Infektiosität unter Therapie: Reaktionen (akt.)

Keine Infektiosität bei erfolgreicher HIV-Therapie ohne andere STDs“ – der Beschluss der Eidgenössischen Aids-Kommission hat ein vielfältiges Echo hervorgerufen, unter Schwulen, bei Aktivisten und in der Presse.

Basis – was sagen die Schweizer?:
Der originale Text der EKAF ist zu finden hier als pdf. Dank Mike Barr (hier)und Michael Petrellis (hier) gibt es nun auch eine Übertragung in englischer Sprache (html).

Lesenswerte Feedbacks sind in einem Forum von Prof. Vernazza zu finden. Liste aller Artikel von Prof. Vernazza.
Der Artikel “HIV-infizierte Menschen ohne andere STD sind unter wirksamer antiretroviraler Therapie sexuell nicht infektiös” (Pietro Vernazza, Bernard Hirschel, Enos Bernasconi, Markus Flepp, alle Eidgenössische Kommission für Aidsfragen, Fachkommission Klinik und Therapie des Bundesamts für Gesundheit (BAG) steht als pdf online in deutscher Sprache hier, in französischer Sprache hier.
Prof. Vernazza hat zudem zwei Artikel zum Thema verfasst: “Die HIV-Prävention wird einfacher – also komplexer!”, und “HIV-Therapie wirkt auch präventiv“.
Prof. Hirschel geht in einem Interview (in französischer Sprache) auf die Frage ein, wie weit sich die Daten auch auf die Frage der Superinfektion übertragen ließen.
Prof. Hirschel auf der CROI im Interview über den EKAF-Beschluss:
http://www.aidsmeds.com/articles/hiv_condoms_virus_2151_14010.shtml (knapp 15 min. Video) sowie in einem Interview auf TheWarning.

Reaktionen in den Medien:
Die NZZ berichtet u.a. ‚Konsequent therapierte HIV-Infizierte nicht mehr infektiös‘ und ‚Neue Lage – neue Rechtsprechung?‘
Tagesanzeiger (CH): ‚Debatte um HIV-Ansteckung‘, ‚Die Botschaft zur Prävention von HIV bliebt dieselbe‘, ‚Ungeschützter Sex trotz HIV‘, ‚Aids-Kommission verteidigt sich‘.
Swissinfo (CH): ‚Gute Nachricht für Minderheit von HIV-Positiven‘
Mit detaillierten Informationen besticht wie so oft der HIV Report (Ausgabe 01/2008).
Die Welt fragt in einem recht differenzierten Artikel ‚Ist Safer Sex überflüssig?‘.
‚Safer Sex kein absolutes Gebot mehr?‘ fragt die FAZ.
Ärzteblatt: ‚Kontroverse um Safer Sex.. ‚ und ‚Kritik am Schweizer okay …
In einen leider fachlich nicht völlig korrekten Artikel berichtet die taz.
Reaktion der Katholischen Nachrichten.
Interessante Diskussionen entspannen sich zu einem Artikel auf queer.de.

Reaktionen aus Selbsthilfe und Aidshilfe und Selbsthilfe:
Die Schweizer Positivenvereinigung LHIVE begrüßte die Stellungnahme der EKAF. Michèle Meyer im Interview: ‚der Weg in eine Normalität
Stellungnahmen der Aids-Hilfe Düsseldorf, Aids-Hilfe Köln, Aids-Hilfe Wuppertal.
Michael schriebt dazu hier und hier im Welt-Aids-Tag-Blog.
Das Netzwerk positiv sagt „Danke Pietro Vernazza“.
Neue Wege sehen – neue Wege gehen!“ – die Haltung der Deutschen Aidshilfe.

offizielle und offiziöse Reaktionen:
Mitteilung ‚Die Botschaft zur Prävention von HIV bleibt dieselbe‘ auf gib-aids-keine-chance.de (eine Seite der BZgA)
Stellungnahme des RKI (dort auf pdf klicken) sowie weiteres in den FAQ (dort letzte Frage unten)
Dr. Hamouda, Leiter der Aids-Abteilung im Robert-Koch-Institut (RKI), äußerte sich u.a. im Tagesspiegel (‚Können HIV-Infizierte auf Kondome verzichten?‘) und in der FAZ (‚Safer Sex kein absolutes gebot mehr?‘). Zudem hat das RKI eine Stellungnahme veröffentlicht.
WHO: ‚HIV therapy does not eliminate transmission risk‘

weitere Reaktionen:
Das UN Integrated Regional Information Network berichtet, und die WHO betont, eine erfolgreiche Therapie eliminiere nicht das Transmissionsrisiko.
aidsmap behandelt das Thema in mehreren Artikeln, berichtet über die Schweizer Beschlüsse und weist u.a. darauf hin, dass nicht nachweisbare Viruslast im Blut nicht gleichbedeutend mit keine Infektiosität sei.
Interessant in diesem Kontext auch ein Urteil des Bundesgerichtshofs, das antiretrovirale Therapie bei der Beurteilung der (deutlich gesenkten) Infektiosität und strafrechtlichen Konsequenzen behandelt (Link auf den Seiten des LSVD).

Auch die USA hat die Diskussion erreicht:
Walter Armstrong ist ein langjähriger Aids-Aktivist (u.a. ACT UP) und war lange Jahre Herausgeber des US-Positiven-Magazins ‚POZ‘. Seinen Kommentar zu dem Schweizer Beschluss und Reaktionen in San Francisco darauf hat Michael Petrellis in seinem Blog dokumentiert: Ex-POZ-Editor: SF Strangles Gay Hopes From Swiss Study.
Michael dokumentiert auch die Stellungnahme von Dr. Paul Bellman, New York „Public Debate Needed on Swiss Study“.
Und (ebenfalls bei M.Petrellis) Dr. Joseph Sonnabend nimmt Stellung.

