zu heftig ausfällt. Stuttgart ist eine der wenigen Städte in Baden-Württemberg, und bezogen auf Städte vergleichbarer Größenordnung bundesweit, die mir im Umgang mit schwulen Menschen positiv auffallen (mir ist klar, dass die Interessen schwuler Menschen nicht zwangsläufig die gleichen sind, wie die HIVpositiver Menschen), was ich insbesondere mit Blick auf die politischen Konstellationen in Stadt und Land bemerkenswert finde. Wenn nun so eine Stadt bereit ist, eine Veranstaltung wie die Positiven Begegnungen nicht nur durch Grußworte zur Kenntnis zu nehmen, sondern auch in ihrem Rathaus durchführen lässt, dann dürfte das einigen Ärger in den politischen Hinterhöfen und gewiss auch persönliche Anwürfe von Parteifreunden des Oberbürgermeisters und der Bürgermeisterin gegen diese beiden Personen gegeben haben. Dass das zu einer besonderen Sensibilisierung, vielleicht sogar Übersensibilisierung bei der Verwaltung und der Bürgermeisterin geführt hat, kann ich nachvollziehen (was nicht bedeutet, dass ich in Kenntnis der näheren Umstände die Haltung der Bürgermeisterin unbedingt für richtig halten würde). Ich frage, ob das in Rede stehende Foto so ein elementarer und integraler Bestandteil der gesamten Veranstaltung war, dass eine derart heftige Reaktion erforderlich war? Der Achtungserfolg in diesem Bilderkampf könnte sich als ein scheinbarer erweisen, gibt der Vorfall doch den mit Sicherheit vorhandenen Kritiker der gesamten Veranstaltung in der Bürgerschaft, der Verwaltung und den Parteien recht und dürfte in Stuttgart und anderswo zum Nachdenken anregen, ob man solche Veranstaltung (nochmals) im Rathaus haben möchte. Stimatisierungen und Diskriminierungen baut man aber nur sehr schwer dadurch ab, wenn Lokalpolitiker und Verwaltungsleute die Befürchtung haben, wegen irgenwelcher Kleinigkeiten (und so wird die Fotofrage von deren Standpunkt aus mit Sicherheit gesehen) in einen ‚Skandal‘ verwickelt zu werden.

  2. @ TheGayDissenter:
    ja – die stadt stuttgart ist in vielerlei hinsicht bemerkenswert, und die geste das rathaus für die konferenz nutzen zu dürfen war sehr großzügig und begrüßenswert.
    und was die politischen konstellationen angeht – ja, bemerkenswert, dass auch fdp- und cdu-politiker so unbefangen mit dem thema umgehen. wenn einige ihrer parteifreunde nur davon lern würden …
    insofern versteh ich auch deine gedanken …
    … allerdings, der „bilderstreit“ war tatsächlich ein wenig (nun, ein wenig mehr) unerquicklich – zumal das thema der konferenz eben gerade „stigmatisierung“ war …

  3. @ulli

    da ich nicht in stuttgart war – wirst du es besser wissen. wie ich heute erfahren habe, soll es sich bei dem foto um eine nackte frau in einem kleid wie es muslimas tragen – gehandelt haben. insofern handelte es sich bei dieser reaktion i.e. zensur „entfernung des fotos“ um eine art vorauseilender gehorsam wie er 2006 in der deutschen oper in berlin

    Die Deutsche Oper Berlin hat aus Furcht vor islamistischen Anfeindungen die Mozart-Oper „Idomeneo“ abgesetzt.

    praktiziert wurde.

    http://www.focus.de/kultur/kunst/mohammed-darstellung_aid_24925.html

  4. Dann muss ich aber zum Verständnis nachfragen, was auf dem Foto zu sehen ist, damit ich mir nichts Falsches zusammenreime. Eine Frau, der man die unerwünschten Folgen einer medikamentösen HIV-Behandlung ansieht, die verschleiert ist und deren Geschlechtsteile man sieht?

