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positiv schwul – Leben mit HIV und Aids

Schock zu Neujahr: Tausende absichtlich mit HIV infiziert – oder doch nicht? Über Schlagzeilen und Wahrheitsgehalt

2. Januar 2012 | Von | Kategorie: Meinung

“Irrer Ami steckte Tausende mit HIV an”, mit dieser grellen Schlagzeile schreckt die Zeitung mit den grossen Buchstaben und dem fragwürdigen Verhältnis zur Wahrheit ihre Leser/innen ins Neue Jahr. Und erläutert “Seine kranke Mission: So viele Personen wie möglich zu infizieren und so umzubringen.”

Ein 51jähriger (mit vollem Namen genannter und mit Foto abgebildeter) Mann aus dem US-Bundesstaat Michigan solle, so das Blatt, seit drei Jahren versucht haben, “durch absichtlich ungeschützten Sex” Tausende mit HIV zu infizieren. Über das Internet habe er sich “an seine ahnungslosen Opfer herangemacht”, “junge Frauen und … auch Männer”.

Einem weiblichen “mutmaßlichen Opfer” gegenüber, das sich in einem US-Fernsehsender geäußert hat, habe er zugegeben, “dass er mit 3000 Frauen und Männern ungeschützten Sex hatte”.

Das ist ja fürchterlich! Wir erschrecken maßlos, sind angewidert, fassungslos – oder?
Halten wir inne, denken ein wenig nach. Nur ein klein wenig.

Überlegen wir einmal:

  • Drei Jahre – das macht 1.095 Tage. Der Mann müsste also, sollte er tatsächlich wie behauptet innerhalb der letzten 3 Jahre “Tausende infiziert” haben, täglich mehrmals Sex gehabt haben, und das jeden Tag, sonn- wie werktags, ohne Unterbrechung, ohne Krankheit, ohne Tage sexueller Untätigkeit.
  • Doch nicht nur das, jeder Sex-Kontakt müsste auch gleich zur Übertragung von HIV geführt haben.
  • Dass dies nicht der Fall ist, bemerkt sogar das Blatt selbst: “er ist in zwei Fällen angeklagt, in denen es ihm allerdings nicht gelang, das lebensgefährliche Virus zu übertragen.”
    Eine HIV-Übertragung erfolgt nicht etwa bei jedem ungeschützten Sex – der Mann hätte, um wie behauptet “Tausende mit HIV angesteckt zu haben” wohl mit Zehntausenden Sex haben müssen, innerhalb von drei Jahren. Was selbst bei großer Promiskuität eine beachtliche Leistung wäre.
  • Und – vergessen wir nicht, zu einer sexuellen Übertragung von HIV gehören immer (mindestens) zwei Personen. Zwei Personen, die beide keine Schutz-Vorkehrungen wie zum Beispiel die Verwendung von Kondomen ergreifen. Beide sind hierfür verantwortlich – nicht allein eine etwaig mit HIV infizierte Person.
  • Denn – ob der US-Amerikaner tatsächlich mit HIV infiziert ist, oder nur HIV als Vehikel für eine grossspurige Wichtigtuerei nimmt, verschweigt der Artikel ebenfalls.
  • Ganz außer Acht gelassen haben wir dabei bisher die Frage, ob der HIV-Positive antiretrovirale Medikamente nimmt – dies hätte wie bekannt im Fall erfolgreicher Therapie das Risiko einer HIV-Übertragung drastisch gesenkt (siehe “keine Infektiosität bei erfolgreicher HIV-Therapie ohne andere STDs“).

Eine letzte Frage noch: wie viele Menschen hat er nun infiziert?
“Bislang wurden zwei seiner Opfer identifiziert”, vermerkt der Artikel an unauffälliger Stelle mitten im Text. Sind es genau die zwei Fälle, in denen es – wie der Artikel ebenfalls vermerkt – “nicht gelang”, HIV zu übertragen?
Es bleiben – statt der behaupteten “Tausende” zwei bis null Fälle einer HIV-Übertragung. Und eine grelle Schlagzeile, von deren überprüfbarem Wahrheitsgehalt wenig bleibt.

Ist eine aufmerksamkeitsheischende schreiende Schlagzeile alles wert?

.

