Jahresrückblick: positiv negativ 2008 (Teil 2)

Vom Homo-Denkmal bis EKAF-Diskussionen, das Jahr 2008 hatte schwulen- und aidspolitisch einiges zu bieten. Bevor 2009 anfängt turbulent zu werden, in den ersten Tagen des Jahres eine Rückschau: Highlights und Nieten 2008 – was war positiv, was fiel negativ auf im Jahr 2008?

Teil 2 des ondamaris-Jahresrückblick 2008 (Teil 1 des ondamaris-Jahresrückblick 2008 erschien am 2.1.2009)

Juli 2008

US-Präsident George W. Bush unterzeichnet das PEPFAR-Gesetz und kippt damit das HIV-Einreiseverbot. Die Umsetzung lässt jedoch lange auf sich warten. Bushs Aids-Politik baut weitgehend auch auf Abstinenz – die sich als unwirksam in der HIV-Prävention erweist. Auch Russland überlegt sein Einreiseverbot zu ändern. mit HIVtravel.org wird ein neues Internetangebot zu Reisen mit HIV vorgestellt.
In der Schweiz wird ein Mann der ungetestet auf HIV ist dennoch schuldig gesprochen.
In Deutschland geht die Diskussion um das EKAF-Statement weiter ‚alles wird anders und alles bleibt gleich‚.
Rosa Listen in Frankreich? Eine ‚Störer-Datei‘ (später vorübergehend Edvige benannt) soll auch Angaben zu Homosexualität und HIV speichern.
Am Rand des Rostocker CSDs kommt es zu rechten antischwulen Schmierereien.
Der Pharmakonzern Hoffmann-LaRoche stellt seine Aids-Forschung ein.
Einer der früher aggressivsten Kämpfer gegen Rechte für Lesben und Schwule, Jesse Helms, ist tot.

August 2008

Auf dem Welt-Aids-Kongress in Mexico City stellen Menschen mit HIV und Aids ihr Mexico Manifest vor.
Die EU-Grundrechte-Agentur veröffentlicht einen Bericht zu Homophobie und Diskriminierung. Und das Netzwerk plus macht auf den Zusammenhang zwischen Aids und Armut aufmerksam.
Und in Fulda Kondome zu verkaufen ist mancherorts immer noch verboten.

September 2008

Immer noch wird diskutiert über das Statement der EKAF – Drohkulisse oder Chance? Zudem rückt ein weiteres Thema langsam mehr in den Vordergrund: HIV und Alter.
Das im August beschädigte Denkmal für die im Nationalsoizialismus verfolgten Homosexuellen ist repariert – es wird wieder geküsst.
In Frankreich wird umbenannt: Rosa Liste Edvige jetzt ohne Homo-Daten?; parallel fordert die Regierung von der UN die Entkriminalisierung der Homoesexualität.

Oktober 2008

UNAIDS macht sich Gedanken über die Nachfolge von Peter Piot. Festus Mogae, früherer Staatspräsident Botswanas, erhält einen hohen Preis für gute Aids-Politik. Und der in China inhaftierte Aids-Aktivist Hu Jia erhält den Sacharow-Preis. International leider immer wieder Thema: die zunehmende Tendenz zu Kriminalisierung der HIV-Infektion.
Und sie bewegt sich doch … nach der Wahl eines neuen DAH-Vorstands: die DAH schließt sich dem Mexiko Manifest an. Die Bundesregierung hingegen denkt immer noch, EKAF habe keine Auswreikungen auf die HIV-Prävention. In der Folge der EKAF-Debatte wird zudem diskutiert, ist die so genannte Rektalstudie sinnvoll? Zudem stellt die DAH den Film ‚Jung Positiv‘ vor.
Zudem präsentiert die DAH als Meilenstein der HIV-Prävention ihre bundesweite Präventionskampagne für Männer, die Sex mit Männern habenich weiss was ich tu‚, und die BzgA signalisiert Unterstützung.
Ein positiver Mann erstreitet erstmal eine Entschädigung wegen HIV-Diskriminieurng.
Mit dem Thema ‚Schwule Männer im Alter‚ beschäftigt sich in Berlin ein Fachkongress. Und Georges-Louis Tin macht sich Gedanken über Homophobie und die heterosexuelle Kultur.

November 2008

Welt-Aids-Tags-Empfang der DAH – u.a. mit einer Rede von Bundeskanzlerin Merkel.
In der immer noch laufenden EKAF-Debatte positioniert sich die Aids-Hilfe Hessen: Restrisiken maximal wie bei safer sex.
Das RKI meldet eine Stabilisierung der Zahl der HIV-Infektionen. Und Fachwelt wie auch Laien diskutieren – Berlin-Patient, ein neuer Weg zur Heilung?
In den USA formiert sich nach einem Verbot der Homo-Ehe in mehren Bundesstaaten eine Bewegung für gleiche Rechte, zahlreiche Menschen sagen Nein zum Hass. Ziel der Proteste sind u.a. die Mormone, die mit starken finanziellen Mitteln Homo-Ehe-Gegner unterstützt haben.
Am 30. November wird Geburtstag gefeiert: Wenn alte Mühlen brennen – Melitta Poppe wird 60.

Dezember 2008

Die DAH fordert Bleibercht für HIV-positive Flüchtlinge. Und in Braunschweig verhindert ein Gericht die Abschiebung einer aidskranken Frau nach Burundi.
Die ‚Bochow-Studie‘ zeitg: safer sex weiterhin stabil auf hohem Niveau.
Das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen wird erneut beschädigt.
Und EU-Kommissar Verheugen versucht’s erneut – die Pharmaindustrie darf Patienten informieren.

1 Gedanke zu „Jahresrückblick: positiv negativ 2008 (Teil 2)“

Kommentare sind geschlossen.