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positiv schwul – Leben mit HIV und Aids

keine Infektiosität bei erfolgreicher HIV-Therapie ohne andere STDs

30. Januar 2008 | Von | Kategorie: mit HIV leben

Die Schweizer “Eidgenössische Kommission für Aidsfragen” (EKAF) hat inzwischen ihren mit Spannung erwarteten Beschluss publiziert zur Frage, wie es mit der Infektiosität von HIV-Positiven bei erfolgreicher antiretroviraler Therapie aussieht.

Dort heißt es:

Die Eidgenössische Kommission für Aidsfragen (EKAF) hält auf Antrag der Fachkommission Klinik und Therapie des Bundesamts für Gesundheit, nach Kenntnis der wissenschaftlichen Fakten und nach eingehender Diskussion fest: Eine HIV-infizierte Person ohne andere STD [sexuell übertragbare Erkrankungen, d.Verf.] unter einer antiretroviralen Therapie (ART) mit vollständig supprimierter Virämie (im Folgenden: ‘wirksame ART’) ist sexuell nicht infektiös, d.h., sie gibt das HI-Virus über Sexualkontakte nicht weiter, solange folgende Bedingungen erfüllt sind:
- die antiretrovirale Therapie (ART) wird durch den HIV-infizierten Menschen eingehalten und durch den behandelnden Arzt kontrolliert;
- die Viruslast (VL) liegt seit mindestens sechs Monaten unter der Nachweisgrenze (d.h., die Virämie ist supprimiert);
- es bestehen keine Infektionen mit anderen sexuell übertragbaren Erregern (STD).”

Die EKAF teilt auch dezidiert mit, warum sie diesen Text publiziert: “Die EKAF will Menschen mit und ohne HIV-Infektion Ängste nehmen und dadurch einem Teil der etwa 17.000 in der Schweiz lebenden HIV-infizierten Menschen ein weitgehend ‘normales’ Sexleben ermöglichen”.

Die EKAF beziffert auch das konkrete Risiko: “Das Risiko einer HIV-Übertragung beim Sex ohne Kondom unter vollständig supprimierter Viruslast ist deutlich geringer als 1:100.000. Das verbleibende Restrisiko lässt sich zwar wissenschaftlich nicht ausschließen, es ist aber nach Beurteilung der EKAF und der beteiligten Organisationen vernachlässigbar klein.”

Die Schweizer Positivenvereinigung LHIVE begrüßte die Stellungnahme der EKAF.

Der Artikel “HIV-infizierte Menschen ohne andere STD sind unter wirksamer antiretroviraler Therapie sexuell nicht infektiös” (Pietro Vernazza, Bernard Hirschel, Enos Bernasconi, Markus Flepp, alle Eidgenössische Kommission für Aidsfragen, Fachkommission Klinik und Therapie des Bundesamts für Gesundheit (BAG) ) steht als pdf online in deutscher Sprache hier, in französischer Sprache hier.

Die bisher zum Thema Infektionsrisiko unter Therapie widersprüchlichen Signale sind damit um eine klare Stimme aus der Schweiz reicher und bestätigen frühere Meldungen, dass das Transmissionrisiko unter HAART vernachlässigbar klein sei.
Und die Österreicher, die vor einer Mogelpackung warnten? Hier ticken die Uhren wohl immer noch anders …

Nun steht die Frage im Raum, wann die deutsche Gesundheitspolitik (und wie) auf die eindeutigen Schweizer Aussagen reagiert.
Zudem ist zu hoffen, dass diese nun fundiert vorgetragene Position auch in der deutschen Rechtsprechung Berücksichtigung findet.

Nachtrag 01.02.2008:
zwei interessante Artikel von Prof. Vernazza zum Thema: “Die HIV-Prävention wird einfacher – also komplexer!” (pdf), und “HIV-Therapie wirkt auch präventiv“.

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185 Kommentare
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  1. [...] es scheint auch Informations-Defizite zu geben: Die Chancen z.B., die eine erfolgreiche Therapie auch zur Reduzierung des Infekti­onsrisikos bietet, sind bisher nur wenig bekannt: „95% aller Befragten – und auch 95% aller HIV-positiven [...]

