ACT UP – Mythos oder Modell?

ACT UP – Mythos oder Modell einer Bürgerrechts-Bewegung HIV-Positiver?
einige persönliche Gedanken

Einer der ‚Höhepunkte‘ von Positiven-Aktivismus in Deutschland war ACT UP. Eine Bewegung, eigentlich aus den USA stammend, die bald auch hier mit zahlreichen Gruppen präsent war. Aktionen durchführte, Themen in die Öffentlichkeit brachte, Aufmerksamkeit in den Medien herstellte. Um dann recht schnell wieder zu verschwinden – warum?

Wie kam es, dass plötzlich Ende der 1980er HIV-Positive mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen und Forderungen für ihre Interessen eintraten? ACT UP entstand m.E. in Deutschland aus zwei Momenten heraus, einem Gefühl von Angst und Bedrohung sowie einem Erleben von Aktivwerden unter US-Schwulen und -Positiven.

Eine nennenswerte Zahl (überwiegend schwuler) Menschen in Deutschland empfand Ende der 1980er / Anfang der 1990er Jahre Gefühle von Angst. Gefühle, die sich vielleicht festmachen lassen an damaligen nicht immer unbegründeten Befürchtungen wie „jetzt machen die uns fertig / unsere mühsam erkämpften Freiheiten kaputt / unsere Szenen kaputt (Gauweiler)“, und von Bedrohung, die sich u.a. manifestierte in Stichworten wie ‚Maßnahmenkatalog‘, ‚Internie­rung; ‚Absonderung‘, und an einigen Personen, unter ihnen ein schwedischer Arzt, ein bayrischer Politiker (von nämlichen Arzt beraten) und ein Berliner In­nensenator.

Hinzu kamen erste Berichte aus den USA, über die zu er­leben war, dass dort (nicht nur) Schwule auf die Straße gingen, für ihre Rech­te eintraten, für ihre Szenen, für ihre Leben kämpften. Mit medienwirksamen Aktionen öffentliche Meinung beeinflussten und so ignorante Politiker, Behör­den und Unternehmen unter Druck setzten.

Ignoranz und Bedrohung waren in den USA sicher größer ausgeprägt als in Deutschland, ebenso das Gefühl der Angst (Stichwort Debatte ‚gay holocaust‘), dennoch waren auch in Deutschland genügend Druck, genügend Emotion vorhanden, dass eine nennenswerte Zahl Menschen aktiv wurde. Hinzu kam, dass Andreas Salmen, frisch zurück aus den USA, direkten Transfer amerika­nischer Ideen, Strategien und Kampagnentechniken möglich machte – und sich selbst massiv engagierte.

Bald gab es auch in Deutschland zahlreiche ACT UP Gruppen (Berlin, Bonn, Dortmund, Hamburg, Frankfurt, Karlsruhe, Mainz, München, Nürnberg, Würz­burg), die viele lokale und einige teils sehr gut wahrgenommene bundesweite Aktionen durchführten (die bekanntesten darunter sicher Die Ins gegen Luft­hansa, der ‚Marlboro-Boykott‘ und die Besetzung des Doms zu Fulda im Sep­tember 1991).

 

ACT UP - Feuer unter'm Arsch (Aids-Froum DAH Sonderband 1991)
ACT UP - Feuer unter'm Arsch (Aids-Froum DAH Sonderband 1991)

 

Doch die Blüte von ACT UP dauerte in Deutschland nicht lange. Zwar gab es eine ACT UP – Gruppe noch bis Ende der 1990er Jahre (Frankfurt), ACT UP als aktionistische Form positiver und positivenpolitischer Selbsthilfe jedoch spielte schon Mitte der 1990er Jahre in Deutschland keine nennenswerte Rol­le mehr.

