Sex and crime, einmal anders!

Heute schreibe ich einen ganz persönlichen Kommentar

Am 10. Juni findet in Zürich die dritte Artist Charity Night statt. Was als größte AIDS Charity der Schweiz gepriesen wird.

Ein kurzer Rückblick: an der ersten Artist Charity Night im 2009 waren wir als Vertreter von Lhive geladene Gäste. Wir hatten versucht mit den Veranstaltern im Vorfeld und am Event selbst in Kontakt zu treten, mit dem Ziel, dass Menschen mit HIV/AIDS einen Beitrag an dem Event leisten könnten.
Hier ein kurzes Video im Blick zur ersten Charity Night im 2009 : http://www.blick.ch/people/schweiz/artis-charity-2009-123446

Unser Wunsch wurde zwar lächelnd entgegengenommen, aber es war anscheinend uninteressant, denn es kam zu keiner Veränderung und im Jahr 2010 verzichteten wir darauf, schon nur daran zu denken, teilzunehmen!
Unterdessen hatten auch wir verstanden, dass die Veranstaltung auf Primär-Prävention abzielt und Solidarität nur etwas mit dem Portefeuille zu tun hat.

Nun folgt also Veranstaltung Nummer drei. Motto, Covergirl und Botschaft scheinen ein wunderbares Beispiel von Prävention als Motor für Diskriminierung zu sein.

Aber macht Euch selbst ein Bild:
„Das Motto “GALACTIKA” entsteht aus dem Gedanken der “Liebes-Botschaft” und ist angelehnt an den Film Barbarella.
Barbarella ist Astronavigatrice und der Gruß vom Erdpräsidenten zu ihr und retour ist:

Sieg der Liebe
Mit diesem Motto wollen wir den “Sieg der Liebe” vermitteln. Es geht darum zu vermitteln, dass Liebe auch Respekt bedeutet.
Respekt, indem man seinen Lebens- und/oder Liebespartner und sich selbst schützt.
Zudem ist das Thema total sexy und stylisch. Ideal für eine super Party.“
zu sehen hier auf diesem Plakat der Veranstaltung: http://www.artistcharitynight.ch/basic/key_2011.jpg

Ich bin geneigt zu sagen:“ Aha^^“ .
Doch nach einem tiefem Atemzug folgt, was folgen muss:
Sonst geht’s noch? Was ist das? Ein bewaffnetes Sexobjekt? Super. Gratulation an die Macher. Also liebe Heten, bewaffnet euch im Namen der Liebe gegen diese grauenhaften Viren ( oder sollte ich sagen Virenträger?). Vom Frauenbild ganz zu schweigen, ich glaube es versteht sich von selbst, dass dies nicht dem meinem entspricht!

Ja, richtig, ich koche vor Wut und hätte ungemein Lust, den Anlass als intergalaktische Virenschleuder zu besuchen. ( Als ob ich welche zum verschleudern hätte, im Zeitalter der Nicht-Nachweisbarkeit … )

Übrigens: der Erlös kommt zu 60% dem lighthouse zu gute. Aber dazu gerne ein andernmal.

Summa summarum habe ich den Eindruck: eine Glitzer-Glimmer Veranstaltung für HIV-Negative, um nebst fun, ein bisschen schlechtes Gewissen zu beruhigen und Geld dafür locker zu machen, um unter sich zu bleiben und Menschen mit HIV/AIDS zu diskriminieren. Ganz einfach: Sex and crime, einmal anders!

1 Gedanke zu „Sex and crime, einmal anders!“

  1. Ich kann deine wut sehr gut nachvollziehen michèle. der werbefuzzy der das poster designed hat, hat so behaupte ich mal zuviele SF filme a la Barbarella gesehen. das sich des in einer arbeit niederschlägt ist insoweit nicht weiter verwunderlich da gerade in der werbebranche nach wie vor „Sex sell´s “ das credo ist. ob er einen bezug zu der frau im kontext zu hiv sieht . . . soweit hat er gar nicht gedacht – um es mal höflich zu forumulieren

    gleiches gilt auch für die ausrichter dieser veranstaltung. dieser verein namens „ACN“, dass komitee ist in der tat von allen guten geistern verlassen. oder ihenen war es aus anderen gründe schlicht weg egal. alles was für sie zu zählen scheint ist der social „marketing aspekt“ .

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