  5. nein, eine frau, der man nicht ansieht dass sie hiv-positiv ist, jedenfalls für mich nicht sichtbar, gesicht verschleiert, augen sichtbar, burka offen, man sieht ihren körper stehend. sprich brüste und venushügel sind ebenso zu sehen.

  6. @Hallo Michelle

    so ab ich s auch verstanden. die BURKA – das war der knackpunkt wo sich ein mensch aus diesem Kulturkreis in seinen religiösen gefühlen verletzt fühlte. ich fnds ehriich gesagt wieder mal zum kotzen – nicht das sich jemand verletzt fühlte – das kann jeder so interpretieren wie er lustig ist – sondern dieser vorauseilende gehorsam. Das muß weg sonst könnte sich ja anderer furchtbar aufregen. wir wollen doch alle nur „multi kulit fröhlich sein“

    Und klar wie wir alle wissen gibt es HIV nicht in islamischen ländern . . . . . . .

  7. ärgerlich ist doch die heraufbeschwörung der möglichen verletzbarkeit oder anders gesagt: dies ist nicht im bereich vorauseilender gehorsam sondern eher im bereich diskriminierung/ voruteile bis hin zu islamphobie anzusiedeln. diese beschworene angst, die kultiviert wird…würg.

  8. @ Dennis:

    Vorsicht mit Klischees: Wie ich kürzlich erfahren habe, von jemandem, der sozusagen Kultur-Augenzeuge ist, läuft im syrischen Fernsehen eine Fernsehserie, die in mehreren Staffeln mit je eigenem Handlungsstrang offen über HIV und AIDS aufklärt, informiert. Ich war selber erstaunt.

    Und @ insgesamt: Wir spekulieren hier fleissig, was wohl die Motivation und Hintergedanken der Politiker und Stadtverwaltungsmenschen gewesen sein mag, einige Fotos als zu provokativ anzusehen. Solange hierzu keine zusammenhängenden Zitate bekannt sind, kann man sich darüber nicht produktiv argumentativ auseinandersetzen.

    Offenbar hat der Vorstand der DAH ja über mehrere Tage einen intensiven Dialog der Auseinandersetzung mit Menschen aus Politik und Stadtverwaltung geführt. Dies bewerte ich als gut, ohne die Inhalte der Verhandlungen zu kennen. Man muss – auch mit persönlichem Einsatz auf beiden Seiten – über Werte, Bewertungen und Haltungen gerungen haben und es hat ja auch seitens Poltik und Stadtverwaltung Haltungsänderungen gegeben, übrig blieb als Ergebnis die Zustimmung/Tolerierung zu einigen zunächst strittigen Fotografien und der Dissenz über dieses 1 künstlerische Foto.

    Die Provokation dürfte sich dann an dem Maß der Freizügigkeit im Zeigen von Körperlichkeit festgemacht haben – unabhängig von HIV und Homosexualität – in Verbindung mit einer fotokünstlerischen Inszenierung im islamisch-traditionellen Kulturkreis.

    Die Scham unverhüllt zu sehen zu bekommen scheint anscheinend beschämt zu haben, so sehr, dass die Stadt Stuttgart sich genötigt sah, die Scham verschämt mit dem Schleier der Unsichtbarkeit zu verhüllen.

    „Unverschämt“ war das dann also seitens der Stadt Stuttgart nicht, auch wenn es manch einem so erscheint.

  9. @ michèle:

    Danke für die Erläuterung.

    __

    Wenn jetzt noch jemand so freundlich wäre, mir zu erläutern, wie der Bogen zwischen dem Titel der Ausstellung „Bilder eines Stigmas“ und dem Bild zu spannen ist.