Dank an Michael für Unterstützung bei der Link-Sammlung …

92 Gedanken zu „Infektiosität unter Therapie: Reaktionen (akt.)“

  1. @ Dennis:
    danke für den link!
    allerdings ist nur der letzte text ganz unten zur ekaf, die davor stehenden faqs hingegen keinen bezug zu ekaf, sondern sind teils von 2004 …

    das resümé des textes scheint mir ja immerhin diskussions- und ausbaufähig …

    aus gestrigen erfahrungen kann ich nur betonen dass es wichtig sein wird, weiterhin bei dem thema am ball zu bleiben, darauf zu achten, dass das thema auf der agenda bleibt, und nicht nach einem proteststurm mit vereinten käften und einem ‚weiter so‘ unter den teppich gekehrt wird …

  2. ja den letzten text meinte ich . . . wenn man sich vor augen hält das die webside und gerade die fragen sehr fot aufgerufen weden dann finde ich ist dies schon ein beachtlicher schritt das man die FAQ um die thematik des schweizer berichtes im erweitert hat.

    das der proteststurm abebbt, denke ich nicht. das es aus den medien veschwindet . . .nun daily news changes daily . .
    b.t.w. ich dachte ich bin die kassandra vom dienst . . . 😉

  3. @ Dennis:
    stimmt, diese erweiterung der faq ist positiv
    ach nein, kassandra mag ich ja auch nicht sein — allein, gestern war ein proteststurm größeren ausmaßes zu fühlen … und ich befürchte, wir müssen noch viele dicke bretter bohren …

  4. realitycheck on

    außer dem forum indem wir beide unterwegs sind kenne ich kein anderes das zum einen so viele mitglieder hat nd um anderen wo mitunter so sachlich und fundiert untereinander kommunziert wird. schaut man jedoch genauer hin so stellt man fest das es immer wieder die üblichen vedächtigen sind die sich an diskussionen beteiligen. 😉 und das sind gemessen an der zahl der mitglieder sehr wenig. ich kenne noch einige andere hiv foren – aber dort ist buchstäblich “ tote hose“.

    (HIV) foren spiegeln die (HIV) gesellschaft wieder – d.h. nach meinem verständis das die agenda eher uninteressant für die meisten ist. es wird schon einer richten – für uns machen. man wird uns schon sagen wenn das menü angerichtet ist. an dieser versorgungshaltung die wir mit der muttermilch schon eingesgen haben hat sich nichts geändert- sie ist alive and kicking.

    die zenschläge werden durch hilfiger, hollywood und malle abgemildert – insofern unterscheiden sich hiv positive nicht vom rest der gesellschaft.

  5. Danke für den Hinweis auf das rki.

    Das rki nimmt dort die funktion des advocato diaboli ein, spürt rein medizinwissenschaftlich alle Unwägbarkeiten und noch nicht 100%ig abgesicherten Aussagen der EKAF auf und geht damit faktisch-wissenschaftlich vor.

    Mehr Datengrundlagen zu fordern ist durchaus auch in meinem Interesse.

    Auf meine berufliche Alltags-Beratungssituation bezogen stellt sich mir das rki als – im übertragenen Sinne – Ratsuchender dar, der von mir/bzw. der EKAF eine 100%ige Sicherheit haben will. Vom wissenschaftlichen Standpunkt ist dies absolut korrekt und nicht zu beanstanden. Wie so oft bei HIV – und im Leben – gibt es diese 100%ige Sicherheit aber nicht.

    Unberücksichtigt – weil (noch?) nicht-wissenschaftlich untermauert- bleiben aber Erfahrungswerte, die sich auf über einen längeren Zeitraum angesammelten Beobachtungen stützen, Schlussfolgerungen zulassen und die als Aspekt in die praktischen Beratung mit einfliessen.

    In der Einschätzung von Infektionsrisiken stelle ich die Alltagsrelevanz dem theoretisch denkbaren Infektionsrisiko gegenüber und komme dabei zu einer Abwägung. Nichts anderes tut die EKAF. Würden wir in den AIDS-Hilfen uns so verhalten wie das rki, hätten wir ein Problem, lebenspraktische Beratung zu leisten.

    In diesem Sinne entspricht das EKAF-Papier auch meinem/unserem bisherigen Vorgehen in der Beratung:
    Wir geben keine 100%ige Sicherheit, wo sie nicht ganz klar gegeben ist.
    Wir geben aber zusammen mit aktuellen Informationen eine Einschätzung ab, und
    Wir überlassen es der persönlichen Entscheidung des Individuums, wie es sein Risikomanagement daraufhin betreibt.

    Diesen Alltagssituationen im Leben mit HIV bleibt das rki eine Antwort schuldig, indem es sich unangreifbar in den Turm der Wissenschaft zurückzieht und sich dem lebendig gelebten Leben nicht stellt.

    Vielleicht ist dies auch nicht die Aufgabe des rki. Mit umso größerem Interesse warte ich auf eine Pressemitteilung der Deutschen AIDS-Hilfe, die in Kürze erscheinen soll.