ACT UP – warum ein schnelles Ende?
Zum baldigen Ende der ACT UP – Bewegung in Deutschland nach kurzzeitiger Blüte trugen m.E. mehrere Gründe bei, u.a.:
– mit den Tod von Andreas Salmen im Februar 1992 verloren die deut­schen Aktivisten nicht nur ihren spiritus rector, sondern auch eine Füh­rungsperson, Theoretiker und Kristallisationspunkt.
– viele der Aktionen in Deutschland waren letztlich aus den USA und der dortigen Situation gesetzte Themen (z.B. Kirche, Philip Morris) und hatten mit der Lebensrealität vieler deutscher Positiver nur wenig zu tun.
– die medizinische Situation änderte sich seit der Zulassung von ddI zu­nächst schleichend, bald schneller. Der existentielle Handlungsdruck wurde geringer.
– einige Aktive wandten sich bald vom politischen Aktivismus ab und (aus einem Gefühl veränderter Notwendigkeiten heraus) dem Therapie-Akti­vismus zu.
Letztlich scheint mir hatte in Deutschland zudem ACT UPs Tendenz zu zuspit­zen, zu provozieren, zu polarisieren keine ausreichende Basis im Kontext einer Gesellschaft, die eher geprägt ist von Konsens-Politik. Die kulturel­len Unterschiede zwischen Deutschland und den USA spiegeln sich hier m.E.deutlich wieder. So fassten auch aktionistischere Schwulen- und Lesbengruppen wie OutRage oder QueerNation, die in Folge von ACT UP in Großbritannien und den USA entstanden, in Deutschland nie recht Fuß.
Nebenbei, auch in den USA, wo es noch zahlreiche ACT UP – Gruppen gibt (wie ebenfalls in Paris), ist ACT UP seinem ‚godfather‘ Larry Kramer zufolge „dead – a shadow of its former self. The greast days of Aids activism are no more“ (Larry Kramer im Interview auf gaywired.com, 27.11.2008).

ACT UP – ein Modell für positiven Aktivismus?
Als Mythos hat ACT UP lange überlebt. Gelegentlich sind selbst heute noch Bemerkungen zu hören wie „Jetzt müsste man ACT UP haben“ oder „warum macht ihr nicht mal wieder ACT UP“. Es stellt sich die Frage, ist ACT UP heute noch möglich, denkbar?

Über die spontane Antwort an den Fragenden hinaus „dann mach’s doch – sei ACT UP“ bleibt im Rückblick der Eindruck, ACT UP war in Deutschland Er­gebnis eines seltenen Moments, getrieben von Wut und Angst, getrieben auch von Aktivismus der eine Bahn suchte – und selbst damals immer nur von einer kleinen Gruppe Menschen aktiv nach vorne gebracht. Diese Aus­gangsvoraussetzungen (und die Bereitschaft, das erforderliche nicht geringe Maß an Zeit und Engagement aufzubringen) scheinen mir heute nicht gege­ben.

Die Frage, ob ACT UP hierzulande als Modell für positiven Aktivismus generell taugt, hat sich damit m.E. weitgehend erledigt. Ich denke nein.

(Randbemerkung: Die These „Gefühle von Angst/Bedrohung/Wut als Basis für Aktivismus“ scheint sich in den USA derzeit erneut zu bewahrheiten. Dort gehen nach den als Schock erlebten Abstimmungsniederlagen junge Leute zu Tausenden auf die Stra­ßen, engagieren sich erneut (‚Stonewall 2.0‚). Ein Druck, der hier -auch angesichts einer kon­sens-orientierten Gesellschaft – derzeit nicht vorhanden ist.)

Allerdings zeigt ACT UP auch in Deutschland eines: Auch wenige können die Welt verändern – wenn sie es wollen. ACT UP bestand nie aus vielen aktiven Menschen, vielleicht einigen Tausend in den USA, sicher kaum 100 in Deutschland. Und dennoch – ACT UP konnte Öffentlichkeit schaffen, Aids-Politik und -Lebensrealitäten ein wenig verändern. In dieser Hinsicht könnte ACT UP auch heute noch Modell sein – dafür, dass es „nur“ eine kleine, motivierte und zu Engagement bereite Gruppe Menschen braucht, um Themen zu setzen, um Veränderungen anzustoßen. Dies ist m.E. eine Erfahrung, die man an ACT UP sichtbar machen kann.

