Gedenken an homosexuelle NS-Opfer

2008 ist ein Jahr des Gedenkens, auch des Gedenkens an schwule Opfer des Naziterrors. Gerade in jüngster Zeit häuften sich erfreulicherweise Meldungen und Veranstaltungen.
Zudem ist zu lernen, nicht nur in Deutschland benötigt die Realisierung von Denkmalen ihre Zeit.

In Berlin wird am 27. Mai das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Homosexuellen endlich enthüllt.

Ebenfalls in Berlin wird schon am 6. Mai das Spree-Ufer zwischen Luther- und Moltkebrücke nach Magnus Hirschfeld benannt. Zudem soll eine Büste enthüllt werden, die Magnus Hirschfeld darstellt. Sie ist eine Replik der von den Nazis zerstörten Büste.
Bereits seit 1994 erinnert eine Stele an das Institut für Sexualwissenschaft, das in der Nähe stand und 1933 von den Nazis geplündert wurde.

Bereits am 20.4.2008 fand in der Gedenkstätte Sachsenhausen im brandenburgischen Oranienburg anlässlich des 63. Jahrestages der Befreiung des KZ Sachsenhausen zum wiederholten Mal eine Gedenkveranstaltung für schwule KZ-Opfer statt.

Auch Frankreich beginnt seine homosexuellen Opfer des NS-Terrors zu ehren. Ende Februar wurde in Toulouse eine Straße nach Pierre Seel benannt, ein entsprechendes Straßenschild vom Bürgermeister eingeweiht.

Anders hingegen Österreich: wie XTRA! meldet, verzögert sich das österreichische Mahnmal für homosexuelle KZ-Opfer weiter. Bereits 2005 war ein Entwurf von Hans Kupelwieser unter dem Titel ‚Rosa Platz‘ ausgewählt worden. Der Sprecher des Kulturstadtrats verkündete jedoch jüngst, es sei bisher „keine alltagstaugliche Farbe gefunden“ worden. Der Künstler wurde mit einem neuen Entwurf beauftragt.

Immerhin, auf Initiative eines schwulen Arztes hat der 9. Wiener Gemeindebezirk beschlossen, den ehemaligen schwulen KZ-Häftling über den Heinz Heger in“Die Männer mit dem Rosa Winkel“ berichtete zu ehren. Ein Teil des Zimmermannplatzes wird zukünftig nach ihm benannt werden. Heger hatte lange Zeit im Haus Zimmermannplatz 1 gelebt.

2 Gedanken zu „Gedenken an homosexuelle NS-Opfer“

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