Gartenzäune

Ein Blick über den Gartenzaun bringt manches Mal interessante Ideen und Einblicke.

So auch die jüngste Meldung aus dem Bereich der HIV-Prävention in Großbritannien. Von dort wird spannendes gemeldet: wie pinknews berichtet, hat die schwule Gesundheitsorganisation GMFA einen Vertrag für bestimmte HIV-Präventions-Services für die schwulen Männer Londons verloren. Der National Health Service hat nun den Terrence Higgins Trust (THT) damit beauftragt.

Hintergrund des Vertrags-Wechsels: GMFA hatte den Vertrag die letzten 14 Jahr inne. Und hat jetzt eine Art Ausschreibung verloren. In Großbritannien werden auch HIV-Präventions-Leistungen in Paketen ausgeschrieben – z.B. die Pakete „Anzeigenkampagnen national“, „Anzeigen-Kampagnen London“, „Kleinmedien wie Postkarten und Booklets“ oder „Internetangebote“.

Was sich zunächst wie ein normaler Vorgang anhört, hat bei näherem Hinsehen durchaus seinen Reiz:

Warum, so frage ich mich nämlich, werden diese Leistungen eigentlich nicht bei uns auch öffentlich ausgeschrieben, und ab und an auch einmal an neue Organisationen vergeben, sei es lokal, regional oder auch national?

Könnte nicht so auch ab und an mal ein wenig ‚frischer Wind‘ einziehen in die weite Welt der Prävention? Sicher, es geht nicht um Waschmittel-Werbung, und kompetente Partner sind erforderlich. Aber – allein die Tatsache, in den vergangenen Jahren viele Tausende Euro an Präventionsmitteln erhalten zu haben, ist noch kein Nachweis, dass ein Projekt gute Arbeit geleistet hat, oder dass andere es nicht auch gut könnten.

Wettbewerb – warum eigentlich nicht?
Könnte dies nicht auch direkt unseren Szenen, vielleicht unserer Gesundheit zugute kommen? Z.B. dadurch dass verstaubte Strukturen aufgebrochen oder verschnarchte Strukturen ein wenig ‚durchlüftet‘ würden?
Mir zumindest fielen einige Projekte ein, denen ein wenig Wettbewerb vielleicht ganz gut täte …

8 Gedanken zu „Gartenzäune“

  1. @Ulli

    da ich huete meine provohosen anhabe . . .

    nun man könnte das was in GB passiert auch damit bezeichnen was man landläufig als “ über den tellerrand blicken“ versteht. und das was du mit frischem wind bezeichnet ist „die begehung eine neuen weges der in die gleiche richtung führt – der der prävention“.

    diese fähigkeit andere wege als die bekannte einzuschlagen die das gleiche ziel haben setzt voraus das man die scheuklappen (hat man sie aufgesetzt sieht man nicht was rechts und links ist) wo man nur auf das bekannte fixiert ist ablegt . . . .

    und siehe da die weite des horizonts wird wahrnehmbar. es erfüllt einem mit freude und staunen zu sehen was einem lange verschlossen blieb. man erkennt andere wege die zu dem gleichen ziel am horizont führen . . .hier prävention . . .

    aber vielleicht muß man dafür auch mit dem „freiheits – frei von was auch immer virus“ infiziert sein . . .

    diversity within unity . . . .

  2. @ Dennis:
    na … ich meinte das schon breiter … ausschriebungs-fäkig wären ja prinzipiell viele auch lokale dinge im aidsbereich, und in berlin zb fiele mir einiges ein, wo frischer wind gut täte …

  3. Man sollte das ausschreiben. Ich glaube aber dann wird es sich eher noch verschlimmern. Dann hängt sicher alles voller Kondome, ein Deutscher „Stülpi“ (Österreich) würde dann hier sein Unwesen treiben…das Ganzkörperkondom würde zur Staatstracht. Offensichtlich herrscht nämlich der Glaube vor, dass die Menschen dumm sind. Prävention wird hier wie Wahlkampf betrieben.
    Heute ist aber auch echt scharfer Senf angesagt 😉

  4. @ Alf:
    na ob es sich allein durch eine ausschreibung verschlimmert, hängt ja auch davon ab, welche zielvorgaben der ausschreibende macht
    senfliebhaber? 😉

  5. Ausschreibung gerne, aber nur wenn es nicht nur darum geht, den billigsten Anbieter zu finden. Man könnte auch ein rotierendes System einführen, um verschiedene Varianten zu finden, und die Prävention aufzufrischen 😉

  6. @ Kalle:
    na – ziel sollte natürlich nicht sein, den ‚billigsten‘ anbieter zu bekommen, sondern ein vernünftiges preis-leistungs-verhältnis.
    vor allem aber könnte doch folgendes vielleicht geschehen: einmal die einstellung abzubauen „ach, wir bekommen das geld eh wieder, wir müssen uns nicht anstrengen, weiter so wie schon die letzten … Jahre“ – schon das wäre doch eine bewegung, die vielleicht fortschritt bringt …

  7. Ausschreibung bedeutet immer auch Ideenwettbewerb. Und ein paar Ideen mehr, vor allem kreative Ideen, würden uns in Deutschland nicht schaden.

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