Persönlichkeit
16. Juli 2008 | Von ondamaris | Kategorie: AlltagskulturOkay, beim Wort “Persönlichkeitstest” kommen erstmal ziemlich viele Vorbehalten in den Sinn. Nun denn, gayBC macht mich auf den ‘Persönlichkeitstest’ von Egoload aufmerksam. Das ist das richtige zum Abschalten in der Mittagspause während eines arbeitsamen Bürotags, denke ich.
Den Site-Namen “Egoload” analysieren und bewerten wir nun lieber nicht … und gehen gleich zum ‘Persönlichkeitstest’. Der “basiert auf der Typologie des Psychiaters C.G. Jung”, lese ich auf der Test-Startseite, er kristalliere bestimmte Charaktertypen heraus.
Nun denn, munter drauf los in der Mittagspause.
Keine 5 Minuten dauert’s, die Werbung immerhin stimmt.
Einige Themenfelder, jeweils mit nur einer Entscheidungsmöglichkeit zwischen zwei Varianten, die durch mehrere Aussagen beschrieben werden.
Und – beim Ergebnis bin ich überrascht, amüsiert – und fühle mich ganz gut “erkannt”, kann mich in vielen der Aussagen wiederfinden.
Sicher nichts Tiefschürfendes – aber ein nettes Spielzeug für die Mittagspause …
Ach so … welcher Typ ich bin?
Machen Sie erstmal den Test … unsere “Typen” diskutieren wir dann in den Kommentaren ![]()
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Diesen Artikel drucken · gelesen: 1301 · heute: 4 · zuletzt: 9. Februar 2010
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Ich bin ein VR – und bis auf einige Einschränkungen finde ich mich im Ergebnis wieder.
Moi aussi – der VR – . . . . alles in allem 75% trifft zu
@ Hans-Georg & Dennis:

so so … virtuelle realisten
ich bin gespannt auf weitere ergebnisse
also ich bin kein “VR”, so viel sei schon verraten …
Den Test habe ich schon vor einiger Zeit gemacht und bei mir auch im Blog verlinkt. Ich bin ein VR und das was dazu steht stimmt zu 100 Prozent!
@ Antiteilchen:
lauter VRs – und Antiteilchen ist mir mal wieder weit voraus gewesen
Hallo!!?? Seit Ihr noch zu retten?? Carl Gustav Jung war einer der homophobsten Psychoanalytiker, die es gab. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dessen krankes Hirn einen brauchbaren Persönlichkeitstest zustande gebracht hat.
“Homophobie” könnte man auch Freud zum Vorwurf machen.
Beide sahen Homosexualität als Neurose – doch ihre fachliche Meinung als Phobos abzutun wäre ein wenig übertrieben.
Wenn ein Wissenschaftler sich auf einem Gebiet irrte heißt dies nicht, dass er nicht durchaus etwas zu sagen hatte.
@ TheGayDissenter & GDmaster:
mir ist schon bewusst, das cg jung als homophob einzuschätzen ist.
aber ich teile GDmasters einschätzung, dass ein fehlurteil auf einem gebiet nicht zwingend heisst, dass das gesamte werk dieser person nichtig ist. einen menschen und sein werk ausschließlich danach zu beurteilen ob er homophob (oder anders herum homophil/sexuell/…) war/ist schiene mir ein wenig
absurderstaunlich.Hast Du wirklich ‘absurd’ geschrieben?
ein wirklich einfacher Test
aber einiges passt schon ganz gut. und btw ich bin ein ZR (zielstrebiger Realist).
und ich teile auch die Meinung von GDmasters und ondamaris. zwar waren sowohl Freud als auch Jung eher homophob, sogar Sullivan war, obwohl selbst schwul, nicht gerade fortschrittlich in seiner Theorie… Aber daran orientieren sich wohl zum Glück nur noch sehr wenige Psychologen und Psychoanalytiker, auch wenn der Zugang zu einer Psychoanalyseausbildung für Lesben und Schwule immer noch erschwert bzw. verweigert wird. Aber das driftet jetzt zu sehr ab…
Hallo! Nun nehmt mal diese Tests nicht zu ernst!