  2. da bin ich doch mal gespannt ob und in welchem rahmen das bei einer “strafzumessung” berücksichtigung findet.
    und – ist die informationsflicht – “ich bin hiv + aber meine vl ist unter der nachweisgrenze von 40 kopien/ml – damit aufgehoben?

    ich z.b. halte meine Art nachweislich konsequent ein und habe nie nich andere ST gehabt. und dennoch – im verlauf der Jahre gab es imer wieder die sogenannten PLIPS – aussreiser die sich erst in den ergebnissen nach zwei ergebnissen unter der vl rausstellten. d.h. monate 1 – 6 vl unter 40. blutbanahme im monat 7. ergebnis ende monat 7 und da war er dann der plip – der ausreiser.

    natürlich ist der supergau – the one wrong fuck – recht unwahrscheinlich aber dennoch passiert es. wie wird das dann strefrecht interpretiert werden. der angeklagte hat es dem partnerIn gesagt das seine art unter der vl seit 6 monaten liegt und – das er keine std hat.

    viel wichtiger ist aber die politische dimension – botschaft und die einstellung der gesellschaft. was nützt es wenn wir die hiv positiven den sachverhalt verstehen solange “johann und johanna dumpfbacke” immer noch oder wieder nur über halbwissen verfügen bzw in den köpfen immer noch die gleichen vorurteile herrschen wie anno 1985. selbst nicht wenige in der junge ärztegeneration ist ja heute wieder mit dämlichkeit gesegnet das es einen manchmal nur so graust.

    ja . .nennt mich ruhig bedenketräger . . .ich kann damit leben . . . . ;)

  3. @ dennis:
    tja … du justiz ist unabhängig (gottseidank) – aber ‘spread the word’, je mehr davon erfahren, desto besser …

    was die ‘informationspflicht’ angeht – frage für den juristen (der ich nicht bin)

    was die blips angeht – keine ahnung, dazu sagt die ekaf direkt nichts, ob solch ein kurzfristiger anstieg auch schon infektionsrelevant ist …

    ach nein, ich nenn dich ja nicht bedenkenträger (ich mag ja eher kontroverse diskussionen als langweilige ja-sager ;-) )… aber ich glaube, diese für einige (nicht nur positive) menschen wichtige botschaft sollte weiter verbreitet werden …

  4. diese für einige (nicht nur positive) menschen wichtige botschaft sollte weiter verbreitet werden . .

    natürlich . . das seh ich doch auch so . .wird doch durch solche meldungen wieder mal das “personal reflektions und hinterfragungsprogramm” auf der inneren festplatte gestartet . . . :) insofern bewegung ist immer gut . . .;)

  5. @ Dennis:
    also … dann auf in bewegung :-) ) … hoffentlich ist meine innere festplatte noch in schwung ;-)

  6. lieber ulli
    hier unsere medienmitteilung dazu
    heute abend 23.00h sat3 schauen 10vor 10
    gruss
    m

    Mittwoch 30.Januar 14Uhr

    Medienmitteilung

    LHIVE, die Organisation der Menschen mit HIV und AIDS in der Schweiz, begrüsst die jüngste Stellungnahme* der Eidgenössischen Kommission für AIDS-Fragen (EKAF):

    Menschen mit HIV sind unter einer erfolgreichen, kontrollierten antiviralen Therapie nicht infektiös.

    Wir sind überzeugt, dass nachhaltig wirksame Prävention nur möglich ist, wenn die wissenschaftlichen Erkenntnisse in Aufklärung und Präventionsbotschaften einbezogen werden.
    Die in den letzten Jahren, im Namen der Prävention gut gemeinte Zurückhaltung von Informationen hat zu Unsicherheiten und widersprüchlicher Beratungspraxis geführt.
    Die damit einhergehende Aufrechterhaltung von Angst und Ausgrenzung HIV positiver Menschen hatte eine unnötige Beeinträchtigung der Lebensqualität von Menschen mit HIV und AIDS zur Folge.

    Darum fordert LHIVE, dass jegliche neue wissenschaftliche Erkenntnisse den betroffenen HIV- Patientinnen und Patienten, den Beratenden und den behandelnden Ärzten, den Pflegenden und letztlich auch der Öffentlichkeit kohärent und transparent kommuniziert werden.

    Die Erkenntinsse um die Nicht-Infektiosität müssen auch in der Rechtssprechung endlich berücksichtigt werden. Es ist nicht länger haltbar, dass Menschen mit HIV, nach Art. 231 StGB weiterhin wegen versuchter Verbreitung einer gefährlichen menschlichen Krankheit angeklagt und verurteilt werden, wenn eine HIV-Übertragung de facto nicht möglich ist.

    Diese zusätzlichen Erfolge der medizinischen Behandlung der HIV-Infektion müssen insofern auch eine Auswirkung auf die freie Therapie-Entscheidung der PatientInnen haben, als dass ein Therapiebeginn auch unter dem Aspekt der Prävention möglich sein soll.

    Michèle Meyer
    Präsidentin LHIVE

  7. @ Michèle:
    danke – hatt ich oben auch schon verlinkt :-)
    lg ulli

  8. ups…excusé
    ich hab zu viel um die ohren heute
    liebe grüsse
    michèle

  9. PS, da es zum Thema passt:

    In letzter Zeit hat es ein BGH-Urteil gegeben, das ein erlassenes Urteil aufhebt und den Fall erneut an das vorherige Gericht zurückverweist.