  10. @termabox

    i don´t agree with you. kunst ist nicht verhandelbar. würde ich eine ausstellung in einem land eines anderen kulturkreises planen dann nehme ich selbstverständlich auf die traditionen und werte dieses landes rücksicht. die kunst würde sich im rahmen dessen was in einem solchen land akzeptabel innerhalb uns bis an seine grenzen bewegen – entsprechend wird sie ggf diskutiert werde sollten grenzen berührt werden.

    die werte in unserem land – unserem kulturkreis unterscheiden sich von denen anderer länder – stehen mitunter auch im wiederspruch zu dem verständnis von kunst in anderen kulturen. insofern sind die grenzen innerhalb derer sich „kunst“ bewegt weitaus größer. so wäre es z.b. absurd einige tibetische thankas zu verbieten die auf den ersten blick „gewalttätig“ erscheinen. erst in der auseinandersetzung mit dem inahtl wird einem klar wie es sich tatsächlich verhält.
    das mindeste was ich verlange ist „meine kunst“ zu tolerieren. man muß sie sich ja nicht zu eigen machen. annäherung heißt für mich das man sich mit dem gedanken – der idee dessen was ein künstler mit seinem werk ausdrücken will, auseinandersetzt. per se zu sagen“ he diese art der präsentation – deine kunst geht mir gegen den strich – verletzt meine gefühle“ . . sorry aber das geht mir gegen den strich.

    du willst mich verstehen? fein dann setze dich mit meinen gedanken – mit meiner sichtweise auseinander. mußt du mich verstehen? nein? das mindeste was ich jedoch voraussetze ist das du mich . meine traditionen – meine werte und meine sichtweise tolerierst – so wie ich dich – deine werte – traditionen und sichtweise tolerieren. nur das bedingt ein friedliches mit und nebeneinander.

  11. @ gaydissenter
    als eine der verantwortlichen für die ausstellung versuch ich gerne dir den bogen zu spannen. ich bemühe mich und meine unterlagen dazu morgen früh.

    und anderes unsortiertes zu den geschehnissen und der hiesigen diskussion auch morgen in aller/alter frische hoffentlich.
    ’notte
    michèle

  12. @ gaydissenter

    der bogen lässt sich so spannen, als dass die portraits den frauen die möglichkeit gibt die eigene weiblichkeit zu inszenieren und zu feiern, hiv ist nicht das ende der weiblichkeit, der eigenen sexualität , des begehrenswert sein…nicht die entwertung von aussen und innen sind thematisiert sondern das wiederfinden von schönheit und reizen. und: sie sollen betrachtenden frauen mut machen, eigene entdeckungs- prozesse zu wagen.

    @ dennis

    ganz prinzipiell finde ich das prinzip „kunst ist nicht verhandelbar“ schwierig, trotz meines seins einer bekennenden beuys liebhaberin.
    für mich ist die frage nicht eindeutig oder abschliessend geklärt. was heisst das, kunst ist nicht verhandelbar?

    @ all

    die idee, dass sich muslime verletzt fühlen würden beim anblick dieses bildes entspringt meiner ansicht nach schlicht und einfach dem feindbild islam.
    das übrigens gehegt und gepflegt wird. wir sind in europa einiges zeitlich verschoben, aber nine eleven ist hier angekommen und die damit verbundenen ängste werden rege benutzt von seiten der sogenanten europäischen gastländer.

    und nochmals, es kann durchaus auch sein, dass sie haben das feuer gemieden haben im rathaus.
    nicht das bild nicht aufzuhängen war selbstschutz sondern damit die diskussion und die aufmerksamkeit gar nicht bis zum beichtstuhl kommen zu lassen.

    vielleicht war ich blöde (einerseits ?), bei den internen gespräche mich deutlich gegen weitere provokationen unsererseits auszusprechen, oder auch nicht. ich kanns nicht sagen. ich hatte mehrfach jedenfalls die position eingenommen es sein zu lassen mit dem hin-und her. und ich hatte absolut keine lust daran geäussert zum beichstuhl-rambo zu werden, sollte sich jemand daran zu schaffen machen.

    wie auch immer. thema bei der ganzen sachen war stigma/vorurteile/klischee etc, eindeutig.