Nachtrag:
Immer wieder werden Geschichten von absichtlichen HIV-Infektionen und Horror-Zahlen kolportiert. Bei genauem Nachsehen erweisen sie sich fast immer als substanzarm oder substanzlos.
Schon ZDFneo suchte vergeblich nach Männern, die andere Männer absichtlich mit HIV infizieren wollen – und fand nichts. Es blieb damals Bugchasing: viel neo-Lärm um nichts.
Die gerne behauptete ‘neue Sorglosigjkeit’ ist längst als Mythos entlarvt. Ebenso ein Mythos: die Geschichten vom verantwortungslosen Positiven.
Und auch die ‘Ausrede’ der vermeintlich guten (präventiven) Absicht greift nicht, denn längst ist gezeigt: Schock-Prävention wirkt nicht.

.

Bild.de 01.01.2012: ‘Er wollte mit AIDS töten – Irrer Ami steckte Tausende mit HIV an’
dailymail 31.12.2011: “‘I’m turning myself in, my life is over’: HIV-positive man ‘infected hundreds’ after setting out to pass on virus to as many as possible”

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· read: 9521 · today: 2 · last: 23. April 2014

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22 Kommentare
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  1. Es geht hier weniger um “Zahlen” als um die negative Konnotation von HIV bzw Menschen die HIV sind, die von solche hirnlosen Schreiberlingen transportiert wird. Das ist das wirklich Erschreckende daran das hier wieder neimal ein Bild in der Gesellschaft betsätigt wird das elle Bemühungen der Aufklärung um HIV durch die Arbeit von DAH, AIDS Hilfen, der IWWIT Kampagne, der BzGA zunichte macht bzw wieder einmal zurückwirft.

  2. Lieber Ulli,
    danke für dieses Beitrag. Ich habe ihn in einem HIV-Forum verlinkt, in dem sich viele der unwissenden – zumeist heterosexuellen – Menschen immer wieder darauf kaprizieren, dass sie »so etwas« in der Zeitung gelesen hätten und jetzt Angst haben.

  3. @Mattihias und alle…. Wenn diese -zumeist Heterosexuellen – nun Angst haben und sich auf so einen Artikel beziehen. Dann sollen sie sich halt schützen oder zu ficken auufhören. Das bekommen sie in aller Regel von mir zur Antwort. Ernsthaft diskutiere ich das dann nicht mehr.

  4. @andreas, tatsache ist auch das dir diese “zumeist heterosexuellen” die sich durch solche artiklen in ihrer meinung bestätigt fühlen, steine in den weg legen die deine lebensqualität erheblich einschränkt.

  5. ja vor allem aber schränken sie ihre eigene Lebensqualität ein. Zumindest in diesem Fall. Ansonsten sehe ich das schon so, wie du.

  6. @ Andreas:

    Aus Deinen Worten spricht die explizite Borniertheit, die unwiderruflich davon ausgeht, dass das »Herrschaftswissen«, das wir uns qua täglicher Beschäftigung mit dem Thema angeeignet haben, allgemein bekannt sei. Und das ist eben nicht so. Solange das selbst in Kreisen der sogenannten »Aktivisten« nicht erkannt wird, machen Diskussionen dort auch in der Tat keinen Sinn – und deshalb führe ich sie auch nicht mehr.

  7. Und was spricht aus deinen Worten Matthias? Der, dass nur die, die deiner Meinung sind das richtige explizite Herrschaftswissen haben? Oder Was?
    Frohes Neues Jahr. Und vielleicht etwas mehr Gelassenheit im Umgang mit anderen Meinungen und Widersprüchen, die im Leben und der Arbeit nun einmal vorkommen!

  8. @ Matthias (#2):
    gerngeschehen :-)

    @ all:
    bevor wir uns weiter borniertheit und anders um die ohren schlagen, und uns unter einander streiten, lasst uns doch besser der sache widmen – gegen fehlinformationen, gegen hetze, gegen serophobie – für wirksame prävention und ein menschenwürdiges leben, ob mit oder ohne hiv

  9. Andreas, eigentlich wollte ich auf so einen Quatsch ja nicht mehr reagieren, aber …

    … es geht überhaupt nicht um meine Meinung (wo habe ich die übrigens hier geäußert?).

    … »Herrschaftswissen« beschreibt jene Menge an Informationen, die eine Gruppe hat und anderen Gruppen vorenthält. Und so, wie sich manche »Aktivisten« gerieren, halten sie sich lediglich in geschützten internen Biotopen auf. Das kann sehr nett sein – aber hilft es der Sache?