    Dort heisst es:

    Das Landgericht hat sich nach ausreichender Würdigung der Tatumstände vor dem Hintergrund des nach Überzeugung des Angeklagten von ihm ausgehenden Aids-Ansteckungsrisikos von 1:1.000 in allen 25 Fällen des von ihm praktizierten ungeschützten oralen und vaginalen Geschlechtsver-kehrs rechtsfehlerfrei von einem bedingten Körperverletzungsvorsatz überzeugt (vgl. BGH NJW 1992, 2644, 2645 f., insoweit in BGHSt 38, 300 nicht abgedruckt).
    Das neue Tatgericht wird insoweit bei der Strafrahmenfindung und Einzelstrafbemessung zu berücksichtigen haben, dass das vom Angeklagten objektiv ausgehende Ansteckungsrisiko (1:1 Mio.) durch die erfolgreiche Medikation des Angeklagten nachhaltig geringer als vom Angeklagten angenommen und darüber hinaus in 24 Fällen durch den vom Angeklagten praktizierten coitus interruptus noch weiter verringert war (vgl. BGHSt 36, 1, 8).

    Urteil vom April 2007 – Link dazu auf den Seiten vom LSVD.

    D.h. das BGH sieht das objektive Ansteckungsrisiko von 1 zu 1 Mio (sogar noch geringer, da meistens nicht ejakuliert wurde) und ordnet an, diesen Sachverhalt bei der Straffindung zu berücksichtigen.

  10. @ Michèle:
    na – nichts zu entschuldigen – so hat jeder den text auch direkt hier zum nachlesen :-)
    lg

  11. @ ospite:
    DANKE für den hinweis auf dieses bemerkenswerte urteil!

    hier der link zur lsvd-fundstelle http://typo3.lsvd.de/142.0.html#c581 .
    der dort aufgeführte link zum bgh / urteil ist leider falsch (führt zu einem anderen urteil) :-(

    schön, dass langsam was davon in der rechtsprechung (zumindest “oben”) ankommt …

  12. @ all:
    der vollständigkeit halber sei diese nam-meldung nachgereicht, die den schweizern zu widersprechen scheint: ‘nicht nachweisbare viruslast im blut ist nicht null infektionsrisiko: http://www.aidsmap.com/en/news/167784F9-FD3C-4148-8AB3-F669FE941BB3.asp

  13. @ Ulli/all:

    Der Link ist richtig! Die hier bedeutsamen Aussagen finden sich in den Textziffern 12 und 13 des Urteils. Der in dem Verfahren Angeklagte hat sich übrigens selbst keinen Gefallen getan, weil er sich vor Gericht in seiner Argumentation mit einem viel zu hohen Ansteckungsrisiko eingelassen hat. Daraus hat man ihm dann den Strick des bedingten Körperverletzungsvorsatzes gedreht.

  14. @ Ulli

    Ich sehe keinen Wiederspruch zwischen der EKAF-Meinung und der Meldung auf aidsmap. EKAF hat ja keine Freifahrtschein ausgestellt sondern explizit gesagt:
    “Unter diesen Bedingungen kann ein Paar, in dem der eine Partner HIV-infiziert und der andere HIVnegativ ist („serodifferentes“ Paar), sich entscheiden, ob es auf weitere Schutzmassnahmen beim Sex verzichtet. Dies ist eine gute und relevante Nachricht für wenige Tausend Betroffene in der Schweiz, die in einer festen und serodifferenten Partnerschaft leben.” Für alles anderen bleib auch das EKAF bei den üblichen Empfehlungen.

    Auch EKAF behauptet nicht, dass keine nachweisbare VL keine VL bedeutet. Letzlich kommt man in der Schweiz, was ich sehr gut finde, zu der Ansicht, dass das verbleibende Infektionsrisiko so gering ist, das es unter bestimmten Voraussetzungen vernachlässigt werden kann.

  15. Hi Ulli,

    genau, was sagt die grosse DAH oder bzw. BZgA dazu? Ich fand heute eine Pressemeldung, welche die studienrelevanten Personen näher beleuchtet (http://afp.google.com/article/ALeqM5hPTEftrF9N6W0aTi1oFd7ytBZ_Rw), mit dem Hinweis, dass keine homosexuellen Paare mit in die Untersuchungen einbezogen wurden.