@ TheGayDissenter:

ich versuche, menschen differenziert zu sehen (okay, das hat grenzen …)
“absurd” mag ein wenig hart formuliert sein.
aberes scheint mir seltsam, einen gesamten menschen in seinem gesamten sein und werk wegen fehltritt auf einem bereicht komplett zu verdammen. ich kann doch auch wertschätzen (oder, wie hier, nur mich harmlos amüsieren), was mir vernünftig erscheint, und gegen das diskutieren, was ich ablehne?@ (undefined) #10:
)
na – zielstrebiger realist ist ja bestimmt gerade ganz hilfreich?
@ TheGayDissenter & all:
in sachen cg jung war ich unachtsam und uninformiert. sei es was die folgen seiner lehre angeht, oder auch die bedeutung, die er zb für wüstenstrom & co als legitimation hat.
insofern – solch einen test hab ich tatsächlich zunächst nicht all zu ernst (#11) genommen – aber cg jung und seine folgen hab ich da zu leicht und unreflektiert nicht bedacht, und die folgen seiner gedanken kann man nicht ernst genug nehmen. insofern würde ich meinen kommentar (#8) jetzt wohl ein wenig anders schreiben.
danke an stefan für die vielen hinweise!
Ich möchte, um die Persönlichkeit von Jung etwas zu beleuchten, auf einen Aufsatz von Heinz Gess (Soziologieprofessor in Bielefeld) aufmerksam machen. Darin geht es zwar nicht um Homophobie, wohl aber um Jungs Verstrickungen mit dem Nationalsozialismus.
http://www.kritiknetz.de/jung_fasch.pdf
@ TheGayDissenter:
danke für diesen link und einige hinweise!
vom ersten anlesen: ein sehr lesenswerter text!
Hallo zusammen!
Ich bin die “Frau hinter Egoload” und dem hier diskutierten Test. Ein aufmerksamer Leser hat mir folgende Frage gemailt (danke schön übrigens!!): “Ich würde gerne wissen in wie weit ihr Test auf der Arbeit von CG Jung basiert. Wurden noch weitere Quellen verwendet? Ich frage, weil auf http://www.ondamaris.de/?p=2018 CG Jung rechtsradikale und homophobe Ansichten nachgesagt werden. Wie stehen Sie dazu?”
Und da dachte ich, das mache ich doch gleich mal hier …
Um die Frage nach dem Hintergrund des Tests zu beantworten: Ja, er geht tatsächlich im Ursprung auf CG Jung und eine von ihm entwickelte Typologie zurück. Weiter entwickelt wurde der Test in den 50er Jahren dann von zwei amerikanischen Psychologinnen, Katherine Cook Briggs und ihrer Tochter Isabel Myers. Sie gründeten in den USA dann das Center for Applications of Psychological Type, das kommerzielle Persönlichkeitseinschätzungen mit Hilfe des so genannten MBTI (Myers-Briggs-Type-Indicator) anbietet, der als Patent geschützt ist und nur gegen Gebühr durchgeführt werden kann.
Der Psychologe David Keirsey schließlich hat relativ viel über die Jung-Myers-Briggs Typologie veröffentlicht und daraus seinen Keirsey Temperament Sorter entwickelt. Wen die genauen Unterschiede zwischen den einzelnen “Derivaten” der Jungschen Theorie interessieren, der kann ja mal auf Wikipedia zu den genannten Autoren surfen gehen, dort findet sich einiges an zusätzlichem Material.
Wir (d. h. mein Mann und ich) haben auf alle vorliegenden Quellen zurückgegriffen, wiederum einiges daran verändert und die Farbentypologie und -gruppierung hinzugefügt. Insofern geht der Test nicht nur auf CG Jung zurück – aber auch, und auch nicht unwesentlich, das ist ganz klar.
