Das Recht auf Nicht-Wissen

Und, nebenbei, wer heute fordert, mehr Menschen gerade aus dem von HIV stark betroffenen Gruppen sollten sich auf HIV testen lassen (auch, um dann rechtzeitig Zugang zu Behandlung zu haben), der sollte zunächst auch überlegen, wie diejenigen Hemmnisse, Benachteiligungen und Diskriminierungen abgebaut werden können, die Menschen mit HIV und Aids das Leben schwer machen – und die Menschen begründet überlegen lassen, ob es wirklich in der Realität eine gute Idee ist, von eigenen HIV-Status zu wissen. Diskriminierungen abbauen schützt Menschenleben – auch hier.

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3 comments on this post.
  1. Dennis:

    @ moin ulli

    der hintergrund der frage um das wissen/nicht wissen von hiv – (ansteckender) KRANKHEIT – mir ein sorgsamer und verantwortungsbewußter umgang mit sich selbst (seinem körper) und dem anderen. dies setzt ein hohes ehtisches bewußtsein voraus mit dem man nicht per se geboren wird sondern das sich im zuge einer sich damit stattfindenden auseinandersetzung entwickelt.

    von diesem verständnis aus gehend . . .nun unsere gesellschaft ist ja schon mit der umsetzung – der vermittlung der inhalte der lehrplänen für schulen überfordert . . . . ein weiteres fach “praktische philosophie” würde sie möglicherweise an den rand des wahnsinns treiben . . . ;)

    das recht um das wissen des eigenen hiv status ist daher für mich diskriminierend da es mehr als nur diese eine ansteckende krankheit gibt. hier werden wie ich finde menschen die bestimmten gruppen zugehören wieder einmal instrumentalisiert und dämonisiert . . um es mal zu übertreiben.

    wenn man von dem gedanken des sorgsamen umgangs mit sich selbst und der verantwortung für sich und somit für andere ausgeht dann möge man sich – mit schutzmaske – in der grippezeit in eine u-bahn, strassenbahn oder in einen zug setzen. man wird sofort feststellen das der aspekt verantwortungsvoller umgang schon hier ad absurdum geführt wird. diese beispiele lassen sich weiterführen – siehe umwelt – klimaschutz. der gegenwärtige zeitgeist ist von allem andeen geprägt als von einem sorgsamen und veantwortungsbewußten umgang mit sich – seinem nächsten – der natur.

    den schwarzen peter um das wissen eines hiv status “möglichen menschen bestimmter gruppen” zuzuschieben damit macht man es sich zu einfach. etwas nicht wissen zu wollen hat für mich den gleichen stellen wert wie das recht fehler zu machen. dies wird ja jedem menschen zuerkannt. “aus erfahrung – aus schaden wird man klug” ist ja eines der meistgebrauchten synonyme das immer wieder gerne verwendet wird.

    Was dem einen sin Uhl, ist dem anderen sin Nachtigall

  2. ondamaris:

    @ Dennis:
    ich stimme dir zu, dass die anwendung dieses rechts auf nicht-wissen (wie viele situationen) ein gewisses moralisches empfinden, eine ethische grundhaltung, ein denkvermögen voraussetzt. allerdings – das recht per se sollte doch jedem menschen zukommen, dass ist sein wesen …

    den ‘sorgsamen umgang’ finde ich schon einen schönen grundgedanken – er darf nur -wie so vieles- nicht zur (gesetzlich verordneten) pflicht werden, die handlungsfreiheit des menschen muss immer gegeben sein

    das mit dem schwarzen peter … ist ein schönes bild :-)

  3. Ein Menschen Tag » Archive » Abstraktion… - Von Menschen-Monstern:

    [...] aber sie relativiert für das Opfer nicht die erlittene Handlung. Und diese Unterscheidung ist relevant. Nimmt man einen Auftragsmörder, so tötet dieser für Geld und vielleicht für die Ehre, nimmt man [...]