    Schliesslich unterscheiden sich die Gruppen in ihrem Sexualverhalten, z.b. was die Häufigkeit der ungeschützten Kontakte angeht. Ich kann mir schlecht vorstellen, dass auf einer Gangbangparty usw. ein informativer Austausch zwischen den Beteiligten stattfindet, wer wieviel Viren im Blut hat, und ob jeder seine Therapie konsequent einhält. Vielmehr hilft diese Studie homosexuellen Paaren, die zusammenleben und deren Sexualleben bisher aufgrund mangelndem Wissen immer einen gewissen Unsicherheitsfaktor trug.

    Wie Dennis bemerkte, sind jedoch ein Grossteil der Positiven und vorallem der Negativen nicht fähig diese Nachricht richtig zu interpretieren, sondern sie lediglich als Freifahrtsschein zu benutzen. Wer liest den Inhalt so genau, wenn in der Überschrift bereits “Ungefährlichkeit” hervorgehoben wird? “Bums ohne Dings” reicht manchen schon, um loszulegen und anderen dann vorzuwerfen, sie lesen wohl keine Zeitung…

    Deswegen bin ich bei solchen Pressemeldungen immer vorsichtig, wie sie in der Bevölkerung ankommen, da ich aus der Vergangenheit weiss, wie die Leute auf Schlagzeilen wie “Heilung” oder “Medikament killt Virus” reagieren,

    lg Kalle

  16. @ TheGayDissenter:
    in sachen urteils-link: du hast natürlich recht – da war ich einfach zu schnell heute morgen :-(

    in sachen ekaf – aidsmap seh ich auch keinen widerspruch – ich hatt ja bewusst “scheint” geschrieben ;-) – jetzt bin ich gespannt, ob sich hierzulande eine ‘restrisiko’-diskussion entspannt …

  17. yeap . . so ist es ulli.

    ich bin mal gespannt wie sich diese diskussion hier in unserem schönen lande entwickeln wird. und ganz besonders auf die reaktionen vieler hiv positiver. ich räum schon mal alle meine schubladen aus und leg mir n packen labels zurecht. :)

  18. @ all:
    wie zu hören ist, wird in deutschland am versuch einer empfehlung gearbeitet … bleibt zu hoffen, dass die schweizer empfehlung hier beispielhaft wirkt …

  19. @ all:
    ein weiterer nachtrag: prof. vernazza, einer der autoren der schweizer empfehlung, scheint sehr an feedback interessiert zu sein. unter http://www.infekt.ch/index.php?artID=1427 findet sich ein link zu einem forum … für unsere feedbacks …
    dort gibt’s nebenbei auch ein interview mit ihm als mp3 …

  20. @ dennis & @ all:

    ich denke gerade um auch hierzulande eine diskussion und vor allem ein ergebnis in unserem sinne zu erreichen, ist es wichtig, die autoren der schweizer empfehlung zu unterstützen (s.o.) und gleichzeitig auch hierzulande deutlich zu machen, dass die offizielle aidspolitik hierzulande reagieren muss (hätte sie agiert und nicht auf die schweiz gewartet,. wäre mir das noch lieber gewesen).

    vor allem aber gilt es, jetzt mit vielen positiven stimmen ein rollback zu verhindern, das einige an verantwortlichen stellen in der deutschen aidspolitik zu gerne hätten … ich möchte lieber schweizer zustände als österreichische verhältnisse …

  21. @ Kalle:
    die vernazza-studien bezogen sich m.w. auf heterosexuelle konstellationen, das ist auch einer der diskussionspunkte. daten zu analverkehr gibt es in diesem kontext (erfolgreiche haart etc) meines wissens bisher (leider) nicht

    die dah ist hoffe ich in großen teilen auf der schweizer linie
    was die meinung der bzga angeht … oh die wage ich mir gar nicht vorzustellen – deswegen ist ja unterstützung für die schweizer linie so wichtig (auch im forum von prof. vernazza)

    der schweizer text war übrigens keine pressemitteilung, sondern ein offizielles statement der schweizer aidskommission … also schon von einigem ‘gewicht’

  22. richtig
    es ist eine Empfehlung der eidgenössischen Komission, die nun auch veröffentlicht wurde.Die EKAF ist eine beratende Kommission des Bundesamtes für Gesundheit, deren Mitglieder sind vom Bundesrat gewählt!

  23. @ Michèle:
    danke für die klarstellung der bedeutung der ekaf :-)

  24. . . . wenn jemand und ganz besonders in einer institution wie einer aids hilfe oder einer sonstigen organistion oder stelle wie der BZGA nicht fähig ist zu lesen UND zu verstehen, sich fremden sichtweisen verschließt bzw sich EINZULASSEN . . .dann sind solche PERSONEN definitv fehl an besagtem platz. insofern kann, darf und muß es auch auf eine konfrontation hinauslaufen. es kann nicht angehen das sich menschen von einer minderheit in eine richtung schicken oder bewegen lassen an deren ende man mit angst zerfressender seele steht.