  13. @michelle

    kunst ist imo immer subjektiv, sehr oft provokativ aber niemals verletzend. wenn sich jemand verletzt fühlt dann liegt es nicht in dem medium – musik – wort – foto – gemälde sondern in einem selbst. wie man das was man wahrnimmt empfindet,wie man es bewertet hat idr mehr mit einem selbst zu tun als mit der kunst selbst. in jede kunstform fließen die gefühle, sichtweisen, warnehmungen des schaffenden hinein. ein bild ist insofern die umsetzung – eine visuelle gegenwärtige bestandsaufnahme – ein fazit des künstlers. ein bild – foto ist daher nicht verhandelbar. als fotograf kann ich zwar zu dem technischen aspekt etwas sagen.

    aus diesem grund halte ich auch nichts von „bildtiteln“. in dem moment wo ich einen inhalt vorgebe – z.b. „sterbender schwan“ teile ich dem betrachter zwar mit was ich mit diesem schwan der in den letzten zuckungen liegt in dem moment der aufnahme wahrnehme – verbinde, auf der anderen seite beschränkt und begrenzt ein titel die wahrnehmung des betrachtenden.

    jede kunstform soll berühren. welcher art die berührung ist entsprechend kann ich mich auf meiner ebene damit auseinandersetzen. fühle ich mich wohl mit dem was ich höre – sehe – wahrnehme – dann ist das so. und zudem sehr subjektiv.

    fühle ich mich unwohl dann eröffnet sich hier die möglchkeit sich zu hinterfragen: warum löst es ablehnung aus? etc . . . .

    abgesehen davon . . kunst zu erklären is a pain in the ass . . . 🙂

  14. denis
    mit dem abhängten bild hat dies wenig zu tun, mit der metaebene die da geöffnet wurde aber schon:

    als -wie geschrieben- beuys lieberhaberin habe ich mich nicht wenig mit fragen rund um kunst befasst, trotzdem ist für mich die frage nicht abschliessend geklärt.
    zum beispiel: sind des newton „bilder“ kunst? da würde ich dann gerne streiten.

  15. @ Michèle:
    danke für deine erläuterungen zu ausstellung und abhängung!

    was die abhängung angeht: ich fand die fokussierung der debatte darüber auf das thema der stigmatisierugn bemerkenswert. und dass es dazu auf verschiedenen ebenen, und teils in zumindest teilweiser transparenz, debatten gegeben hat – ein (positiv) bemerkenswerter unterschied (dah-seitig) zu früheren situationen

    was unseren kunstbegriff angeht – der scheint ja kompatibel zu sein. wie wär’s beim nächsten berlin-besuch mit einer visite in der sammlung newton? 😉

  16. intro

    ohne die kenntniss der handwerklichen möglichkeiten wird s auch mit dem was man als kunst bezeichnet nix . . . . . .

    1. über kunst läßt sich streiten – bringt aber nichts da sich oftmals die fronten verhärten können. je mehr man auf seiner sichtweise beharrt umsomehr entfernt vom gegenstand des . . .bildes, musikstück.

    2. nun wenn man weiß das newton farbenblind war . . . . . . dann nehmen viele seiner modeaufnahmen schon einen ganz besonderen stellenwert ein.

    3. du bist nicht auf m alice schwarzer trip, oder? 🙂 für sie ist ja jedes foto einer nackten frau eine vergwaltigung – bzw jede frau die sich für nacktfotos zur verfügung stellt – jedes abbild einer nackten frau ist für sie ausbeutung der frau durch den mann. :crap ansonsten – stelle ein pornografisches foto neben eine aktaufnahme von newton.

    im übrigen ist helmut newton mehr als nur ein aktfotograf gewesen. seine mode – auftragsarbeiten für labels und zetungen sind teilweise genial. und das sag ich obwohl ich dieses chi chi aufnahmen nicht mag. 🙂 von seinen portraits von freunden ganz zu schweigen . . nur die kennt kaum einer. im museum für fotografie in der jebenstr in berlin ist ein großer teil des nachlaß von newton zu sehen. da sind erstaunliche unbekannte arbeiten darunter.