Mir persönlich schiene dabei die Frage spannend, ob Aktions- und Organisationsformen wie ACT UP nicht nur gegen etwas (wie eine damals in Sachen Aids ignorante Politik), sondern auch für eine Idee, einen Gedanken, eine Hoffnung möglich wäre, und wenn ja wie …
„il sogno di una cosa“ (PPP)

Wenn allerdings Kramer Recht hat („activism was based, pure and simple, on fear“), dann fehlt dieser Art Aktivismus heute einfach die Grundlage.

(Text konzipiert für die Veranstaltung ‚25 Jahre Deutsche Aids-Hilfe‚ der Akademie Waldschlößchen)

6 Gedanken zu „ACT UP – Mythos oder Modell?“

  1. guten morgen ulli

    guter denkstoß in einem guten artikel.

    zum mythos:

    natürlich ist mit dem wunsch nach act up – act up wieder ins leben zu rufen auch ein mythos verbunden. das was war wird idr ja immer „romantisiert“ und „glorifiziert“ (projektion ende) 🙂 dennoch ist es unbestritten das act up zu der damaligen zeit notwendig war. aus gesprächen mit rüdiger a. habe ich erfahren das auf insistieren einiges wie z.b. eine stelle für frauen in der ahf ins leben gerufen wurde. für die damalige zeit war act up notwendig war es doch ein notwendiger gegenpol zu dem damaligen mainstream der pankiverbreitung wie du es auch anführst.

    halte ich eine ähnliche bewegung – organisation bestehend aus möglicherweise nur einer handvoll dafür aber engagierter leute heute für notwendig? ein klares ja.

    ich möchte nur einige gründe die dafür sprechen anführen

    das neue aids
    dank der medis die HIV/ aids zu einer chronisch behandelbaren krankheit machen ist der „Angstfaktor“ um den die prävention damals aufgebaut wurde, nicht mehr gegeben. zum einen bedingt dies das immer noch oder wieder eine neue sorglosigkeit was safer sex betrifft herrscht. d.h. die alte auf angst aufgebaute prävention funktioniert nicht mehr. kondome und gemüse . . . au weia sach ich da nur.

    hier kann eine gruppe unabhängig und vor allem provokanter neue ideen einbringen bzw sich lautstark dafür einsetzen. zumal es ein umdenken erfordert. hiv/aids hat dank der medis viel von seinem schrecken – das schnelle sterben – verloren.

    geld – die mittel für prävention – für aids hilfen sind seit den 90gern um die hälfte zurückgegangen. und geld wird nach wie vor benötigt damit sich die ah´s der neuen situation stellen können. ich sage da nur „hiv und alter“, wie wohnen im alter – und das nicht nur für hiv positive – stichwort „regenbogenvilla berlin, villa anders köln“. und auch hier – die aidshilfen sind nach wie vor in der prävention gefordert und die kostet nun mal geld wenn man sie entsprechend umsetzen will. auch oder gerade der ehrenamtliche einsatz – dem sich viele hiv positive oder engagierte menschen verschrieben haben soll zumindest was die auslagen betrifft – finaziell rechnung getragen werden. nicht wenige der ehrenamtlichen sind arbeits oder berfusunfähig und leben von einer schmalen rente oder hartz iv. da gebietet es der ansatnd das man ihnen die notwendigen auslagen erstattet. berufspolitiker oder angestellte der bzga werden ja nicht gerade mager bezahlt.

    stigma und diskriminierung – das ist uns bis heute seit dem beginn von hiv und dank einiger panikmacher geblieben. einer der gründe warum ja auch die zahlen der neuinfektionen gestiegen sind. die angst sich testen zu lassen wegen der daraus entstehenden pers nachteile. hier ist imo handlungsbedarf gegeben. das bild vom „neuen aids“ das hiv/aids mittlerweile eine chronische krankheit ist – das ist in der gesellschaft noch lange nicht angekommen. die fragen von menschen in div foren die (glaubten) einen rk hatten – gehabt zu haben sprechen da eine klare sprache.

    in einem deiner artikel hast du über ein eu gesetz geschrieben das „sinngemäß“ besagt das pharmahersteller werbung für ihre medis machen dürfen. hier ist ein gegenpol – jemand der der pharmaindustrie auf die füße tritt in der tat notwendig. von der politik ist da nichts zu erwarten.