  25. bei aller euphorie . . . dem link in Ullis posting nr 12 darf man nicht außer acht lassen. der wird – so sicher wie das amen in der kirche – als gegenbeweis und zur untermauerung existierender sichtweisen verwendet werden obwohl man sehr differenziert lesen muß.

  26. Hi Ulli,

    mit Pressemitteilung meinte ich, dass es heute durch die Presse geht, und ich die Nachricht in den Google-News bei BLICK, NZZ usw. gefunden habe. In Partnerschaften, bei welchen ein Partner HIV-positiv ist, ist unter bestimmten Umständen Sex ohne Kondom denkbar. Bei neuen Partnerschaften oder bei ONS bleibt Safer Sex dennoch ein wirksamer Schutz.

    “Die Aussage «HIV-infizierte Menschen ohne andere
    STD sind unter wirksamer ART sexuell nicht
    infektiös» verändert die Präventionsstrategie der
    Schweiz nicht. Ausserhalb einer festen Beziehung
    geht die Selbstschutzpflicht vor: Keine HIVnegative
    Person soll bei einer sexuellen Begegnung
    auf den Selbstschutz verzichten. Wenn sie
    sich auf die Aussage des Gegenübers «ich bin
    HIV-negativ» oder «ich bin unter wirksamer
    ART» verlässt, geht sie ein HIV-Infektionsrisiko
    ein, da sie die Zuverlässigkeit der Aussagen nicht
    überprüfen kann. Die Eigenverantwortung für
    die Gesundheit kann speziell in diesen Situationen
    nicht delegiert werden.” (c) http://www.saez.ch/pdf_d/2008/2008-05/2008-05-089.PDF

    Dies kommt bei manchen Meldungen in der Presse nicht rüber….deswegen bin ich weniger euphorisch, wenn ich so eine Nachricht lese,

    lg Kalle

  27. @ kalle . . . .

    . . prof vernazza hat ganz klar zum asdrcuk gebacht was er meint.

    Für wen ist die Botschaft?

    Die Botschaft der EKAF ist in erster Linie gedacht für Menschen, die in einer festen Partnerschaft mit einer HIV-positiven Person leben. Sie sollen informiert werden, dass sie weder Angst haben müssen, noch auf Kinder verzichten sollen, nur weil ihr Partner / ihre Partnerin HIV-positiv ist. Solange die HIV-Therapie optimal eingenommen und überwacht wird, ist keine Gefahr für den / die Partner vorhanden. Das Risiko einer Infektion unter einer optimalen Therapie muss sehr klein sein, kleiner als 1: 1 Million. Damit ist dieses Risiko etwa so gross, wie das Risiko, dass ich selbst bei meinem Flug an den nächsten AIDS-Kongress in Boston abstürzen werde. Ein mögliches Szenario, aber nicht so wahrscheinlich, als dass auf den Kongress (und natürlich den traditionellen Kongressbericht) verzichten würde.

    An der Prävention ändert sich nichts

    Die EKAF erhofft sich durch dieses Papier eine aktive Diskussion der Verhältnisse auch unter den Experten weltweit. Oft wird die Diskussion jedoch mit Fragen über die Konsequenz für die Präventionsarbeit vermischt. Doch das ist ein anderes Thema. Es ist kein Zweifel, dass die neuen Erkenntnisse gut kommuniiziert werden müssen. Die Prävention wird komplexer, doch an der grundsätzlichen Botschaft: “schütze dich ausserhalb der festen Partnerschaft” wird nichts geändert. Diese Botschaft bleibt wichtiger den je. Denn niemand kann beurteilen, wie gut jemand eine Therapie einnimmt, wie gut die ärztliche Kontrolle läuft, mit Ausnahme der festen Partner. Diese Präzisierung muss nun sehr gut kommuniziert werden.

    und in dem link heißt es auch unter – Seite 167 Absatz –
    Relevanz für die HIV Prävention:

    Ausserhalb einer festen beziehung geht die selbstschutzverpflichtung vor . . .ff

    Und ja die Meldung wird mit Sicherheit tendenziös durch den Blätterwald rauschen – je nach couleur – politischer Ausrichtung bzw Staatsräson whatever that means . . . . . mark my words.

    Nur solange wir an einem Strang ziehen . . solange es unter uns klar ist wie es zu verstehen ist . . .

    Dennis
    hin und wieder auch Bendenkenträger :)

  28. Hmm… wenn es nur um heterosexuellen Verkehr geht: Sind die Riskien in der Konstellation Mann+/Frau- größer als bei Mann-/Frau+?