    „mit dem abhängten bild hat dies wenig zu tun, “

    doch . . .da fühlten sich einige die was zu sagen haben – sogenannte entscheidungsträger sehr unangenehm berührt. und auch weil sie „unangenehmen“ reaktionen aus der bevölkerung aus dem weg gehen wollten. das das viel mit stigma, vorurteile in den köpfen der entscheidungsträger oder der sich be bzw getroffen fühlenden zu tun hat liegt für mich auf der hand. muß man aber nicht explizit jedesmal erwähnen oda . . . . 😉

    lg dennis

  17. @ michèle:

    Herzlichen Dank für die weiteren Erläuterungen!

    Ich insistiere nochmals.

    Wenn die Frau nicht (erkennbar) HIVpositiv ist, muss es um eine andere Art von Stigma gehen. Soll das Tragen einer bestimmten Kleidung ein Stigma sein? Stigmatisierung durch Verhüllung weiblicher Reize und Schönheit? Wenn es freiwillig geschieht, ist es jedenfalls keine Stigmatisierung. Wenn es unter Zwang geschieht, würde ich das auch nicht dem Gesichtspunkt einer Stigmatisierung diskutieren wollen.

    Oder, ich bitte gegebenenfalls erneut um Nachhilfe, deutet Deine Anmerkung

    „nicht die entwertung von aussen und innen sind thematisiert sondern das wiederfinden von schönheit und reizen.“

    darauf hin, dass hier komplizierter zu denken ist? Soll hier durch das Foto zum Ausdruck kommen, dass, ebenso wie eine Frau, die die Verhüllung zerreißt und ihren Körper, ihre, auch erotische, Ausstrahlung wieder entdeckt, ihren Leib neu erfährt, auch ein von einer HIV-Infektion bzw den Nebenwirkungen der Behandlung gezeichneter Mensch die Hülle der Kleidung, die Hülle des Schweigens und Verschweigens, vielleicht auch die mentale Hülle zerreißen soll und sich selbst und seinen Körper neu erkunden, erfahren, aber auch zeigen soll?

    Wenn das so ist, ist das, ich erlebe es ja gerade an mir selber, ein ziemlicher gedanklicher Quantensprung, der da von dem politischen und beamteten Personal der Stadt Stuttgart verlangt wurde.

    Ich habe durchaus Verständnis, wenn jemand so einen Bogen nicht schlägt und in dem Foto eher den Versuch einer Kultur- oder Religionskritik sieht, mit dem Thema Stigmatisierung nichts zu tun hat.

  18. @TGD

    „Soll hier durch das Foto zum Ausdruck kommen, dass, ebenso wie eine Frau, die die Verhüllung zerreißt und ihren Körper, ihre, auch erotische, Ausstrahlung wieder entdeckt, ihren Leib neu erfährt, auch ein von einer HIV-Infektion bzw den Nebenwirkungen der Behandlung gezeichneter Mensch die Hülle der Kleidung, die Hülle des Schweigens und Verschweigens, vielleicht auch die mentale Hülle zerreißen soll und sich selbst und seinen Körper neu erkunden, erfahren, aber auch zeigen soll?

    Wenn das so ist, ist das, ich erlebe es ja gerade an mir selber, ein ziemlicher gedanklicher Quantensprung, der da von dem politischen und beamteten Personal der Stadt Stuttgart verlangt wurde.“

    allerdings ist dies ein quantensprung. dieses überwinden – niederreißen von „inneren mauern“ ist das ergebniss eines langen und schmerzhaften prozess. ob dem betrachter das bewußt wird wenn er das foto sieht – das wage ich zu bewzeifeln. und selbst wenn man es ihm/ihr erklärt bedingt dies nicht das er/sie es zwangsläufig auch versteht – bzw in der lage ist dies nachzuvollziehen.