  6. @ Dennis:
    tja, was das forum angeht, hast du recht … aber immerhin finden sich dort einige zum diskutieren … und vielleicht wäre auch das ein forum, dieses thema weiterhin im bewusstsein zu halten

  7. @ Michael:
    mein lieber, wieder einmal großes dankeschön – zu deinem kommentar in sachen 100% oder nicht. wir bewegen uns ja manchmal bei der debatte in bereichen jenseits des risikos, gleich morgen früh mit dem flugzeug abzustürzen …
    allerdings finde ich sehr interessant dabei (neben dem pro ereignis – risiko) das kumulierte risiko …
    grundsätzlich geht es eben um risikomanagement, dh hier riskominderung, nicht ein (realister unrealistisches) null-risiko. und wenn prävention glaubwürdig sein will, geht sie damit auch offen um …

  8. hallo ihr beiden

    bzgl des risikomanagements

    Wir überlassen es der persönlichen Entscheidung des Individuums, wie es sein Risikomanagement daraufhin betreibt.

    das sehe ich auch so michael

    und wenn prävention glaubwürdig sein will, geht sie damit auch offen um . . . . .

    und hier liegt der hase im pfeffer. safer sex = sicherer als sex ohne konom . . das ist klar? aber wie sicher – prozentual – ist ein kondom? kann sich das rki wirklich zu solch einer offenheit bekennen – sagen das sex mit kondom zu XX? sicher ist ( kondom als verhütungsmittel vor schwangerschaft liegt bei 80 %)? und wie würde das BMG darauf reagieren? und die gesellschaft . .würde sie es verstehen? ich denke nicht. nur schwarz weiß meldungen kommen an – wollen verstanden werden

  9. bin jetzt doch bei 3Sat nano mit den suchbegriffen „aids schweiz“ fündig geworden:

    Studien: Medikamente verhindern eine HIV-Übertragung
    Laut „Act Up“ betreffen die Ergebnisse nur eine kleine Zahl der Betroffenen

    © ap

    Mehrere Studien haben ergeben, dass Aids-Patienten auch bei ungeschütztem Sex den HI-Virus nicht übertragen, wenn sie sich einer Kombinationstherapie unterziehen. Wie die Kommission für Aidsfragen der Schweiz am Mittwoch, den 30. Januar 2008 bei der Vorstellung eines Berichts erläuterte, kamen vier Untersuchungen zu dem Schluss, dass nach einer mindestens sechs Monate langen Behandlung mit antiretroviralen Medikamenten keine Ansteckungsgefahr mehr bestehe.

    Laut der Kommission ergab eine zwischen 1990 und 2003 in Spanien erfolgte Studie mit 393 heterosexuellen Paaren, dass die HIV-positiven Partner ihre Krankheit nicht übertrugen. Drei ähnliche Studien in Brasilien, Uganda und bei Schwangeren kamen zu demselben Ergebnis. In Brasilien steckten sich den Angaben zufolge jedoch sechs Menschen an, weil sich ihre Partner nicht regelmäßig der Behandlung unterzogen.

    Gesundheitsbehörden und Aids-Initiativen kritisierten die Studien, da sie homosexuelle Paare nicht berücksichtigten. Der französischen Stiftung Act Up zufolge betreffen die Ergebnisse nur eine kleine Zahl der Betroffenen. „Wir haben nicht das Gefühl, dass der wissenschaftliche Beweis schlüssig ist“, sagte Roger Peabody von der in London ansässigen Aids-Stiftung „Terrence Higgins“.

  10. @ Michael:
    danke für die Link-Hinweise! Klasse, so entsteht ja tatsächlich eine kleine Feedback-Übersicht zu dem Thema!
    in sachen aidshilfe-köln stellungnahme: eigentlich in ihrer abwägung ja als erste reaktion ganz okay, nur „An den bisherigen Präventionsbotschaften hat sich eigentlich nichts geändert“ – nun dieser aussage kann ich so gar nicht zustimmen, es hat sich was geändert, und mit der neuen realität muss auch prävention umgehen …
    die ap-meldung hab ich auch gefunden die letzten tage und geschmunzelt, dass act up jetzt schon eine stiftung ist (natürlich nicht…)
    die düsseldorfer stelungnahme (hier http://duesseldorf.aidshilfe.de/index.php?id=40 derzeit zu finden), nun ja, selbstverständlich bleibt auch weiterhin jeder selbst für seinen schutz zuständig und verantworlich, was sonst?

    insgesamt zeigen die stellungnahmen m.e. deutlich eine gewisse ratlosigkeit, wie denn nun zu reagieren sei – bleibt zu hoffen, dass die dah bald mit einer stellungnahme heraus kommt. die rede majas am donnerstag abend wies eine gute richtung, ich werde mich bemühen die bald hier online stellen zu können …

  11. sehr gutes – sehr klares offenes interview . . .meine respekt

    how safe is safe . . .sehr gute frage.

    zur ahköln: stimmt 1 fall ist bekannt . . .
    eine 100 % sicherheit kann niemand geben

    mein liebe kölsche jecken – wer der meinung ist das das ziel der prävention und das verhindern von hiv neuinfzierungen 100 % sein müßte der hat ein realitätsproblem bzw ein verständnis problem was Leben betrifft. und – das ist meine pers meinung – sitzt am falschen arbeitsplatz

    generell tun sich beide aidshilfen schwer klare eigene stellungen zu beziehen. für mich weniger ratlosigkeit als ein zeichen dafür durch eine eindeutige stellungnahme pers nachteile zu befürchten.

  12. @ Dennis: Immerhin haben diese beiden AIDS-Hilfen etwas auf ihrer homepage stehen. Ich hab mal heute früh die größeren AHs abgegrast… und es ist erschreckend, dass die Stellungnahme der EKAF nicht einmal zur Kenntnis genommen wird – und zur Kenntnis gegeben wird. Schreckstarre überall – oder wie soll man das verstehen???

    Köln und Düseldorf gebührt die Anerkennung, dass sie überhaupt aktuell reagiert haben.

    Was ich bei beiden vermisse, ist, dass auch sie die Bedeutung der Stellungnahme der EKAF für das Leben als HIV-Positiver ausblenden und die Chance, offensive Interessensvertretung für Menschen mit HIV und AIDS zu sein, nicht ergreifen.

    Noch steckt in der ganzen Verwirrung eine große Chance: Wenn tatsächlich DAH, BZgA und BMG an einer gemeinsamen Pressemitteilung basteln, wäre es Aufgabe der DAH, das Potenzial der EKAF-Stellungnahme für eine deutliche Ent-Stigmatisierung zu nutzen und da BZgA und BMG mit ins Boot zu holen.