    auch was die politik betrifft – es fehlt ein gegenpol. was man hört sind oftmals wohlklinge absichtserklärungen die das papier nicht wert sind von dem sie auf einem festakt abgelesen wurden.
    ganz besonders wenn man sieht welche auswirkungen die sozial gesetzgebung für viele hiv positive – chron kranke hat. und das sich die situation mit hartz iv für viele hiv positive verschlechtert hat das steht außer frage.

    aber – und das ist die andere seite man kann act up oder eine ähnliche gruppierung nicht erzwingen. wenn das interesse – die notwendigkeit das es eine solche gruppe wenn auch nur von wenigen die bereit sind sich zu engagieren, nicht erkannt wird dann wird sich nichts tun. auch deshalb weil die vielzahl der medis es möglich machen das man seine einst zerstörten lebenspläne jetzt wieder ausführen – leben kann. insofern, das ist die andere seite der medis – sie machen träge und bequem.

  2. ActUp-Paris schrieb am 19.12.: „Die franz. Justiz hat kürzlich ihre Homophobie eingestanden, indem sie den Abgeordneten Chr. Vanneste freisprach.“:
    http://www.actupparis.org/article3610.html
    Gefährliche Worte. Unverantwortliche Worte.
    Und auf den Frage: “ …ob ACT UP hierzulande als Modell für positiven Aktivismus generell taugt, hat sich damit m.E. weitgehend erledigt. Ich denke nein.“ Ich auch, was Frankreich betrifft.

  3. Eine sehr spannende Frage!
    Mir scheint die beschriebene „Symptomatik“ analog auch auf andere politische, bürgerrechtliche oder zivilgesellschaftliche Themen zuzutreffen: Ich bin mir dabei nicht sicher ob die Angst oder die Lebensunsicherheit oder das Bedrohungsgefühl abgenommen haben…
    – Vielleicht haben sich im fraglichen Zeitraum nur ganz allgemein die Formen politischen Handelns verändert.
    Mich würde mal interessieren inwieweit sowas in der Art, wie wir es hier tun: Vernetzung und Community Building im Internet, vielleicht die plakative Öffentliche Aktion in gewisser Weise abgelöst hat. Und ob sich das letztlich als effektiv erweist…???

    Euch allen schöne Feiertage!

  4. Viele Gedanken zu ACT UP! in Deutschland kann ich nachvollziehen. Ich möchte hier aber noch wichtige Aspekte ergänzen.
    Vorweg: Ich war von 1990 bis 1994 bei ACT UP! Amsterdam (sozusagen im Inner Circle) und somit auch bei ACT UP! Europe und teilweise Berlin aktiv.

    Es scheint mir wichtig zu betonen, dass das C in ACT UP! für Coalition steht – etwas, das sich unter den (potenziell) Betroffenen bis heute durchgesetzt hat. Und ich noch nie so viele durchaus ´militante´ Lesben mit Kondomen in der Hand für Analsex habe streiten sehen. Und Schwule, die Spritzen über Gefängnismauern werfen.

    Mich überzeugte sehr schnell, dass die Probleme hier genauso an die große Glocke gehörten wie in den SA, um schnell etwas zu erreichen. Und dass Aktionen für schnellere Zulassungsverfahren und ´Expended Excess-Programme´ sowie an der Wall Street (gegen Glaxo-Preispolitik) sich bis hier auswirkten.

    Zur Angst:
    Was ich damals als (lebens-)bedrohlich wahrgenommen habe, war die Ignoranz der US-amerikanischen Verantwortlichen in Politik, Forschung, Pharmaindustrie, Prävention etc.
    Dass solcherlei Ignoranz kein ´softes´ Thema, sondern tödlich ist, mussten wir inzwischen leider auch in zahlreichen afrikanischen Staaten erfahren.

    Zur Wut:
    Es ging auch in Europa um die oft katastrophale Situation in Arztpraxen, Pflege und Kliniken, null Forschungsansätze, unverschämt elitäre Pharmapreise, Prävention ohne/mit Zeigefinger, Spritzentausch, Spritzen im Knast, Zwangstests, Einreisebestimmungen der USA, Community-Beteiligung, das Recht, eine Schwangerschaft auszutragen usw.
    Und alles war sehr dringend! ´Urgency´ ist mir noch stark in Erinnerung. Und ´take direct action´ – also nix für die lange Bahn und den Marsch durch die (womöglich grünen) Institutionen.
    Alles handfeste Themen, die übrigens bei Weitem noch nicht alle gut geregelt bzw. immer neu Ursache zur Sorge sind. Wobei inzwischen die Verantwortlichen oftmals aus der Community selbst kommen, was natürlich die Wut mindert. Oder nur den Beißreflex?