  29. Nachtrag: es wäre schön, die Quellen dieser MEINUNGEN zu kennen. Ich würde eine Entscheidung nicht auf eine MEINGUNG sondern nur auf DATEN stützen. Natürlich muß die Qualität der Daten stimmen – und hier wird es aus ethischen Gründen wohl keine hochqualitativen Daten geben.
    Bin skeptisch!

  30. @ Martin:
    zumindest in der empfehlung geht es um fakten – und die ganzen datengrundlagen sind publiziert. in der publikation (hier nochmal der link http://www.saez.ch/pdf_d/2008/2008-05/2008-05-089.PDF ) ist am ende ein langes literaturverzeichnis mit publikationen zu dern einzelnen studien

  31. @ Dennis:
    ich denke TheGayDissenter hat ganz gut erklärt, warum der aidsmap-link eben kein gegenbeweis ist, sondern ein zutreffender ergänzender hinweis. es geht ja nicht um einen ‘frei-bock-schein’ – sondern um zutreffende informationen über mögliche risiken

  32. @ Kalle:
    safer sex / kondom-verwendung bleibt immer ein wirksamer schutz. die schweizer empfehlung heisst ja auch auf keinen fall ‘verzichtet auf die kondome’. aber sie eröffnet zb heterosexuellen paaren mit kinderwunsch (und ein partner pos) eine neue (und wesentlich weniger klinische) variante … es geht um neue, zusätzliche optionen in bestimmten konstellationen

  33. [...] Frage der Infektiosität bei wirksamer antiretroviraler Therapie (siehe gestriger Beitrag “keine Infektiosität bei erfolgreicher HIV-Therapie“) im Folgenden als Dokumentation ein Kommentar von Bernd Aretz, Aids-Hilfe [...]

  34. @ all:
    interessanter artikel zum thema in der nzz: http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktuell/konsequent_therapierte_hiv-infizierte_nicht_mehr_infektioes_1.662822.html
    und noch einer zu konsequenzen für die rechtsprechung
    http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/neue_lage__neue_rechtsprechung_1.662898.html

  35. @ulli

    ich bn mir nicht sicher . . .aber dies hier sagt schon etwas anderes aus

    The investigators recommend that “HIV prevention messages targeted to both infected and uninfected persons should communicate the importance of condoms and other risk reduction strategies regardless of HIV treatment status and at all stages of HIV disease. Perhaps most crucially, HIV prevention for people living with HIV…must include regular monitoring and aggressive treatment of co-occurring sexually transmitted infections.”

  36. 10vor10von gestern!

  37. @ Dennis:
    na – die gleiche aussage steht auch im deutschen text, und ich sehe darin keinen widerspruch. es geht nicht darum zu sagen, ihr braucht kein kondom mehr. sondern aufzuzeigen, dass es in bestimmten konstellationen und unter bestimmten bedingungen auch anders geht (wie bei kinderwunsch). UND darum, dass die risiko-bewertung in strafrechtlichen fragen eine ganz andere sein muss als es oftmals realität vor gericht ist
    bei allen aussagen zur infektiositäöt bleibt es dabei, dass kondomverwendung ein porbates mittel zur risikominimierung ist … aber nicht immer das einzige … (so versteh ich vernazza)

  38. prof venazza sagt ganz klar das bei einer vl unter der nachweisgrenzen eine erfolgrecieh kompliance über nachweislich 6 monat und nach rcksrache mit arzt das man auf kondom in einer hic + – beziehung vezichten kan. er fürt da ein sehr gtes beispiel – sehr bildlich an.

    Die Botschaft der EKAF ist in erster Linie gedacht für Menschen, die in einer festen Partnerschaft mit einer HIV-positiven Person leben. Sie sollen informiert werden, dass sie weder Angst haben müssen, noch auf Kinder verzichten sollen, nur weil ihr Partner / ihre Partnerin HIV-positiv ist. Solange die HIV-Therapie optimal eingenommen und überwacht wird, ist keine Gefahr für den / die Partner vorhanden. Das Risiko einer Infektion unter einer optimalen Therapie muss sehr klein sein, kleiner als 1: 1 Million. Damit ist dieses Risiko etwa so gross, wie das Risiko, dass ich selbst bei meinem Flug an den nächsten AIDS-Kongress in Boston abstürzen werde. Ein mögliches Szenario, aber nicht so wahrscheinlich, als dass auf den Kongress (und natürlich den traditionellen Kongressbericht) verzichten würde.

    n der studie wird ja recommende . . empfohlen . . und das beinhaltet ne ganze bandbreite von interpretationen . . . auf die sich sophisten stürzen . . .

  39. @ dennis:
    ach – du willst zum kongress nach boston? wenn du das nur vorher gesagt hättest ;-) )

  40. @ Michèle:
    hui, jetzt haben wir sogar fernsehen im blog :-) gleich mal reinschauen …

  41. logo will ich nach boston . . . dort gibt s das beste eis . . ben and jerry . .