    Nicht nur von meiner Seite ist der Erwartungsdruck an die DAH hoch. WEr wenn nicht sie ist die Interessensvertretung der Menschen mit HIV und AIDS auf dieser politischen Ebene? Ich denke, nicht nur Prof. Vernazza braucht in seinem Forum Rückenstärkung von HIV-Positiven, auch bei der DAH würde es nicht schaden. ;-))

    Wäschekörbe von Emails an die DAH – dah@aidshilfe.de – könnten auch hilfreich sein, um besagte bevorstehende Pressemitteilung in eine Richtung zu befördern, die die Lebensqualität von HIV-Positiven unterstützt und diese nicht den Präventions-Bedenkenträgern opfert.

  13. @Michael

    Ich hab mal heute früh die größeren AHs abgegrast… und es ist erschreckend, dass die Stellungnahme der EKAF nicht einmal zur Kenntnis genommen wird – und zur Kenntnis gegeben wird. Schreckstarre überall – oder wie soll man das verstehen???

    Auf der BuPo 2006 in Leipzig zog sich wie ein unsichtbarer roter Faden eines durch die 3 tägige Veranstaltung: Das Dogma das die AH s ein Kind der Schwulen sind. Darüber so mein Eindrcuk täuschte auch nicht die Tatsache hinweg das es workshops für Migranten, Frauen , Behinderte, Heteros und alle gab hinweg. Das EKAF bezieht sich in seinem Bericht auf diskordante Paare die einen Kinderwunsch haben und sagen auch das es keine verläßliche Daten über Schwule unter einer funktionierenden Therapie gibt. es erscheint wie ein Witz – die Aidshilfen taten sich schwer alle übrigen HIV Positiven die nicht schwul sind in ihre arbeit einzubeziehen (bis auf die drogenarbeit – druckräume/nadeltausch) und werden jetzt was die Agenda des Berichts der EKAF betrifft ausgeschlossen. Eine mögliche Erklärung für die Zurückhaltung der AH`s.

  14. @ Dennis:
    auch wenn sich der eindruck auf den ersten blick aufdrängend mag (nicht wahrnehmen da hetero-daten), ich denke eine gewisse mögliche ignoranz mancher aidshilfen hat eher mit dem festhalten an gewohnten dogmen zu tun …
    dass ansonsten kaum eine ah etwas dazu online hat ist allerdings wirklich äußerst peinlich … und bedenklich

  15. @ Michael:
    ich denke die dah ist schon recht weit in dem prozeß ihre position zu finden – wenn ich an die rede czajka auf dem parl. abend denke … die hoffentlich bald online verfügbar sein wird …

  16. @ulli
    auf den berühmten paradigmenwechsel hat bernd aretz in leipig schon zart hingewiesen . . .:)

  17. worte – leicht wie eine feder – umschmeichelten meinen gehörgang, versetzten – welches zentrum in meinem alten hirn auch immer – in schwingungen die sich in einem grinsen entluden . . . . 🙂

  18. @ Michael:
    der bezieht sich ja in seinen aussagen auf STIs – die das transmissionsrisiko erhöhen können – und bewegt sich damit genau in dem rahmen dessen was ekaf sagt 😉

  19. @ulli

    ups sagte peter w. so hab ich das ja eigentlich gar nicht äh . . . . gemeint . . . 🙂

  20. In der Box-Ausgabe 3/2008

    http://www.box-online.de/

    „Weder Angstkampagnen noch Beschönigung“

    Rainer Schilling und Dirk Sander, alter und neuer Schwulenreferent der DAH, geben ein Interview „über die notwendige Weiterentwicklung der Präventionsarbeit, eine neue Kampagne der Deutschen AIDS-Hilfe (DAH) und über Veränderungen in der Wahrnehmung von HIV und AIDS)“, auf den Seiten 6-7

    Mir gefällt sehr, was beide zum Thema Solidarisierung / Entsolidarisierung in der schwulen Szene sagen.

    Und: „Es gibt nicht mehr nur Schwarz und Weiss“, meint, nicht allen geht es gut im Leben mit HIV, aber es geht auch nicht allen schlecht.

    Man könnte auch daraus ableiten: mit 2 Augen sieht man besser als nur mit einem.
    Also: wer nur das schlechte sieht, bzw. wer nur das leichte herausstellt, ist einäugig.

    Ich bekenne mich zur Beid-Äugigkeit 🙂

  21. @ Michael:
    danke für den hinweis.
    dieses bipolare denken irritiert mich ja auch immer – der mensch ist schlicht komplexer als eine schlicht plus-minus- oder schwarz-weiß- denke

    projekt information behandelt ekaf auch in der aktuellen ausgabe – leider noch nicht online

  22. @michael

    in den 90 ger jahren so mein eindruck war die solidarität und das bewußtsein über hiv innerhalb der scene wesentlich präsenter. vielleicht wurde es damals noch von der angst bestimmt – angst als ursache das man einfach noch nicht soviel über hiv wußte – und auch auch medis hate – wie heute. die ensolidarisierung heute ist auc ein gesellschaftliches problem kein schwulenspezifisches.

    vorhandes wissen alleine bedingt kein verantwortunsvolles handen. die ängste sind die gleichen geblieben heute wie damals. anfang der 90 gab es auch ne menge die gar nicht wissen wollten ob sie iv + sind oder nicht.

    insofern bin ich mir gar nicht so sicher ob eine einfachere – realistischere botschaft – mehr menschen dazu bewegen könnte „verantwortlicher zu handeln“.

    wobei . . . . . . ich denke schon das visuelle zenschläge wirkung auf das bewußtheit aller haben können 😉

  23. @ Dennis:

    leider wird oft interpretiert: wenn ich von mir spreche, sähe ich die anderen nicht. Und dann melden sich die „Ja aber“-Menschen…

    Ich möchte so verstanden werden, dass ich unmittelbar von mir rede – aber hoffe, dass andere auch wahrnehmen, dass mein Blickfeld – beidäugig – auch wahrnimmt, was um mich herum geschieht.