    Wir Amsterdamer hatten von Anfang an viele Kontakte zu einigen US-amerikanischen ACT UP! Chaptern. Das verstärkte sich durch die Verlegung der Welt-AIDS-Konferenz von Boston nach Amsterdam 1992 (aufgrund der Einreisebestimmungen). Ich glaube man kann sagen, dass es den Aktivisten zu verdanken ist, dass keine solche Konferenz mehr in den USA stattgefunden hat. Und dass sie wesentlich zur Community-Beteiligung beigetragen haben. Und zwar nicht nur in Form von Zugang zur Konferenz, sondern der aktiven Beteiligung an den Inhalten im Vorfeld. Genau das haben wir Amsterdamer dann von den US-Chaptern quasi übernommen, als die Konferenz zu uns kam. Dieses Know-how der Einflussnahme ist dann zu ACT UP! Europe gewandert und nach Berlin, wo 1993 die nächste Konferenz stattfand. Von außen wahrgenommen wurden diese sehr intensiven Tätigkeiten (zahlreiche Treffen mit den Herren Wissenschaftlern) wenig, eher die Demo am Ernst-Reuter-Platz und die Rede eines ACT UP!-Aktivisten aus New York zur offiziellen Eröffnung der Konferenz (Tagesschau, Stern etc).

    So viel meine Ergänzungen zur Geschichte. Was heutige Aktionsformen betrifft, geht es wohl eher um den Zeitgeist als um Zeitmangel. Obwohl es durch Attac wieder eine kurze Blütezeit der Straßenaktionen gab. Und Athen ist auch nicht gerade von gestern, oder?

  5. @ Corinna:
    danke für deine vielen spannenden und wie immer gut informierten ergänzungen.
    einige ideen dazu:
    – ja, das C der coalition. allerdings scheint mir, das diese koalition längst wieder brüchig wird. wie wenige drogis kommen noch zu positreffen? pos. frauen gehen (fast / nur ) noch ihrer eigenen wege, und selbst junge schwule posis und ältere finden manchmal nur noch wenig gemeinsamkeit, dafür viel zeit für wechselseitige vorwürfe (ich überspitze ein wenig). mir wäre wohler, ein wenig merh vom C wäre wieder realität …
    – die verantwortlichen, die heute selbst an maßgeblicher stelle in organisationen sitzen, andererseits aus den communities kommen – ein spannendes thema, das sicher mal einer größeren diskussion wert wäre. wenn ich nur daran denke, wie oft mir gedanklich schon nach einer act up aktion gegen eine gewisse aidshilfe zumute war …

  6. Hi Ulli,

    es stimmt, die Koalition gibt es längst nicht mehr mit diesem gemeinsamen Kampfgeist. Inzwischen haben sich wie in der schwulen Szene zuviel unterschiedliche Gruppen gebildet, die sich immer mehr voneinander abgrenzen statt eine „Community“ zu bilden. Nur nach aussen wirken sie noch homogen und werden alle in einen Topf geschmissen…

    Doch du hast auch Recht, wenn du sagst, dass es nie viele hunderte waren, sondern kleine Grüppchen, die aktiv Missstände angeprangert haben. Je nach Thema haben sich dann andere angeschlossen und verstärkt Druck gemacht. Deswegen sind solche Gruppierungen sehr von Persönlichkeiten abhängig, die als Motor wirken und die anderen anspornen.

    Angst kommt erst in zweiter Linie dazu, doch trägt sie wesentlich dazu bei, Massen zu bewegen. Erst wenn sie grösser wie der innere Schweinehund wird, ensteht daraus eine grosse Bewegung, oder die Fazination an einer Sache ist so gross, dass alle mitmachen wollen.

    Im Moment fehlt beides….

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