  19. @gaydissenter
    ich kann es dir leider nicht wirklich beantworten, gaydissenter, auch ich bewege mich da im reich der deutungen und vermutungen; ich bin nicht die fotographin und was ich aus den gesprächen und den textbausteinen lesen kann, geht es um das entgegenhalten, wiederentdecken von leben und lust. und auch um prozesse die du ansprichst: veränderungen, verluste und selbstliebe.

  20. @ Dennis:

    Nun lese ich aber, dass gar nicht sicher ist, dass meine herbeigezogene Interpretation eines Bildes, das ich gar nicht kenne, richtig ist.

    @ michèle & all:

    Nun, so schließe ich es aus den verschiedenen Beiträgen, geht es bei der Fotografie gar nicht um das Thema HIV oder um Stigmatisierungen, sondern vielmehr um die Rolle der Frau in bestimmten kulturellen Gemengelagen bzw darum, welche Rolle den Frauen vor bestimmten kulturellen Hintergründen zugewiesen wird. Das Thema ist zweifellos wichtig und darf auch nicht mit dem Hinweis auf religiöse Gefühle vom Tisch gewischt werden.

    Dennoch hat man damit einen Nebenkriegsschauplatz aufgemacht, der möglicherweise dem Anliegen der ‚Positiven Begegnungen‘ mehr schadet als nutzt. Man kann nicht von der Stadt Stuttgart erwarten, dass sie einfach so eine thematische Erweiterung der Veranstaltung akzeptiert. Dabei geht es vielleicht gar nicht so sehr um die Sache, sondern und die Form. Ein Beispiel: Da ist jemand, mit dem man so seine Schwierigkeiten hat. Dennoch lädt man den Betreffenden zu einem Besuch ein. Unangekündigt und unerwartet bringt der Eingeladene eine weitere Person mit, mit der man auch gewisse Schwierigkeiten hat. Darf der Eingeladene erwarten, dass das alles einfach so hingenommen wird? Oder muss der Eingeladene sich nicht fragen, ob er nicht zu große Erwartungen an das Gastrecht stellt und seinen Gastgeber nicht überfordert?

  21. schöne debatte.

    ich finde über kunst muss gestritten werden. jede/r interpretiert anders und soll das auch. mich haben immer fixe interpretationen genervt. manche künstler/innen finden es ja doof, wenn menschen ihre werke frei interpretieren und versuchen eine „gültige“ interpretation mitzuliefern. alles das war nicht. es gab und gibt bei den fotos und bei „dem foto“ eine schöne vielschichtigkeit.

    als grund der abhängung diente nur der eine grund. die angebliche sichtbarkeit der weiblichen genitalien.

    als vorstand haben wir die sache klar erklärt und auch nicht unwidersprochen hingenommen. kunst ist kunst, verlangt die auseinandersetzung und manchmal auch den skandal. sonst ist es l’art pour l’art. und das ist nicht so meins. 😉

    richtig ist auch, dass die stadt wohl überfordert war in dem moment. aber ich meine, dass sie sowas aushalten müssen. richtig ist auch, dass der dah-vorstand sich um offenheit bemüht hat. jede/r, die oder der sich für den sachverhalt interressiert hat, hat eine antwort von uns bekommen und letztlich haben wir die sache im plenum öffentlich gemacht.