    Ich möchte gar nicht, dass Zen-Schläge nötig sind. Ich wünsche mir, dass wir einfach aufmerksam zuhörend miteinander umgehen. Manchmal tut auch ein Moment der Ruhe und des Nachsinnens gut.

    Ohne Aufmerksamkeit gibt es keine Solidarität.

  24. @michael

    mein psoting sind meine gedanken nachdem ich den artikel gelesen habe. nd – da geht es mir wie dir – ich spreche von mir – dem was – wie etwas erlebt – erfahren habe – das was um mich herum geschehen ist.

    der zen schlag ist kein schlag so wie wir „einen schlag“ verstehen. ein zenmeister geht zwischen mönchen entlang während diese meditieren. er nimmt wahr wenn ein mönch unachtsam ist – er in seiner konzentration auf die meditation nachäßt. in diesem moment macht der zenmeister den mönch mitels eines leichten schlages auf den rücken, den der mönch dankbar annimmt – auf das abschweifen der gedanken aufmerksam

    mit einem „verbalen zenschlag“ bringe ich zum ausdruck das man mittels worten – prägnanten slogans die menschen daran erinnern kann das sie in ihrer achtsamkeit nachgelassen haben und sie in ihren bemühungen achtsam zu sein nicht nachlassen sollen.

    oliviero tosacani hat sich imo visueller zenschläge – fotographien bedient um menschen zu erinnern nicht in ihrer achtsamkeit nachzulassen.

  25. Die DAH hat sich heute auf ihrer homepage erstmals zur EKAF geäussert:

    „Die bewährten Präventionsbotschaften zum Schutz vor HIV/Aids gelten nach wie vor“

    http://www.aidshilfe.de/index.php?id=11273&sessionLanguage=de&sessionCountry=DE

    Ich bin ENTSETZT und Schockiert! ICH FASS ES NICHT!!

    Primär geht es nicht um Präventionsstrategien, es geht um LEBENSQUALITÄT von HIV-Positiven! Und diese hat sich sehr wohl durch die medikamentengestützte Nicht-Infektiosität bzw. sehr sehr weit reduzierte Infektiosität verändert! Dazu schweigt die DAH?? Das ist doch alles nicht wahr!

    Kein Wort, dass der Inhalt des Statements der EKAF für Menschen mit HIV eine Entlastung und Entängstigung im Leben bedeutet! Unter Interessensvertretung verstehe ich etwas anderes!

    Die Veröffentlichung der DAH hat für mich den fiesen Beigeschmack: Hätte die EKAF doch bloss nichts gesagt! Alles Wissen um die Bedeutung nicht nachweisbarer Viruslast soll wieder ins Arzt-Patientengespräch verbannt werden und von der Öffentlichkeit ferngehalten werden. Ich wittere Verrat!

    Ausserdem diskriminiert die DAH in meinen Augen heterosexuelle HIV-Positive – zu denen sich die EKAF ja geäussert hat – , indem sie diese gar nicht erwähnt und nur kommentiert:
    „In Deutschland sind die meisten HIV-infizierten Personen jedoch Männer, die Sex mit Männern haben. Für die Übertragungswege bei homosexuellen Sexualkontakten gibt es keine vergleichbaren Daten.“

    ICH RUFE DAZU AUF:

    SCHICKT JETZT POSTALISCHE BRIEFE DIREKT AN DEM VORSTAND DER DAH UND FORDERT EIN, DASS INTERESSENSVERTRETUNG ETWAS ANDERES BEDEUTEn MUSS ALS DIESE MITTEILUNG!

    Schickt eine Kopie eures Schreibens auch an:

    Positiv e.V.
    c/o Waldschlösschen
    37130 Reinhausen bei Göttingen
    info(at)positiv-ev.de
    https://positiv-ev.de/index.html

  26. tja . .das alte schwulenproblem das sich schon in leipzig zeigte . . .was erlaubt sich die frau – der hetero auf ner schwulen veranstaltung das wort zu ergreifen. . . . . .

    Die BZgA und DAH sind sich einig:

    Auf der Kampagnen-Ebene werden wir an unseren bisherigen Safer-Sex-Botschaften festhalten.

    Nur: die neuen Forschungserkenntnisse gestalten unsere vereinten Präventionsbemühungen komplexer und eben auch schwieriger. Wir werden daher unsere Botschaften gerade in der Individualkommunikation erweitern müssen.

    Was verschwiegen, tabuisiert und/oder geleugnet wird, kann nicht gestaltet werden.

  27. Ausserdem diskriminiert die DAH in meinen Augen heterosexuelle HIV-Positive – zu denen sich die EKAF ja geäussert hat – , indem sie diese gar nicht erwähnt und nur kommentiert:
    “In Deutschland sind die meisten HIV-infizierten Personen jedoch Männer, die Sex mit Männern haben. Für die Übertragungswege bei homosexuellen Sexualkontakten gibt es keine vergleichbaren Daten.”

    Die Frage ist ob hier nicht ein Verstoß gegen das AGG vorliegt.