  42. So, nun ist es passiert. Die schöne, neue, unbeschwerte Welt:

    http://www.queer.de/life_style_gesundheit_detail.php?article_id=8243

    Ich hoffe nur, dass die Queer-Leser auf den unter dem dortigen Artikel angegebenen Link klicken.

  43. @ all:
    aidsmap / nam (= national aids manual, großbritannien) berichtet sehr umfassend (und mit links zu einigen der in der stellungnahme verwandten studien) über die schweizer stellungnahme
    http://www.aidsmap.com/en/news/4E9D555B-18FB-4D56-B912-2C28AFCCD36B.asp

  44. @ TheGayDissenter:
    Nun, das ist der Preis der freiheit, so bitter das sein mag – dass auch jedermann auch über gängige medien darüber informiert wird.

    und nach der breiten presse, die die stellungnahme heute in der schweiz hatte (bis hin zu den gratisblättern à la “20minuten”) find ich das auch nicht sonderlich tragisch … spätestens übermorgen wäre es eh bis zu boulevardblättern durchgedrungen …
    (im tagesspiegel von morgen ist’s auch schon drin, und recht differenziert http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/;art1117,2467698 ) dort sagt O.Hamouda (RKI, stv. Leiter Abteilung Infektionsepidemiologie und Leiter Fachgebiet 34 HIV/Aids) “Fachlich sehe ich in dem Papier nichts Falsches” ! und weist hin auf “doch die Einschränkungen, unter denen die Empfehlung steht, könnten auf dem Weg zum ‚Endverbraucher’ verloren gehen” – ein bedenken, das ich wohl teile, das jedoch kein argument sein kann, es nicht zu kommunizieren

    jetzt bleibt zu hoffen (und darauf zu achten), dass die aidshilfen und intelligente schwule medien das auch überlegt angehen und differenziert berichten …

  45. sehr gute analyse . . . sie haben es verstanden. nun bin ich mal gespannt wie deren stellungnahme ausfällt – welchen standpunkt sie einnehmen. ;)

  46. @ dennis:

    ja – und auf die stellungnahmen seitens dah und bzga bin ich auch gespannt …

  47. auf martin dannecker´s stellungname bin ich auch mal gespannt.

  48. @ dennis:
    yep, ich auch :-)

  49. @ulli

    sag hast du die möglichkeit das Manuskript für HIV&more: Weshalb ein Papier über die HIV Infektiosiät unter Therapie? von prof Vernazza aus der Webside http://www.infekt.ch/index.php?artID=1427 als Textdatei einzustellen?

    vielleicht sogar als ein neues – ergänzendes thema – da es bestimmt fragen gibt wie z.b. ein positiver der nicht in einer beziehung lebt aber eine ART nimmt die den gleichen voraussetzungen entsprechen. Zudem finde ich die analyse der aidsmap dahingehend äußerst bemerkenswert da sie den gedankengang

    The situation is analogous to 1986, when the statement ‘HIV cannot be transmitted by kissing’ was publicised. This statement has not been proven, but after 20 years’ experience its accuracy appears highly plausible.”

    aufgenommen haben bzw fortführen was nur die logische konsequenz in der evaluierung von hiv und den übertragungsrisiken ist.

  50. @ Dennis:
    danke der anregung!
    als textdatei kann ich es natürlich schon aus urheberrechtlichen gründen nicht online stellen – es sei denn, er gäbe mir sein einverständnis. ich hab den text (sowie einen weiteren) aber direkt oben im artikel verlinkt :-)
    die auswirkungen, die das auf die prävention haben kann / wird, sind sicher einen – nein mehrere artikel wert …

  51. moin admin :)

    ich denke da auch an die pers reflektion die diese message nach sich ziehen kann – wird. bei mir wie auch bei vielen war es ein schwerer kampf das sexual verhalten auf grund meines positiv seins nicht nur zu verinnerlichen sondern mich auch allen ängsten und befürchtungen zu stellen bzw diese – soweit eben jedem möglich – in sein leben derart zun integrieren das die lebensqualität nicht daruner leidet. das war ein langer weg. ich denke vielen kennen diese angst ” wenn ich mir vorstelle das das kondom reißt und der mensch den ich liebe so infiziert werden könnte . . . oder mir vorstellen das sich der andere durch mich den virus holen könnte . . . . .. solche gedanken gehen vielen die gerade von ihrem positiv sein neu erfahren haben durch den kopf. man ließt es ja immer wieder das eine partnerschaft erst mal undenklich sei.

    und nun kommt die message das – unter den jetzt bekannten voraussetzungen -das risiko mit dem des küssens gleich zu setzen ist. bzw so wie dargestellt. jeder wird – kann – so behaupte ich mal – sich auf einer neuen emotionalen ebene – qualität gegenüber gestellt sehen . .