    … es geht um die Außenwirkung. Wenn etwas erreicht werden soll, muss man eine Zielgruppe definieren und sich an diese wenden. Und wenn man »verschreckten Heterosexuellen« mitteilen kann, dass solche grellen Headlines, wie Ulli sie hier dankenswerterweise exemplarisch beschreibt, mit der Realität nichts zu tun haben, ist das ein Schritt dorthin, wo wir – Achtung: Dies ist meine Meinung! – alle letztlich hinwollen: Auf die Ebene des akzeptierten Neben- und Miteinanders unabhängig von Geschlecht, Orientierung und Serostatus.

    Aber da hast Du ja offensichtlich eine andere Meinung.

  10. nö, ich habe da keine andere Meinung, dass man Leute erreichen muss und kann – und auch darüber nicht, dass man ihnen sagen kann, “das hat mit der Realität nichts zu tun”.

    Nur ist sagen und diskutieren etwas anderes. Ich sagte: “Ich diskutiere” das nicht. Nicht, dass ich es nicht klarstellen würde ;-)

    Das ist der Punkt.

    Nur sehe ich da kein “borniertes Herrschaftswissen”, sondern eine klare haltung. Die sich (vielleicht) von deiner unterscheidet, die ich aber sagen darf, auch ohne oberlehrerhaften Kommentare ;-) . Denn ich mache genau das – das infomieren und erklären – tagtäglich. Das beinhaltet manchmal aber eben auch klare Ansagen und Aussagen! Und manchmal gibt es eben nichts zu diskutieren, sondern die Fakten, die klar gestellt werden müssen (weil das unsere Aufgabe ist) und damit PUNKT.

    aus Scheiße wird nun einmal nicht Gold. Was gibt es da zu diskutieren?

  11. hier war nichts gegenseitig ;-) lieber Uli ;-)

    Aber ansonsten hast du Recht

  12. @ Andreas:

    »Dann sollen sie sich halt schützen oder zu ficken auufhören« (#3)
    Das sollte mal einer einem Positiven sagen. ich höre schon das Wolfsgeheul. :-)

    Ansonsten bin ich wieder ‘raus, wenn schon der Beißreflex bei einem simplen »Dankeschön« startet … :-(

  13. *grins* @Matthias. Ich schrieb das in Bezug auf die, die immer diese übertrieben Angst vor sich her tragen und eben genau, wie du es selber schreibst, das am liebsten von den Positiven verlangen würden…..

    Warum soll man denen nicht mal sagen “Hört zu Leute, wer fickt geht ein gewisses Restrisiko ein. So ist das Leben. Und wenn du das Risiko nicht willst, dann schütz dich oder lasse es es halt – aber nöl nicht rum und erzähle mir nix über die bösen Positiven” Vielleicht harsch im Ton aber manchmal auch einfach angemessen.

    Und genau die Aussage mit “wer fickt hat nun einmal ein Restrisiko” ist eben nicht zu diskutieren. Es ist eben Fakt!

    Ich finde, dass man so mal durchaus antworten darf. Nicht als Standard, aber auf so einen Beitrag von Bild kann man manchmal nicht anders reagieren.

  14. @andreas

    matthias und ich waren vor 1 1/2 jahren in einem forum unterwegs und haben eine diskussin geführt die mit aussagen oder solchen wie du es nenst “übertriebenen ängste” nur so strotzen. grundlage-ausgangspunkt der diskussion war das positionspapier der dah “hiv und strafrecht – 4 prinzipien” http://blog.aidshilfe.de/2010/08/16/hiv-und-strafrecht-vier-prinzipien/ . schon aus einigen der kommentare auf dem blog der dah zu diesem thema kannst du ahnen wie die haltung von vielen in der gesellschaft ist.

    die volle breitseite gab s allerdings in besagtem forum. matthias hat sich dazu auf seiner webseite geäußert. http://www.endlich-mal-was-positives.de/2010/08/22/kannitverstan-oder-es-ist-schon-bemerkenswert/

    natürlich ist es klar das, da ein forum anonym ist, nicht nur einiges gesagt wird was man offline möglicherweise nicht zu hören bekommt. andererseits spiegelt es die haltung, sichtweise von sehr vielen in einer gesellschaft wieder. besagtes forum ist nur ein einzelfall.