  28. Aber gerne, ondamaris! Meinen Senf zum Thema jetzt also bei „vorwärts nimmer – rückwärts immer“…

  29. @ Dennis
    Mensch Dennis, da liegen aber die Nerven blank.
    Die Epidemie ist in der Schweiz ganz anders verlaufen als in Deutschland. Es ist ein Erfolg der Prävention, dass in Deutschland der Virus – grundsätzlich gesprochen – in der Hauptbetroffenengrupe geblieben ist.
    Das AGG könnte höchstens bemüht werden in der Frage, warum gibt es noch keine evidenzbasierten Aussagen bzgl. des Infektionsrisikos unter sART zum Analverkehr bei Schwulen? Hier wird nicht „reproduktive“ („Kinderwunsch“) Sexualität klar diskriminiert. Man fragt sich als Schwuler unter sArt, der nicht in einer „monogamen“ Beziehung lebt: „Bin ich denn infektiöser als ein Hetero“.
    So wird ein Schuh draus!
    Man darf da auch gespannt sein auf die zukünftige Rechtsprechung.

  30. @ Alf

    Ich sags mal so. Gäbe es aussagekräftige Untersuchungen bzgl der gleichen Voraussetzungen des EKAF Papiers für Schwule unter einer Art für Analverkehr dann wäre die Stellungnahme freundlicher ausgefallen. So betrifft es nur eine Minderheit – Heteros. Imo wäre es kein Problem gewesen dies explizit in die Stellungname mit einzubeziehen – zu sagen das es für Heteros unter den Voraussetzungen in Betracht gezogen werden kann.

    Und was den Aspekt – mögliche Auswirkungen auf die Rechtssprechung haben kann – könnte . . da gebe ich dir recht. Auch hier Schweigen im Walde.

    Insofern stellt sich mir die Frage – was vertritt die DAH, für wen tritt sie ein?

  31. Ein aktueller Vortrag von Prof. Vernazza vom 28.2. auf dem St. Gallener Infektionstag soll im Netz eingestellt werden. Zur Zeit klappt es mit der Technik wohl noch nicht. Aber hier schon mal der link, wo man bald mehr lesen kann:

    Risiko der HIV-Transmission

    Paradigma-Wechsel in den letzen 20 Jahren zum Thema HIV-Übertragung. Was gilt heute noch als Risiko, und wo spielen irrationale Ängste mit.
    © Prof. Dr. Pietro Vernazza, Kantonsspital St. Gallen / 28. Februar 2008

    Hier auch noch mal der Hiwneis auf den Artikel in der Siegessäule März
    http://www.siegessaeule.de/universum.shtml
    mit der Ankündigung:

    „Die Deutsche AIDS-Hilfe (Wilhelmstraße 138, Kreuzberg) veranstaltet am 13.3. um 19 Uhr eine Diskussionsrunde zum Thema „Positiv und negativ – Wie leben HIV-diskordante Paare heute?“. Mit dabei: Pietro Vernazza (EKAF, angefragt), Martin Dannecker (Sexualwissenschaftler), Bernd Aretz (HIV-Selbsthilfe-Aktivist) u.a., Moderation: Holger Wicht“

  32. @ Dennis:
    bei mir funktioniert es und ich lande auf dem Bericht vom Infekttag.
    eventuell diesen Pfad sonst gehen:

    http://www.infekt.ch
    Home > Lehre & Forschung > Kongressberichte > 13. St. Galler Infekttag

  33. der link führt zu einer fehlermeldung von 1985 . . . . vorwärts in die vergangenheit . . .;)

  34. @Dennis
    Ich glaube nicht, dass die DAH die schwule Mafia ist. Die DAH (Haus und Verband) hat viele Perspektiven zu berücksichtigen.
    Die DAH hat auch noch gar keine eigene Stellungnahme zu EKAF abgegeben. Soll spätestens zu den Jäger-Tagen in Berlin passieren. Es gibt zwar EKAF, die Inhalte hat die DAH aber schon vorher kolportiert. Nur nicht in einer „gemeinsamen Pressemitteilung“.

  35. dass die dah viele perspektiven und sichtweisen berücksichtigt und zu einem meinungsbildungsprozess zusammenführen kann, war einst eine ihrer stärken – wäre schön, wenn das auch jetzt gilt. insofern: nicht aufeinander einprügeln, sondern sehen wo das ziel ist und darauf zu arbeiten …
    auf die jägertage und die stellungsnahme sind wir ja alle sehr gesapnnt …

  36. @ Alf
    Ja! – aber…

    Stimmt, die Inhalte der EKAV-Empfehlung werden von der DAH schon seit längerem (z.B. in ihren Beraterhandbüchern) weitgehend umgesetzt, sachlich und unaufgeregt; sozusagen stillschweigend.

    Was aber an der EKAV-Presseerklärung die eigentliche Aufregung ausgelöst hat ist etwas anderes: nämlich dass
    „erstmals öffentlich und eindrücklich klargestellt wird, dass die bisherige Risikoeinschätzung in der Gesellschaft über die Ansteckungsgefahr, die von HIV-Infizierten ausgeht, eher Mythos als Realität ist.“
    Dieses Zitat ist aus der – eben doch schon vorhandenen – Stellungnahme der DAH vom 14.2.08.

    Durch das Agieren der Gesundheitsbehörden und der DAH in den letzten Tagen entsteht aber der Eindruck, dass dieses „öffentlich und eindrücklich“ jetzt möglichst wieder zurückgeholt werden soll, also quasi Prävention im Hinterzimmer betrieben werden soll nach dem Motto „Ich weiss was, was Du nicht weisst!“.

    Das wäre dann „Prävention unter der Nachweisgrenze“…

  37. mittlerweile hat sich auch das gab magazin dazu geäußert.

    http://www.gab-magazin.de/dynasite.cfm?dsmid=85383

    märz ausgabe download – seite 12

    so merkt den auf ihr schwulen männer . . . . immer schön weiter den kopf in den sand stecken . . . . den wisset . . .das leben ist 100% sicher. zwar sind wir noch auf der suche um die thes zu untermauern . . . . . doch bis dahin . . . dummheit, angst und unwissenheit ist euer bester freund . .

