Magnus-Hirschfeld- Ufer eingeweiht
7. Mai 2008 | Von ondamaris | Kategorie: Homosexualitäten75 Jahre nach der Zerstörung von Hirschfelds ‘Institut für Sexual- wissenschaften’ durch die Nazis ist das seinem Institut gegenüber liegende Ufer der Spree gestern (6.5.) in ‘Magnus- Hirschfeld-Ufer‘ benannt worden.
Berlin_vor_75_Jahren – 6. Mai 1933. Studenten der Hochschule für Leibesübungen verschaffen sich gewaltsam Zutritt zum ‘Institut für Sexualwissenschaften’. Vor dem Haus bezieht eine Blaskappelle Stellung – derweil wüten die Studenten im Inneren des Instituts, plündern, zerstören die Einrichtung, transportieren die wertvolle Bibliothek ab. Die Bücher werden am 10.3.1933 zusammen mit einer Büste Hirschfelds Teil der Bücherverbrennung auf dem Bebelplatz. Das Institut für Sexualwissenschaften ist zerstört.
Magnus Hirschfeld (dessen Geburtstag sich am 14. Mai zum 140. Mal jährt), der jüdische Arzt und Sexualforscher, hatte das Institut 1919 gegründet. Schon 1897 hatte er das ‘Wissenschaftlich-humanitäre Kommitee’ (WhK) ins Leben gerufen, die erste und für damalige Verhältnisse sehr progressive Aktionsgruppe gegen antihomosexuelles Strafrecht.
Schon mehrfach von Radikalen bedroht, zudem vorgewarnt, war Hirschfeld bereits 1932 ins Exil gegangen, zunächst in die Schweiz, bald darauf nach Fankreich geblieben. Dort lebte er zusammen mit seinem Liebhaber bis zu seinem Tod am 14. Mai 1935 in Nizza.

70 Jahre nach der Zerstörung seines Instituts ehrt Berlin Magnus Hirschfeld mit der Einweihung des Magnus-Hirschfeld-Ufers. Der Abschnitt des Spreeufers zwischen Luther- und Moltkebrücke trägt nun seinen Namen.
Die Benennung erfolgte in Gegenwart und mit Reden u.a. von Brigitte Zypries (Bundesministerin für Justiz), Lala Süsskind (Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Berlin) und Prof. Martin Dannecker (Sexualwissenschaftler). Zum Programm gehörte u.a. auch das ‘Hirschfeld-Lied‘ von Otto Reutter.
Aus Anlass der Umbenennung wies der LSVD erneut auf sein Anliegen hin, auch einen Nachguss der 1933 vernichteten Büste Hirschfelds baldmöglichst am Magnus-Hirschfeld-Ufer aufzustellen.
Weitere Informationen über die Umbenennung sowie Fotos auch bei antiteilchen “Spreeufer nach Dr. Magnus Hirschfeld benannt“.
Zudem läuft seit dem 6.5.2008 in Berlin die Ausstellung „Sex brennt – Magnus Hirschfelds Institut für Sexualwissenschaften und die Bücherverbrennung“ (Berlin, Medizinhistorisches Museum der Charité, Charitéplatz 1)
Nachtrag 14.5.2008: über Gedenken an Magnus Hirschfeld an Hirschfelds ehemaligem Wohnort (Berlin-Charlottenburg, Otto-Suhr-Alle 93, Gedenkstele) an seinem Geburtstag berichtet samstagisteingutertag
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Ich erbitte Aufklärung: Ist nun das Ufer (und damit ein Bestandteil eine Wasserstraße) oder eine Straße, als ein Landverkehrsweg, nach Magnus Hirschfeld benannt worden… um mal Erbsen zu zählen…
http://www.focus.de/panorama/diverses/magnus-hirschfeld-berlin-benennt-strasse-nach-homosexuellem-vorkaempfer_aid_299973.html
@ Stefan:
)
direkt entlang der spree verläuft ein hübscher breiter weg, für fußgänger und radfahrer. also keine straße, keine wasserstraße, und kein knallerbsenstrauch … und auch keine straße (da kein kraftverkehr) sondern nur ein weg für fußgänger und radfahrer. der abschnitt dieses wegs zwischen luther- und moltkebrücke entlang des nördlichen ufers ist nach herrn h. benannt worden
aufgeklärt?
Nö.
Knallerbsenstrauch?? *lach* Ich stelle hier tiefernstzunehmende Fragen und Du kommst mit einem nicht vorhandenen Knallerbsenstrauch? Das Hühnchen rupfe ich noch mit Dir – nach Pfingsten!
[...] ebenfalls über die feierliche Einweihung des Magnus-Hirschfeld-Ufers: Bei Antiteilchen und Onda Maris findet ihr auch weitere Bilder von der Enthüllung des Straßenschildes am [...]
[...] wurde das Magnus-Hirschfeld-Ufer eingeweiht. Die Feierlichkeiten sind beendet, die Schilder hängen, … .gallery { margin: auto; } [...]
[...] Tag der Einweihung des Magnus-Hirschfeld- Ufers wurde abends im medizinhistorischen Museum der Charité Berlin die Ausstellung “Sex [...]
[...] der Charité Berlin (in dem noch bis 14.9.2008 die Ausstellung “Sex brennt” über Magnus Hirschfeld stattfindet) [...]
[...] der Hypophyse sowie der Keimdrüsen. 1932 lernte Værnet bei einer Reise nach Berlin u.a. auch Magnus Hirschfeld und dessen Institut für Sexualwissenschaften kennen. Später äußerte er, hier bei Hirschfeld sei [...]
[...] ihren Sitz im Gebäude des 1933 geplünderten ‘Instituts für Sexualwissenschaften‘ von Dr. Magnus Hirschfeld hatte (Quelle 1, Quelle 2). Rodenberg beteiligte sich zu dieser Zeit u.a. auch an der Registrierung [...]