    “wer fickt hat nun einmal ein Restrisiko” natürlich darf und soll man das sagen – vor ort, life, auge in auge mit dem gegenüber. die frage ist jedoch wie erreicht man das “gegenüber”, was ist zu tun damit es zu einer solchen kommunikation ausserhalb eines forums – sprich im ganz realen leben genannt alltag – kommt? wie ist eine solche AUFKLÄRUNG durchzuführen? die letztjährige kampagne zum welt aids tag hat da gute ansätze gebracht. ich denke da nur an marcel der sich schülerInnen gestellt hat, der das wie es die doobie brothers in ihrem song nennen “taking it to the streets” umgesetzt hat. das wichtigste jedoch – das darf man nicht vergessen, diese kampagne hat GELD gekostet die nur und ganz speziel für den WAT zur Verfügung gestellt wurde. unser alltag die wir HIV + sind, ist an 365 Tagen im Jahr WAT.

    Aufklärung, in schulen zu gehen, mal nicht mit 12 jährigen sondern mit abiturienten ist eine sache. doch wie erreicht man den rest, die menge die haltungen, sichtweisen vertreten wie sie in diesem form zum ausdruck gebracht wurden?

    die iwwit kampagne ist speziell auf schwule zugeschnitten. und dafür wurde geld locker gemacht. wie erreicht man jedoch diejenigen in der gesellschaft die nicht schwul sind, diejenigen im alter von sagen wir 25 – 45 jahren? die bild zeitung weiß wie man sie erreicht und setzt es konsequent um, um ihre absichten zu erreichen.da gibts ne ausgezeichnete studie wie man das im internet macht dazu die das bestätgit, die ich leider nicht mehr finde.

    wie erreichen wir “die gesellschaft” ich könnt jetzt noch ne menge darüber schreiben um wenn es im einzelnen geht. juristen, medienverantwortliche, staatsanwälte, richter sind nur einige. und wie erreicht man sie? was muß man tun – anbieten? und woher nehmen wir das GELD?

    bislang reagieren wir nur wenn wir uns angegriffen fühlen. selten agieren wir wie am letztjährigen WAT, gehen raus aus unseren “kreisen” in den alltag. matthias macht es mit seinen lesungen. er geht aus dem kreis der “schwulen und hiv positiven” raus

    gesetze gegen diskriminierung sind schön und gut aber sie verändern nur wenig an haltungen, verhalten und sichtweisen. verhalten, haltung, einstellungen zu verändern geht nur indem man raus aus seinem geschützen kreis geht und sich auf die gesellschaft hin zu bewegt, eben agiert.

  15. Yo, immer schön, wenn so ein “Zeitungsartikel” auseinander genommen wird. Mir ist der Text gestern auch unter die Finger gekommen und inzwischen kennt mans ja, wenn einem der Rechercheunwille förmlich entgegen springt (bloss nicht ins Detail, weil ja sonst die beschriebenen Widersprüche thematisiert werden müssten). Schlimmer natürlich noch, da dieses Thema ja schon sehr sensibel ist, aber das scheint den durchschnittlichen BILD-Schreiberling ja schnurz zu sein, hauptsache Tote/Infizierte/Kranke, ist ja alles daselebe und wenns nur virtuelle sind…

  16. Gut geschrieben. Genau das was du sasgt, mache ich aber auch. Ich bin nicht Iwwit, sondern Andreas und ich arbeite mit allen möglichen Leuten auf allen möglichen Ebenen. In Schulen (alle Schultypen) Jugendzentren im sozialen Brennpunkt, wie auch bei Kirchens , Kneipen (in Hagen gibt es keine schwulen Kneipen, jetzt rate mal, wo ich da bin ;-) ), bei Pflegediensten und auf der Straße… im Rathaus, eben überal, da wo man hingehen kann.
    Und ich ärgere mich eben darüber, wenn mir dann vorgeworfen wird, mich in irgendeinem schwulen Biotop aufzuhalten. Und ja, ich bin trotzdem der Meinung, dass eine klare Sprache sinnvoll ist und man die Dinge pointiert aussprechen muss und darf.
    Denn manche Dinge sind nicht diskutabel. Das ist so und bleibt so. Und dass auch so asuzusprechen ist gerade da wichtig, wo die Leute denken, man könne ein Risiko und die Eigenverantwortung wegdiskutieren. Da hilft es schon zu anzusprechen. “Wer ein Null-Risiko will, der hört halt mit dem Poppen auf, ansondten bleibt eben ein Risiko, mit dem wir umgehen müssen”
    Meine Efrfahrung ist. Ups, da hört dan jemand zu und fragt nach. Und das ist es doch, um was es geht. Aber das ich mit Leuten ins Gespräch gehe – in den Dialog, heißt doch nicht, dass ich Fakten zur Diskussion stelle, sondern sie benenne!. Wo ist da das Problem?

