Korruption geglaubt

Der SZ liegt ja ab und an dieses Christliche Magazin bei, das sich ‚Chrismon‘ nennt. Vor einigen Wochen, ich sitze im Zug, die Zeitung ist durchgelesen, noch eine viertel Stunde, dann bin ich am Ziel.
Etwas gelangweilt, die restliche Fahrzeit überbrückend, blättere ich in eben jenem ‚Chrismon‘. Und entdecke einen anregenden Text:

Ein Düsseldorfer Politikwissenschaftler erklärt dort, je protestantischer ein Land sei, desto weniger anfällig sei es für Korruption. Das könne man „gesichert sagen“, so Prof. v. Alemann.
Der Hintergrund sei, dass hierarchisch gegliederte Gesellschaften anfälliger für Korruption seien, und „Katholiken, Orthodoxe und Muslime organisieren sich generell hierarchischer als evangelische Christen“, weiß der Professor zu berichten.

Ich wundere mich über diese Erkenntnisse, oder sind es Binsenweisheiten?
Ob Tansparency International das wohl bestätigen wird? Und was die Bayern, und diese sehr süddeutsche angeblich soziale Christenpartei dazu sagen?
Obwohl, is mir eigentlich wurscht … ich bin in keinem Glaubens-Verein Mitglied.

Was allerdings Herrn Professors Erkenntnis „starre Strukturen befördern Korruption“ angeht: wenn ich da nicht nur im Großen (so manche nicht nur Kölner Klüngel – Bau- und Fonds-Geschichte) sondern auch im Kleinen (in so mancher sogenannter Selbsthilfe-Organisation) denke, das kommt mir ja dann doch bekannt vor …

Und ich erinnere mich mit (liebevollem) Grinsen an meine Punk-Liebe von vor vielen vielen Jahren, der schon damals immer meinte, ‚lass uns bloß keinen Verein oder sowas gründen – das können wir doch auch so machen, ohne Strukturen‘.
Aber das war ja auch im protestantischen Norddeutschland …

2 Gedanken zu „Korruption geglaubt“

  1. Jaja, immer dieser Lokalpatriotismus… 😉

    In protestantischen Ländern wie Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland und Island gibt es wirklich nur wenig Korruption.

    Dafür blüht der Nepotismus.

  2. @ sabine:
    ja – vetternwirtschaft ist auch nicht viel besser (der kölner nennt das dann u.a. klüngel).

    na – und den lokalpatriotismus zieh ich mir nich an 😉 – wenn ich denke, was ich so alles mit dem protestantismus verbinde 🙁

    lg in den noch protestantischeren norden aus dem sitten-los-moralverfallen-protestantischen berlin,
    ulli

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