Nationaler Aids-Beirat: Ergänzung um zusätzlich zwei HIV-Positiven – Vertreter (akt.)

Der Nationale Aids-Beirat wird nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit um zwei Vertreter aus HIV-Positiven-Selbsthilfe ergänzt.

Der ‘Nationale Aids-Beirat’ konstituierte sich erstmals im Dezember 1986 zu Zeiten von Bundesgesundheitsministerin Rita Süssmuth. Sein Ziel war es, die Bundesregierung in Fragen der nationalen Aids-Politik zu beraten. Im Oktober 2010 löste der damalige Bundesgesundheitsminister Rösler den  Nationalen Aids-Beirat auf (siehe ‘Nationaler Aids-Beirat – quo vadis?‘). Kurz darauf wurde eine Neu-Konstituierung des Nationalen Aids-Beirats veranlasst.

HIV-Positive fühlten sich und ihre organisierte Selbsthilfe nicht adäquat vertreten – und diskutierten Notwendigkeit und Inhalte einer Positiven-Interessenvertretung im Nationalen Aids-Beirat. In Gesprächen insbesondere zwischen Bundesministerium für Gesundheit und Deutscher Aids-Hilfe wurde die Frage thematisiert.

Das Bundesministerium für Gesundheit teilte nun auf Anfrage eines ondamaris-Lesers (siehe Kommentar) mit

„Nach einem Dialog mit Betroffenen und Interessenvertretern haben wir entschieden, bis zu zwei weitere Mitglieder aus dem Kreise der Selbsthilfe zu benennen. Wir haben die AIDS-Beirat Mitglieder gebeten, uns geeignete HIV-positive Menschen zu benennen und erwarten in Kürze entsprechende Vorschläge.“

Die Deutsche Aids-Hilfe geht von einer Nach-Berufung der beiden HIV-Positiven noch vor der nächsten Sitzung des Nationalen Aids-Beirats aus.

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Die (insbesondere auch auf ondamaris geführten) Debatten um die Frage, wie die Interessen HIV-Positiver im Nationalen Aids-Beirat vertreten werden, scheinen Früchte getragen zu haben.

Dem Bundesministerium für Gesundheit gebührt Anerkennung für seine Bereitschaft, die Nominierung zu überdenken und um zwei Vertreter aus der Selbsthilfe HIV-Positiver zu erweitern – und HIV-Positiven sowie der Deutschen Aids-Hilfe gebührt Dank für ihr Engagement in ‚eigener Sache‘.

Nun sind zwei  aktive Mitstreiter/innen gefragt – für eine engagierte und an den Interessen HIV-Positiver orientierte Mitarbeit im nationalen Aids-Beirat.

7 Gedanken zu „Nationaler Aids-Beirat: Ergänzung um zusätzlich zwei HIV-Positiven – Vertreter (akt.)“

  1. da das bmg das verlautbart hat, gebe ich gern hintergründe zur kenntnis.

    obwohl nicht selbst mitglied im erlauchten gremium, habe ich an der konstituierenden sitzung des nab, in vertretung für silke klumb, teilgenommen. dort habe ich, wie vorher mit silke und auch den kolleginnen und kollegen im vorstand der dah besprochen, das thema vertretung von menschen mit hiv aufgerufen. (nicht nur dies, aber auch dies)

    ein weiterer gesprächstermin mit dem bmg wurde vereinbart und es gelang, sich dort zu verständigen, dass auf vorschlag von mitgliedern des nab zwei weitere vertreter/innen für menschen mit hiv benannt werden. silke klumb wird diese vorschläge unterbreiten und wir gehen auch von einer nachberufung vor der nächsten sitzung des gremiums im oktober aus.

    wichtig erscheint außerdem: der nab wurde zunächst auf zwei jahre benannt. ich gehe also davon aus, dass im sommer des kommenden jahres erneut zu reden sein wird, wie der neue nab ab 2013 zusammengessetzt sein wird und wie die selbstvertretung von menschen mit hiv weiter gestärkt werden kann.

    bislang, finde ich, kein schlechtes ergebnis.

  2. Hoffendlich finden sich nun 2 geeignete Kandidaten, wollen ja viele inkognito bleiben. Das geht dann da wohl kaum…

  3. @ Friedhelm:

    sobald bekannt ist, wer die beiden Vertreter HIV-Positiver im Nationalen Aids-Beirat sind, werde ich weiter berichten 🙂

  4. Hat der Protest also etwas bewirkt? Ganz ohne Protest wäre die Erweiterung um zwei HIV-Positive wohl nicht denkbar gewesen.
    Es bring also sehr wohl etwas auch mal laut zu sein, sich nicht in der Anonymität zu verstecken.

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