  22. ein künstler der genervt ist weil der betrachter etwas anderes in seinem werk sieht als das was der künstler selbst empfand als er sein werk schuf . . . der ist alles mögliche aber nur kein künstler . . .

    außer wenn es sich um auftragsarbeiten handelt und vorgaben seitens des auftraggebers vorgegeben sind, banspruchen und berufen künstler sich ja nicht gerade selten auf die vielgeprießene künstlerische freiheit was die umsetzung dessen was sie wie wahrnehmen betrifft. jeder empfindet anders – sieht in einem werk etwas anderes. das sich daraus konflikte ergeben – nun das liegt auf der hand. die frage ist – wie geht man mit dem konflikt um? gibt es grenzen? und wenn ja wo liegen sie?

    sich darüber bewußt zu sein das sich jeder mensch auf einer anderen – seine ihm entsprechende stufe in seiner pers entwicklung steht das ist das eine. aus diesem verstädnis heraus wäre ich bereit nach einer diskussion über ein werk zu sagen: ok wir haben unsere standpunkte ausgetauscht – ich sehe das es der gemeinsamen sache am dienlichsten ist wenn das werk abgenommen wird.

    auf druck oder gar auf eine drohung ein werk nicht zu präsentieren – auf grund des unvermögens seiner sprachlosigkeit das bzw dem was ihn bewegt ausruck zu verleihen um dann als letztes mittel zu dem mittel der gewalt – auch wenn sie noch so subtil ist – zu greifen ist schlicht unakzeptabel. dann soll er ruhig kommen kommen der skandal, aber mit pauken – knall und getöse . . . wenn ich bitten darf.

  23. @dennis

    du darfst. dennoch: ein skandal ist nur ein skandal, wenn sich denn jemand dafür interessiert. und ich war schon surprised, welch kleines echo das „zensiert“ schild ausgelöst hat, dass dann an stelle des „unzüchtigen“ fotos plötzlich hing. da hat sich auch von den teilnehmenden kaum jemand für interessiert. eher von den mitarbeiter/innen des rathauses ist das belustigt zur kenntnis genommen worden.

    die drohung stand im raum, wenn wir das bild nicht entfernen, wird die ausstellung abgebaut. im dialog mit der künstlerin und der kuratorin haben wir uns (als vorstand) für den erwähnten weg entschieden. das mag in der konkreten situation zu wenig gewesen sein. (keine pauken und keine trompeten) aber die uns tragenden mneschen sah ich in jenem moment nicht. und lag in der prognose nicht ganz daneben. fand ich.

  24. schade wenn nun das gewicht so einseitig gelagert wird, finde ich, denn die PoBe war weitaus mehr als dieser verpasste skandal, dennis.

  25. schade ist wenn die wahrnehmung derart ist – nur weil man ein thema diskutiert – davon ausgeht das die bupo nicht mehr als nur diese diskussion gewesen sein könnte. im übrigen . . .wolltest du nicht etwas über die bupo im forum schreiben michelle? ich warte und harre deines resümees immer noch :trippel. 😉

  26. @carsten

    das diese drohung im raum stand – ich weiß das es so war wie du schreibst. letztendlich war die entscheidung auch ok. die weigerung das bild nicht abzuhängen und somit die bupo aufs spiel zu setzen wäre unverhältnismäßig gewesen.

    ihr habt der realpolitik rechnung getragen. und das ist auch gut so . . . . . . 😉

  27. ach so ein rückpass.
    hm. ja die PoBe war weit mehr.
    ich habe im forum meine photos gepostet. vieles anderes findet sich hier bei ulli.
    ich denke die pobe sollte durch ganz anderes gewicht erhalten und wirbeln, da war so vieles in bewegung, das wohl der aufmerksamkeit bedarf und auch verdient:
    ca 400 leute waren ziemlich dicht am thema stigma und selbststigma dran.
    und haben zudem gemeinsam um solidarität miteinander gerungen, offen, transparent.
    unterschiedlichkeiten und gemeinsamkeiten wurden gefunden und spielregeln wurden durchaus angedacht, sogar aufträge wurden formuliert.
    und es gab verantwortliche für alle 10 forderungen/themenpaketet die an der endveranstaltung verabschiedet wurden, welche diese entgegengenommen haben und nun im auftrag der pobe damit unterwegs sind wege zur erfüllung/umsetzung zu suchen! (siehe das posting von ulli zum abschlussplenum)

    die allgemeine auf-forderung das feuer der selbsthilfe zu beleben/entfachen/weiterzutragen ist mir sinnbild der pobe- und ich behaupte auch: das feuer brennt! wir sind da. vieles wird weitergehen.