Was die Homophobie und Rechtsradikalität von Jung angeht, kann ich mich dem Kommentar #7 von GDmaster nur anschließen – auch Freud muss sich diesen Vorwurf tatsächlich gefallen lassen. Alles in allem gehe ich davon aus, dass wir in allen Wissenschaftszweigen – seien sie nun natur- oder geisteswissenschaftlicher Art – auf etliche Geistesgrößen stoßen werden, die dunkle politische oder persönliche Flecken oder auch schlicht erhebliche Irrtümer in ihren Theorien aufweisen. Wollten wir sie und ihre Forschungen deshalb alle in Bausch und Bogen von der akademischen Landkarte streichen, hätten wir wohl einen ziemlichen Verlust an Wissen und Erkenntnis zu beklagen. Aufgabe der jeweils aktuellen Vertreter eines Fachs kann nur sein, nach bestem Wissen und Gewissen diejenigen Bausteine aus den Überlegungen ihrer Vorgänger auszusortieren, die sich im Nachhinein als Irrtum oder als durch subjektive Verzerrungen verfälschtes Ergebnis des damaligen Forscher herauskristallisieren. In Freuds Theorie gilt heute z. B. der Ödipus-Komplex bei den meisten Forschern als widerlegt – aber dennoch hat er in seiner Arbeit viele andere wesentliche Erkenntnisse gewonnen, die heute noch Gültigkeit in der Psychologie haben.
Was uns von Egoload angeht, kann ich mit Gewissheit sagen, dass wir weder homophobe noch rechts- oder sonstwie radikale Tendenzen auf unseren Seiten dulden werden. Wir sind im Gegenteil sowohl auf Egoload als auch auf iPersonic.com (der zugehörigen Community mit Menschen aus über 150 Ländern der Welt) äußerst bemüht, einen wertschätzenden, toleranten und respektvollen Umgang mit unterschiedlichsten Gesinnungen, Religionen, Überzeugungen und Lebensstilen zu pflegen – und das gelingt uns, wie ich meine, recht gut. Unser Ziel ist es, Menschen einander näher zu bringen und Verständnis füreinander zu wecken. Der gemeinsame Persönlichkeitstyp soll als Brücke zwischen den Menschen fungieren, über alle Grenzen von Sprache, Land, Glauben oder sonstige Orientierung hinweg. Wer meine Texte auf Egoload zu unterschiedlichen Themen liest, oder auf iPersonic herumsurft, merkt, glaube ich, auch schnell, dass mir das ein echtes Herzensanliegen ist. Gerade deshalb war es mir wichtig, hier auch noch mal etwas zu dem Thema zu schreiben. Ausgrenzung oder Aburteilung in jeglicher Form wäre das Gegenteil dessen, was wir erreichen wollen.
Viele Grüße Felicitas
@ Felicitas Heyne:
vielen dank für den ausführlichen kommentar!’
und schön, dass sich egoload deutlich von homophobie und rechtsradikalismus distanziert.
zum test: als schwuler lasse ich mich halt doch nicht so gerne von einem antischwul eingestellten menschen beurteilen … und vermute, dass da dann auch kein “wertneutrales urteil” herauskommt …
sie werden vielleicht angesichts der homophobie von jung verstehen, dass ich insofern zu einem test, der auf cg jung basiert, doch eine gewisse distanz verspüre.
@ondamaris:
Ach, so ein bisschen Distanz zu dem, wie wer auch immer einen beurteilt, finde ich sowieso sehr gesund, in jedem Kontext …
Da Freud hier so oft Erwähnung fand:
http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/literatur_und_kunst/brillant_misslungen_1.792485.html
moin

brillinat misslungen ist immerhin ein hübscher titel
ideelle homosexualität – welch ein konstrukt …