    Keiner bestreitet, dass ihr das, was ihr macht gut macht – oder greift euch an dafür, wie ihr es macht. Könnte ich auch gar nicht. Ich war nämlich nie dabei!!!!! Aber ich muss mir hier “borniertes Herrschaftswissen” vorwerfen lassen. Erst mal schießen und dann fragen.

    >>verhalten, haltung, einstellungen zu verändern geht nur indem man raus aus seinem geschützen kreis geht und sich auf die gesellschaft hin zu bewegt, eben agiert.<< Genau!

  17. @ Andreas,

    ich kann Dir das mit dem »Herrschaftswissen« und dem inkriminierten Adjektiv mal kurz am Beispiel »EKAF« erklären. In allen positiven Kreisen wird immer wieder darauf hingewiesen, welche Fortschritte durch EKAF erzielt worden sind. Aber frage mal den »breiten Mann von der Straße«, was EKAF ist und er wird eher auf eine Partei oder eine Casting-Show tippen. Hilft uns das?

    Ich habe mal den Fehler gemacht, anlässlich eines Positiventreffens anzufragen, ob es nicht Sinn machen würde, den Sinn und Inhalt von EKAF auch mal der »breiten Masse« bekanntzugeben, anstatt immer nur in internen Kreisen darüber zu sprechen. Ergebnis: Man bestand darauf, dass EKAF bekannt sei … nach dem Motto »Ich kenne es, dann kennen es alle«. Und: Die »anderen« könnten sich ja informieren – so schwer sei das gar nicht. Hilft uns das?

    Solange ich Einlassungen zu positiven Themen immer noch entnehmen muss, dass sich an dieser Einstellung – nach meiner Auffassung, aber ich mag es auch falsch verstanden oder Du missverständlich formuliert haben – nichts geändert hat, solange gilt für mich das inkriminierte Adjektiv. Das ist nicht persönlich gemeint, sondern inhaltlich. Und da entdecke ich nach wie vor viel »Selbstgerechtigkeit«. Und auch die hilft uns nicht.

  18. Na ja, er muss die 3.000 Menschen ja nicht direkt angesteckt haben. Wenn er “nur” hundert Menschen in drei Jahren infiziert hat, diese Menschen dann weitere infiziert haben sollten und diese wieder usw. wären 3.000 Menschen gar keine so große Zahl. So viel zum Nachdenken und zum ersten Punkt Ihrer Überlegungen! ;) Ansonsten halte ich die Schlagzeile natürlich auch für wenig glaubwürdig. Ich wollte nur ein bisschen mitdenken.

  19. Na ja Matthias, schön und gut. aber du sprichst doch im Moment mit mir und hast mich konkret angesprochen. Ich nehme das natürlich zunächst einmal persönlich.
    Ich habe niemandem gesagt, er solle sich gefälligst informieren oder “man wisse das ja” So etwas vertrete ich nicht und es entspricht auch nicht unserer Denke in Hagen. Wovon ich rede, das sind “klare Aussagen” im übrigens auch zu dem Thema “(nicht-) Infektiösität unter Therapie (ich spreche nicht von “Ekaf” – denn es geht u mdie Aussage und nicht um Vernazzas Institut) Selbstgerechtigkeit und Arroganz mögen sich mit dem, was du willst widersprechen, das sehe ich auch so.
    Klare Aussagen widersprechen sich überhaupt nicht . Ich befürchte, da hast du deine Erfahrungen in meine Aussage hineininterpretiert. Meine Erfahrungen “draußen” zeigen, dass die meisten für diese Klarheit dankbar sind.

