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Andreas Salmen

13. Februar 2009 | Von ondamaris | Kategorie: Leitartikel

Am 13. Februar 1992, heute vor 17 Jahren, starb Andreas Salmen, Berliner Schwulen- und Aids-Aktivist, an den Folgen von Aids.

Der Diplom-Politologe Andreas Salmen, 1962 in Göttingen geboren, war seit seiner Jugend politisch engagiert. Er recherchierte Wikipedia zufolge Undercover in der Berliner Neonazi-Szene, war Mitbegründer der Siegessäule, Mitbesetzer des Tuntenhauses in der Berliner Bülowstr. 55  (1981 – 1983), Redakteur der Positiven-Zeitung ‘Virulent’, und 1989 Mitbegründer von ACT UP in Deutschland.

Salmen war immer kritischer, gerne auch unbequemer Denker und Aktivist.
“Die Geschichte des Verhältnisses der Schwulenbewegung zu Aids ist die Geschichte von Verdrängung und einer Kette von Versäumnissen”, zitiert Jörg Hutter z.B. eine Äußerung von Andreas Salmen in der Siegessäule 1989.

Andreas Salmen brachte, frisch zurück von einem einjährigen USA-Aufenthalt, politischen Aids-Aktivismus in Form von ACT UP mit nach Deutschland. Ohne Salmen wäre ACT UP in Deutschland vermutlich kaum denkbar – und auf einem Koordinierungstreffen deutscher ACT UP – Gruppen erfuhren seine Aktivisten-Kollegen von seinem Tod.

Andreas Salmen Traueranzeige 1

Andreas Salmen Traueranzeige 1

In einer Traueranzeige der deutschen ACT UP Gruppen heiß es 1992

“Die Königin hat ihr Königreich selbst geboren.
… Andreas war derjenige, der die us-amerikanische ACT UP – Idee aufgegriffen und auf unsere Verhältnisse übertragen hat. … Andreas war sicherlich ein schwieriger Mensch; es fiel uns nicht immer leicht mit seiner kompromisslosen und fordernden Art umzugehen. Er war voller Ideen und Konzepte für neue Aktionen, mit denen er den Kampf gegen die AIDS-Krise aufgenommen hatte. Die ungeheuere Energie, die er dabei entfaltete, war nicht zuletzt auch Ausdruck seiner eigenen Betroffenheit. Dabei verstand er die AIDS-Epidemie nicht als isoliertes medizinisches, sondern vor allem auch als politisches Problem. Seine Arbeit war geprägt von seiner Fähigkeit, analytisch zu denken und gleichzeitig leidenschaftlich zu denken. Er hat uns vorgelebt, was SILENCE = DEATH / ACTION = LIFE bedeuten kann.”

Andreas Salmen Traueranzeige 2

Andreas Salmen Traueranzeige 2

Andreas Salmen starb am 13. Februar 1992 an den Folgen von Aids.
Andreas’ Nachlass wird im Archiv des Hamburger Instituts für Sozialforschung bewahrt.

Bücher und Veröffentlichungen (nach Homowiki):
* Salmen, A.: AIDS. Solidarität als Alternative. 1988. In: Komitee für Grundrechte und Demokratie (Hg.): Jahrbuch 1987. Sensbachtal/Odenwald
* Salmen, A.: “Wir werden die Krise überleben.” Stop-AIDS-Projekte. 1988. In: Siegesäule 5 (6), 1988
* Salmen, A.: “Schwulenbewegung und AIDS – Endlich aus der Opferrolle herauskommen!” 1989. In: Siegessäule 6 (1), 1989
* Salmen, A.; Eckert, A. (Hrsg.): 20 Jahre bundesdeutsche Schwulenbewegung. 1969-1989 Bundesverband Homosexualität, Köln 1989
* Salmen, A.: “Ein Scharlatan findet seine Jünger. Eine Auseinandersetzung mit den Thesen Duesbergs.” 1989. In: Siegessäule 6 (7), 1989
* Salmen, A.; Rosenbrock, R.: (Hg.) AIDS-Prävention. 1990. Berlin Edition Sigma Bohn
* Salmen, A.: (Hg.) “ACT UP Feuer unterm Arsch – Die AIDS-Aktionsgruppen in Deutschland und den USA” 1991. AIDS-Forum DAH Sonderband, Berlin, 1991

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· gelesen: 1147 · heute: 3 · zuletzt: 9. Februar 2010

sehr schwachschwachna geht sogutausgezeichnet (No Ratings Yet)
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