positiv schwul

unsere Welt

25. März 2008 | Von ondamaris | Kategorie: in eigener Sache

Wie wundervoll der René schreiben kann …
Na, dann geb ich mal auch einen ganz kleinen Blick in mein Privatleben frei.
Mag sich jemand anschließen, kleiner Blog-Poetry-Slam? ;-)
.

unsere Welt

Ich hab dich gern
so kitschig das klingt
ich hab dich gern

seh’ dich vor mir
wie du lachst
mich anschaust
sagst ’sei nicht so ernst,
lach mal’
ich grinse
ich hab dich gern

in meinem Herz
fühl’ ich dich
mir wird warm
wenn ich an dich denke

wenn ich neben dir liege
in deinem Arm
glücklich und ruhig
denke ich manchmal
wie schön ist doch das Leben
wie glücklich bin ich
mit dir zusammen zu sein

wir sind zusammen
das zu fühlen
macht mich stark

wenn wir miteinander sind
ist die Welt
unsere Welt

zusammen
jeder für sich
ein freier Mensch
und zusammen
die ganze Welt

[Berlin, 14.2.2007]

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· gelesen: 1654 · heute: 7 · zuletzt: 2. September 2010

sehr schwachschwachna geht sogutausgezeichnet (No Ratings Yet)
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11 Kommentare
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  1. damals . . . .

    . . . im Dezember 1985 teilte mir der Arzt in einer JVA mit, daß das Ergebnis meiner HIV Untersuchung positiv ausgefallen ist. Prima dachte ich. Das Ergebnis ist positiv, also ist alles in Ordnung mit mir. Ich bin gesund.

    Einen Monat später, klärte mich eine Ärztin darüber auf, was es heißt HIV positiv zu sein.

    Die folgenden 5 Tage waren die schmerzvollsten und – im nachhinein betrachtet – die fruchtbarsten Tage in meinem Leben. Als ich wieder in meiner Einzelzelle war, flippte ich total aus. Für mich stand fest, das ich sterben würde; „Spätestens in drei Jahren bin ich tot“. 1986 wußte man noch nicht viel über HIV und AIDS und außer AZT gab es keine Medikamente. Die Überlebenszeit, die die Ärzte einem HIV Infizierten damals gaben, waren maximal 3 Jahre. In diesen 5 Tagen wurde ich mir meiner Sterblichkeit, meiner Endlichkeit bewußt. In diesen 5 Tagen habe ich die damals für mich wesentlichen Eindrücke, die ich in Amsterdam, in einer Psychiatrie und in einer U – Haftanstalt Frankfurt erlebte, in Gedichtform niedergeschrieben.

    * * * * *

    Ich möchte besessen sein,
    aber nicht wahnsinnig.

    Ich möchte berauscht sein,
    aber nicht betrunken.

    Ich möchte vor Liebe brennen,
    aber nicht verbrennen.

    * * * * * *

    Another Interesting Day Starts

    Als ich die Nachricht hörte,
    ich habe AIDS,
    war ich wie vor den Kopf gestoßen.

    Für mich galt
    bis zu diesem Moment:
    Mir kann sowas nicht passieren.

    Jetzt
    wo ich wieder klar sehe
    weiß ich
    das es nur einen Weg gibt:

    Mit der Wahrheit zu leben.
    Die Wahrheit
    kennt keine Werte.

    Wir Menschen
    legen die Maßstäbe
    und übersehen dabei
    wer und was wir sind.

    Gemessen an der Zeit
    ein Augenaufschlag,
    ein Lächeln.

    * * * * * *

    . . . das hat sich tief in meine seele eingebrannt . . und das ist auch gut so . . . ;)

  2. Nicht nur der René kann wundervoll schreiben, sondern der Ulli auch. :-)

  3. @Dennis: sehr nahe gehende Worte. Danke.

  4. @Ulli: Deine Zeilen sind natürlich genauso schön. Glückwunsch zu der Entscheidung, sie hier zu veröffentlichen. Danke ;)

  5. @ René:
    na – du warst ein wenig der ’spiritus rector’ – hab mich an deine frage erinnert …

  6. dilemma in ricordo

    avró un uomo
    che mi attestassì
    ” un orgolio gay”,

    sono rimasta vera
    e pensierosa.
    pensa te ,che

    quasi contemporàneo
    mi rifiutassì una donna:
    ” perché, sei troppo “femme”.

  7. @ Michèle:
    ‘dilemma’ versteh ich noch … ansonsten bleibt’s bei meinen nicht vorhandenen italienisch-kenntnissen beim vermuten ;-)

  8. hmm…das hatte ich doch mit der editiertaste glöscht???? warum steht das jetzt trotzdem da? samt grammatikfehler.hmpf

    oje übersetzen: zu gut deutsch? das wird hölzern…

    in erinnerung an ein dilemma

    ich hatte einen mann
    der attestierte mir
    ” un orgolio gay” (einen schwulen stolz)

    das hat mich wirklich
    und nachdenklich
    gemacht

    denn, fast zeitgleich
    war da eine frau, sie sagte ,
    sie begehre mich nicht:
    ” perché sei troppo femme” (weil du viel zu sehr femme bist)

  9. @ Michèle:
    moin – und danke!

  10. [...] Angst ich bin nicht unter die Poeten gegangen – das Dichten überlasse ich denjenigen, die es können. Der Text stammt von Angelus Silesius und gehört zu dem Kirchenlied ‘Ich will [...]

  11. [...] noch geb ich nach “unsere Welt” einen Blick frei in mein Innenleben [...]

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