  38. @ Dennis:
    danke für den link … werd versuchen es die nächsten tage zu lesen … im augenblick sind erstmal jägertage und bewegungen ortsansässiger und nicht ortsansässiger anstalten zu beobachten …

  39. @ Michael:
    danke!
    da reicht leider für mich mein niederländisch nicht aus. bin ja gespannt, was bei dah-rki-bzga noch rauskommt …

  40. Berichterstattung mit Bezug zur EKAF über die Münchner AIDS-Tage in Berlin:

    Pharmazeutische Zeitung
    http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=21&type=0

    Zitat Dr. Jäger:
    «Die weltweit dringend benötigte Impfung gibt es zwar noch nicht, aber mit den modernen Medikamenten kann die Viruslast im Blut so stark gesenkt werden, dass die Patienten nicht mehr ansteckend sind.» So finde man im Blut eines Neuinfizierten mehrere Millionen HI-Viren pro Milliliter. Durch die medikamentöse Behandlung sinke die Viruslast jedoch häufig unter die Nachweisgrenze von 40 Viren pro Milliliter.

    (Die Pharmazeutische Zeitung scheint die einzige zu sein, die diese Passage aus der sonst recht gleich veröffentlichten Pressemitteilung publiziert hat – oder soll dies ein extra-Interviewteil mit Dr. Jäger gewesen sein. Kennt jemand den Orginaltext, der als PM herausgegeben wurde?)

    AIDS-Hilfe Köln warnt weiter und für WDR5 gleich der ganze AIDS-Kongress:
    http://www.wdr5.de/sendungen/morgenecho/088568.phtml
    Auftakt der 12. Münchner AIDS-Tage mit brisanten Themen: Macht der medizinische Fortschritt ungeschützten Sex mit HIV-Patienten wieder möglich?

  41. @ admin / Morgenecho

    entweder kopieren in word und von da aus reinstarten oder bei wdr5 im suchbegriff „münchern aids-tage“ eingeben.

    Hier die Ankündigung auf der homepage wdr5:

    Gefährliche Sorglosigkeit: AIDS-Kongress warnt

    INTERVIEW mit Carlos Stemmerich, AIDS-Hilfe Köln (1985 gegründet)

    Aidsschleife; Rechte: dpa Morgenecho vom 14. März 2008, 7.45 Uhr

    Auftakt der 12. Münchner AIDS-Tage mit brisanten Themen: Macht der medizinische Fortschritt ungeschützten Sex mit HIV-Patienten wieder möglich? Oder ist das die gefährliche Vereinfachung komplizierter Forschungsergebnisse? Welche Bevölkerungsgruppen sind inzwischen besonders von Neu-Infektionen betroffen und welche Hilfen gibt es für sie?

  42. @ Michael:
    danke für die links – gerade wegen der passage jäger 😉
    link morgenecho scheint broken?

  43. die große niederlandische Tagezeitung „de Volkskrant“ titelt heute am 16.4.08:

    http://www.volkskrant.nl/buitenland/article527534.ece/Hardnekkig_misverstand_over_hiv-besmettingen

    „Härtnäckiges Missverständnis über HIV-Übertragung

    Mediziner wissen schon lange, dass Patienten, die ihre Medikamente schlucken, nicht mehr infektiös sind. ….“

    – so gut ist mein niederländisch aber noch nicht, dass ich mühelos den Rest mal locker übersetzen könnte. 🙂

  44. „Risikominimierung statt Angstkampagnen“, dafür spricht sich DAH-Geschäftsführer Luis Escobar am 14.5.08 in diesem Artikel in der Zeitung „Neues Deutschland“ aus.
    http://www.neues-deutschland.de/artikel/128634.risikominimierung-statt-angstkampagnen.html?sstr=aids|escobar

    Diese Lektüre sei allen Interessierten sehr empfohlen.

    In dem Beitrag finden sich für begrüssenswert deutliche Passagen:

    „…Im Endeffekt geht es darum, den Menschen eine realistische Gefahrenprognose bezüglich der HIV-Infektionswege und -risiken zu vemitteln und Interessensvertreter der HIV-Positiven zu sein…

    „… Wir dürfen den Mut haben, uns von einer nicht mehr sachgerechten Dramatisierung der HIV-Infektion zu verabschieden, und ich hoffe, dass die oft irrationale Angst, die in den letzten 25 Jahren zu einer ungebrochenen Stigmatisierung von Menschen mit HIV geführt hat, damit nun endgültig beendet ist.“

    Ein weiterer Beitrag mit Statements der Deutschen AIDS-Hilfe ist erschienen in der Ausgabe Mai 2008 der „Medical Tribune“
    http://www.medical-tribune.de/patienten/magazin/22516/

  45. @ Michael:
    wieder einmal: danke für die links! klasse …
    aber am spannendsten wirds ja, wenn endlich mal das joint statement rauskommt …

  46. Pingback: AIDS- Wege aus der Angst: Welt-Aids-Tag
  47. danke für den link zur ND und deinem text in dem blog Michael.

    So langsam dürft sich mal was bewegen sollte nicht der sandmann die oberhand gewinnen . . . .

  48. Der schweizer Roger Staub @ EU HIV/AIDS Think Tank 9-10 April 2008
    The Swiss recommendations – Public Health aspects
    http://ec.europa.eu/health/ph_threats/com/aids/docs/ev_20080409_rd03_en.pdf

    Bernard Hirschel @ Australasian Society for HIV Medicine:
    HAART and Contagiousness
    http://www.ashm.org.au/news/295/

    Ich selbst (auf Niederländisch) @ Hivnet.org: Ist ungeschützten Sex unter Umständen ohne Risico/Safe?
    Is onbeschermde seks onder omstandigheden veilig?!
    http://www.hivnet.org/index.php?option=com_content&task=view&id=6369&Itemid=482

    Die Situation in den Niederlanden ist chaotisch.
    Aids Fonds / Soa Aids Nederland (AF/SANL) kritisieren das EKAF Beschluss. Die information darüber ist aber auf ihre Webseiten verschwunden!