  28. ach so ein rückpass.
    nein – kein rückpass sondern nur etwas mehr differenzierung wenn s geht.

    vieles anderes findet sich hier bei ulli. – richtig und das ich wie du auch und andere dazu kommentare – bzw ein feed back abgegeben haben, das wär dir auch aufgefallen wenn du die texte und die feed back über die pobe von ulli angeschaut hättest. oder muß man dabei gewesen sein um zu wissen was auf der pobe geschah bzw. um etwas schreiben zu dürfen? sieht fast so aus . nur dann hättest du dies klar zum ausdruck bringen sollen.

    im übrigen hindert dich niemand daran das feuer weiter zu ragen. aber schreibe anderen nicht vor was sie zu tun haben bzw wozu sie stellung beziehen sollen.

    .

  29. ich schreibe niemandem nichts vor, dennis. ich sagte was ich schade finde. thats all. cool down.

  30. Also, ich könnte das diskutierte Bild posten. Das geht allerdings nur, wenn die Künstlerin damit einverstanden ist. Michèle, magst du sie anfragen?

    Zum anderen könnte ich versuchen, die abgebildete Muslima dazu zu bewegen, hier zu schreiben, denn die Phantasien über den Sinn scheint mir dann doch die Seite der Akteure zu bedürfen.

    Und der Vorgang war zweiteilig. Das Bild wurde von der Bürgermeisterin als pornografisch eingestuft. (Andere Bilder mir stillenden Frauen und/oder entblößten Brüsten nicht. Der punkt war schlicht, dass man die Schamhaare sehen konnte.) Im weiteren wurden weitere Bilder inkriminiert. Der Auslöser dafür war ein Besuch des türkischen Generalkonsuls (nein nein, nicht auf den Positiven Begegnungen). Hier ist das Personal des Rathauses allerdings was über das Ziel (und die von der Bürgermeisterin gesetzten Grenzen) hinausgeschossen. Das konnte allerdings „korrigiert“ werden.

    Erschreckend waren für mich eher die Reaktionen einiger weniger Teilnehmer, die Todesängste hatten und ständig mit der angeblichen islamistischen Terrorlage argumentiert haben und – weil sie sich ernsthaft bedroht fühlten – die Bilder am liebsten vollständig abgehängt hätten.

    Gruß

    Bernd

  31. @bernd

    genau das habe ich auch gehört bzw hat mir einer der teilnehmer (ein mitarbeiter einer aidshilfe) gesagt.

    „Erschreckend waren für mich eher die Reaktionen einiger weniger Teilnehmer, die Todesängste hatten und ständig mit der angeblichen islamistischen Terrorlage argumentiert haben und – weil sie sich ernsthaft bedroht fühlten – die Bilder am liebsten vollständig abgehängt hätten.“

    aus ähnlichen überlegungen heraus hat die Deutsche Oper Berlin aus Furcht vor islamistischen Anfeindungen die Mozart-Oper „Idomeneo“ abgesetzt. damals . .

    siehe posting nr 3

    wenn des denken in den köpfen von angst und von möglichen repressalien beherscht wird, dann ist ein offener und freier meinungsaustausch unter den hier lebenden menschen aus den unterschiedlichsten kulturen nicht möglich. und das heißt nicht das man die kultur und die tradionen – werte des anderen nicht respektiert. es geht um von toleranz. und es geht auch gerade darum das – wenn mensche aus anderen kulturen zu anderen denken – sichtweisen – einstellungen kommen – das man dies akzeptiert, bzw lernt dies zu akzeptieren.

    dennis

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