Zeitgeist(er) – Skurriles und Nachdenkliches zu HIV

Mit einer Ausstellung erinnert das Robert-Koch-Institut (RKI) an noch gar nicht so ferne Begebenheiten aus der Frühzeit der politischen Auseinandersetzung um den Weg der Aids-Bekämpfung.

„Zeitgeist(er) – Skurriles und Nachdenkliches zu HIV“ – eine Ausstellung zum Welt-Aids-Tag 2008

Das RKI bemerkt zur Ausstellung:

„Im Jahr 2008 feiert die Deutsche AIDS-Hilfe ihr 25-jähriges Bestehen. Dies nimmt das Robert Koch-Institut zum Anlass, einen Blick in die Vergangenheit von HIV zu werfen.
Die Ausstellung „Zeitgeist(er) – Skurriles und Nachdenkliches zu HIV“ wird am Standort Seestraße 10 in 13353 Berlin gezeigt. Zu sehen ist unter anderem ein Teil der zwischen 1987 und 2002 an das Robert Koch-Institut gerichteten Briefe zu diesem Thema, Schlagzeilen der Presse und der damalige Gesetzentwurf von Peter Gauweiler zur Bekämpfung von HIV. Gauweiler war zu dieser Zeit Staatssekretär im Bayerischen Innenministerium.“

Im Flyer zur Ausstellung erläutert das RKI:

„Warum diese Ausstellung?
Der Titel spielt auf die teils sehr skurilen Auswüchse in der Öffentlichkeit nach dem Auftauchen von HIV an. Angst und Panik wurden verbreitet und medienwirksam in Szene gesetzt. AIDS – die Lepra der Neuzeit. Uns ist es ein Anliegen, etwas spürbar zu machen, nachzufühlen was sich in jener Zeit hier in Deutschland abgespielt hat. Manche Schlagzeilen erinnern an Denunziantentum, an Klu Klux Klan, an Hexenverfolgung.“

Thematisiert wird am Beispiel Peter Gauweiler auch, welche Folgen resultieren können:

„Peter Gauweiler, Staatssekretär des Inneren in Bayern, öffnete mit seinem Gesetzentwurf von 1987 zu HIV/AIDS [gemeint ist der sog. ‚Bayrische Maßnahmenkatalog‘, d.Verf.] die Türen für eine Hatz auf HIV-Infizierte. Dieser Gesetzentwurf trug maßgeblich dazu bei, dass HIV-positiv Getestete der von den medien gesteuerten ‚öffentlichen‘ Meinung ausgeliefert waren. Viele der betroffenen begannen sich zu verstecken. Für einige aus dieser Zeit haben sich die Bilder von damals und die Schlagzeilen tief ins Gehirn eingebrannt und wirken noch bis heute nach. Immer noch sprechen hierzulande nur wenige öffentlich übner ihre HIV-Infektion.“

Ausstellungseröffnung am Montag, den 1.12.2008 um 16 Uhr im Robert Koch-Institut Seestraße 10 13353 Berlin. Die Ausstellung kann zwischen dem 01.12.2008 und 31.01.2009 werktags zu den üblichen Bürozeiten (i.d.R. 09:00 bis 17:00 Uhr) besucht werden (ohne Anmeldung)

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