    Schorer unterstützt das Beschluss, aber ‚das darf man nicht sagen‘ so wie sie mir das mal mitteilten :
    Weinig hiv in je bloed dus niet zonder condoom Wenig HIV im Blut, also nicht ohne Gummi.
    http://www.homohivplus.nl/nieuws/Weinig%20hiv%20in%20je%20bloed%20dus%20niet%20zonder%20condoom.html

    „Als de Zwitserse informatie klopt zouden mensen met hiv met hun vaste partners condooms kunnen weglaten als zij aan alle voorwaarden voldoen en hun partner instemt met de keuze.“
    Wenn die Schweizerische Informationen richtig sein würde, könnten HIV-positiven mit ihren festen Parner die Kondome weglassen wenn sie allen Bedingungen erfüllen und ihre Partner einstimmen mit dieser Wahl.

    Und die Hiv Vereniging Nederland? Wir haben versucht zu einem gemeinsamen Standpunkt zu kommen. Wir konnten aber nicht einstimmen mit AF/SANL. Schorer kam mit einem eigenen Standpunkt.
    Also wir sind “neutral”. Der Betroffene/Die Betroffenen müssen selber entscheiden auf Basis von guten und möglichst vollständigen Informationen . De facto ist das gleich an dasjenige was die EKAF sagt. Wir begrüssen das entstigmatisierende Resultat/Effekt des EKAF Blickpunkts.

  49. @ Kees:
    danke für den hinweis!
    nun – aidsaufklärung ist mir seit actup-zeiten in unschöner sektiererischer erinnerung …

  50. Habe mir jetzt mal die beiden aktuellen Artikel in der Schweizerischen Ärztezeitung reingetan. Zu finden und zu lesen unten auf:
    http://www.saez.ch/html_d/2008/2008-30.Html
    Ich bin schon sehr erstaunt, was die (ärztliche) Aids-Aufklärung Schweiz (AAS; sic!) sich da zusammenfaselt: Angst sei ein guter Ratgeber in der Prävention; die EKAF unterliefe die „präventive Wirkung von Gesetzen“, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen:
    Präventivgesetze gehören in Diktaturen, nicht aber in demokratisch verfasste auf sense beruhenden Demokratien. Es ist von „Safe-Sex-Botschaften“ die Rede, es wird unterschlagen, dass es immer safer-sex-Botschaften waren, mit einem gewissen Restrisiko eben, welches aber als Gesamtstrategie allein und anerkannt wirksam war und ist. Stark finde ich auch, dass man bei der AAS unter ärztlicher Ethik versteht, den vom Schicksal gebäugten Menschen ihre Mitmenschlichkeit bewahren zu helfen; als ob HIV die Mitmenschlichkeit abbauen würde. Am Ende aber noch ein wunderbares Eigentor. Dort heisst es: „Eine ideologisch-politische Motivation ist für HIV-Präventionsempfehlungen ungeeignet“. Da kann man dann mal voll zustimmen. – Und ab damit in die Tonne!
    Erfrischend ethisch kommt dann die kurze Replik von dem großen Vernazza daher. Er spricht vom mündigen Bürger, der Informnationen in sinnvolles Handeln umsetzen soll und kann. Von Entstigmatisierung und – ja – Entlastung statt „Entwarnung“.
    Der arme Mann mit seiner EKAF-Ruhmes-Truppe muss wahrscheinlich doch noch länger auf ein Denkmal warten. Zwischenzeitlich schlage ich vor den Welt-Aids-Tag in Vernazza-Day umzutaufen. Da feiern wir dann mal wieder.

  51. @ alf:
    ja, ziemlich erschreckend, was da von denen kommt … und ich fühl mich an ein deutsches bundesland im norden erinnert …
    vielleicht sollte man sich nochmal um die hintergründe von aas kümmern …

  52. @ Kees:
    wie immer – danke lieber kees für den hinweis.
    nun bin ich noch gespannter auf die ekaf-bezogenen workshops in mexico! vor allem auch, wie vernazza sich dazu weiter positioniert … seine erklärung auf infekt.ch scheint mir recht überzeugend …
    lg ulli

  53. ein Video und podcastvom Symposion „HIV Transmission under ART“ ist in voller Länge hier eingestellt:

    http://www.kaisernetwork.org/health_cast/hcast_index.cfm?display=detail&hc=2860

    weitere aktuelle BErichterstattungen:

    3.8.08 AIDS-Hilfe Schweiz: „Mexico Highlights – Symposium „HIV Transmission under ART“
    http://www.aids.ch/d/medien/iac.php

    4.8.08 ABC-News: „Sex report stirs controversy at AIDS conference“
    http://www.abc.net.au/news/stories/2008/08/04/2323591.htm

  54. Pingback: AIDS – Wege aus der Angst « Termabox
  55. die British HIV Association diskutiert über EKAF und die Folgen:
    http://www.aidsmap.com/en/news/257AC2BD-BC4D-4B12-8A6A-954CBECCAEE0.asp
    „There was broad consensus at last week’s autumn conference of the British HIV Association that effective HIV treatment significantly reduces the risk of HIV transmission. But nobody – even a leading proponent of what has become known as the `Swiss statement` – was prepared to say that HIV transmissions never occurred when an individual had an undetectable viral load. …“

  56. tja das nenne ich open minded. das positive im statement sehen – wach und dennoch kritisch bleiben. sehr gut.
    diese verbissene art mit dem man hier in deutschland dem schweizer statement teilweise begegnet weil „nicht sein kann was nicht sein darf “ ist für mich nicht nachvollziehbar . . . . . .

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