Pillen-Geschäfte

Besonders mit Aids-Medikamenten lassen sich – allen Klagen der Pharmakonzerne über restriktive Gesundheitspolitik in westlichen Industriestaaten sowie Patent- und Preis-Problemen in ‚Entwicklungsländern‘ zum Trotz – gute Geschäfte machen.
Patente sind immer noch gut für Profite

Die Aktivisten von TAG haben jüngst zusammen gestellt, welche Umsätze Pharmakonzerne weltweit mit ihren Aids-Medikamenten machen. Eine aufschlussreiche Liste:

Umsatz AIDS-Medikamente weltweit 2006

[ Quelle: TAGline September 2007 (pdf)]

Von guten Geschäften mit Aids-Medikamenten zeugen auch ergänzende Meldungen:
– Mit dem jüngst nach Produktionsproblemen zurück gerufenen Nelfinavir (Viracept) erzielte Pharmamulti Roche noch 2006 einen Umsatz von 164 Mio. sFr.
– Und Trimeris, der Entwickler des HIV-Fusionshemmers Enfuvirtide (Handelsname Fuzeon, vermarktet vom Pharmakonzern Roche) gab jüngst bekannt, der Netto-Umsatz mit dem Medikament sei insgesamt im ersten Halbjahr 2007 um 12,1% auf 126,3 Mio. US-$ gestiegen. Außerhalb der USA und Kanadas steig der Umsatz dabei mit 18,2% (auf 64,1 Mio. US-$) besonders deutlich.

Auch zum Welt-Aids-Tag sollte nicht vergessen werden, Aids-Medikamente sind für die Hersteller zuerst auch – ein gutes Geschäft.

Aber auch die ersten Generika-Hersteller geraten in die Kritik: dem indischen Pharma-Konzern Cipla wird vorgeworfen, generische Versionen von Aids-Medikamenten in Indien zu einem überhöhten Preis zu verkaufen.

6 Gedanken zu „Pillen-Geschäfte“

  1. Hi Ulli,

    sehr interessant, wenn man so aufgearbeitet sieht, was die Pharmaindustrie an uns verdient. Aufgrund einiger Börsennachrichten weiss ich, dass die Gewinne sehr hoch sind, und trotz kostenloser oder verbilligter Abgabe weiter steigen,

    lg Kalle

  2. @ Kalle:
    und wenn man dann noch daran denkt, wie sich die pillen-preise in den letzten jahren entwickelt haben …

  3. Mit dem Leid und der Gesundheit der Menschen lassen sich schon seit Jahrhunderten immer „gute“ Geschäfts machen von einigen Wenigen. Leider!

  4. @ Magic M.:
    ja – gesundheit ist ein gutes geschäft … und manches mal denke ich, dass das vielleicht eher gemeingut als privatwirtschaft sien sollte…

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