    Sei es drum. Es geht inhaltlich hauptsächlich um den letzten Satz des meinem vorangegangenen Postings von alive…

    >> …. man raus aus seinem geschützen kreis geht ……. , eben agiert.<< Genau!
    Ich kann hier leider nicht unterstreichen. Aber das ist es!

    Andreas

  20. ach ja…. die aussage zu EKAF, die dir da entgegen schlug…… erschreckt mich genau so, wie dich. Wie unproffessionell ist das denn?
    Da würde ich mich auch ärgern. Nur würde ich wahrscheinlich wenig danach fragen, sondern ich würde es einfach tun ;-)

    Und ich bin mir sicher, dass du das auch machst (hoffe ich doch). Denn wer etwas weiß, der soll es auch sagen ;-)

  21. @Christian,
    dann denke ich auch mal mit ;-)

    1. >> Wenn er “nur” hundert Menschen in drei Jahren infiziert hat….. <> Wenn SICH hundert Menschen angesteckt hätten..(nicht “angesteckt wurden” ).” Ja, dann klingt die Aussage schon mal anders.

    Wer hat den Partnern gesagt, sie bräuchten sich nicht schützen? Es hätte ja auch sein können, dass sie an jemanden geraten, der von der eigenen Infektion nicht weiß. Und wen machen die “Opfer” dann verantwortlich? Hätten sie es nun bekommen (sie wurden angesteckt – oder haben sie es sich geholt Sie haben SICH angesteckt… – Ich gebe zu, abgschmackt, aber irgendwie treffend…… und das meine ich NUR in Bezug auf die eigene Verantwortung)
    Da liegt schon mal eines der Probleme dieses Artikels. Er verschweigt, dass es IMMER ein Risiko sein KANN, wenn man Sex hat. Und damit müssen wir umgehen.

    Aber:
    2 Im Artikel wird im Gegensatz zur Headline schon deutlich, dass wegen zweier Personen ermittelt wird, mit denen der Herr geschlafen hat – die Ansteckung aber nicht gelang (wie das schon klingt….).

    Die Headline stellt das ganze aber als Fakt dar und tut so als sei die Ansteckung auch passiert – stellt also eine Behauptung auf (vor Gericht spräche man von übler Nachrede), die sie nicht beweist (beweisen kann oder will…. egal)…. Und genau das muss eine Zeitung aber tun, wenn sie ordentich arbeitet. – Behauptungen beweisen können. Und genau das werden sie nicht tun.
    ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::
    >>“Bislang wurden zwei seiner Opfer identifiziert”, vermerkt der Artikel an unauffälliger Stelle mitten im Text. Sind es genau die zwei Fälle, in denen es – wie der Artikel ebenfalls vermerkt – “nicht gelang”, HIV zu übertragen? (und damit sind die beiden “Fälle” ja genau genommen schon gar keine “Opfer” mehr ;-)

    Es bleiben – statt der behaupteten “Tausende” zwei bis null Fälle einer HIV-Übertragung. Und eine grelle Schlagzeile, von deren überprüfbarem Wahrheitsgehalt wenig bleibt. <<
    :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::
    0 Infizierte können keine Infektion mit HIV weitergeben. Die anderen (angeblich) Infizierten müssen also erst einmal gefunden werden – Wie gesagt, wenn es sie denn überhaupt gibt….
    Und wenn es sie gäbe, könnten auch sie die Infektion nur dann weitergeben, würden sie ihrerseits ohne Schutz mit jemandem schlafen…… Wer wäre dann der Täter, wer dann das Opfer?

    Ich denke, wir dürfen nicht so tun, als seien wir machtlos irgendwelchen "Irren" ausgeliefert, sondern müssen damit leben und umgehen, dass das Leben Risiken birgt, vor denen wir uns zu einem Teil schützen können.

    Ich gehe jetzt nicht weiter ins Detail, das kann Ulis artikel besser :-)

    Doch leider ging es in dem Artikel nicht um Mitdenken, sondern um Panikmache und Hetze gegen Menschen mit HIV.
    Nicht um Aufklärung und schon gar nicht um Fakten – Und von Moral ist der Schreiber des Artikels weiter entfernt, als der angebliche Irre, über den hier geschrieben wird.

  22. [...] Schock zu Neujahr: Tausende absichtlich mit HIV infiziert – oder doch nicht? Über Schlag… [...]