  52. @ Dennis:
    du hast recht, da steckt natürlich auch viel persönliche reflektion drin – und ganz neue chancen, z.B. ängste abzubauen …

  53. Das anfängliche Rauschen im Medien Blätterwald entwickelt sich zu einem Sturm . . . . .

    EKAF begegnet Kritik

    Der Präsident der Eidg. Kommission für Aidsfragen (EKAF), Pietro Vernazza, sagte auf Anfrage der SDA, man sei an die Öffentlichkeit gegangen, weil man nur so das Umfeld der Betroffenen, aber auch die Ärzteschaft und die Rechtsprechung erreichen könne.

    Zur Kritik aus Frankreich sagte er, die EKAF möchte den festen Partnern die Entscheidung überlassen, wie sie mit dem Restrisiko umgehen wollten. Wichtig sei, dass man über Risiken ehrlich kommuniziere, das helfe auch der Prävention. Das EKAF-Papier bestätige im Übrigen die EU-Kommission: «Die Präventionsbotschaft bleibt völlig unverändert.»

    Zitat Prof Vernazza – Infektiologie St. Gallen

    Die Prävention wird komplexer, doch an der grundsätzlichen Botschaft: “schütze dich ausserhalb der festen Partnerschaft” wird nichts geändert. Diese Botschaft bleibt wichtiger den je.

    Zu der Kritik die nun überall durchschlägt . . . . .

    Es ist schon erstaunlich wie voll von sich – von Ihrem Ego – Ihrer Wichtigkeit diejenigen sind diese Kritik verfasst verfaßt bzw geäußert haben das sie die gleichwertige Aussage nicht lesen – sehen – wahrnehmen . . . .

  54. @ Dennis:
    die kritik aus frankreich erstaunt mich wenig (wie auch aus österreich ähnliches zu erwarten sein dürfte, siehe ah wien) – in frankreich wird ja noch propagiert, dass auch blasen nur mit kondom okay ist – und kaum jemand hält sich dran …

    ich denke einer der kernsätze ist tatsächlich, nur wer ehrlich kommuniziert dem wird auch geglaubt. die aussage zu haart / infektiosität ging doch eh durch die szenen – also ist es m.e. viel sinnvoller, sie korrekt und klar zu kommunizieren und dann zu organisieren, dass prävention damit korrekt umgeht, als sie zu verleugnen und die leute dennoch ihr handeln nach eigenen wahrnehmungen orientieren zu lassen

    ich fand hamoudas aussage ganz pikant (tagesspiegel) – so etwa ‘ja, fachlich ist das korrekt, aber soll man das sagen’ … ja was denn sonst? es geht doch eh rum …

  55. lesenswerter irin-artikel dazu
    http://www.aegis.org/news/irin/2008/IR080201.html
    während die who sagt ‘wir brauchen mehr forschung’ http://www.aegis.org/news/re/2008/RE080203.html

  56. moin ulli

    weißt du mich juckt es ganz stark to Act Up – ten. Prof Vernazza hat da bewußt eine Lawine in Gang gesetzet und ich finde das dies eine gute Gelegenheit ist sie derart zu vergrößeren das alles Unnütze was einer Lawine im Weg steht weggefegt wird. Der Tenor die in der Kritik zum Ausdruck kommt ist ja u.a. auch das der Bericht von Prof Venazza die AIDSpolitik Prävention verwässert.

    Wenn – ich greif mal niedrig in ca 1000 Anfragen täglich in der BRD Online (Foren speziellen HIV Seiten) und Offline (Aidshilfen + AIDS Vereinen) die Vermutung – Angst geäußert wird das man sich . . .

    Hatte GV mit KONDOM mit einer Prostituierten
    Im Getränk in ner Disco könnte Blut gewesen sein . .
    Bin Jungfrau kann ich HIV haben . . .
    Hab mich selbst befriedigt
    und ähnliches

    mit HIV infizieren könnte, dann ist die gegenwärtige HIV Prävention AIDSpolitik schon mehr als nur verwässert. Es zeigt das Bedarf vorhanden ist die Aidspolitik und Prävention neu zu überdenken – zu formulieren und der gegewärtigen Situation und den heutigen Erkennnissen und Ergebnissen anzupassen.

    t

  57. sie korrekt und klar zu kommunizieren und dann zu organisieren, dass prävention damit korrekt umgeht, . .

    die krux ist doch das prävention zum großen teil immer noch von aidshilfen vor ort durchgeführt wird. es finden gespräche in den aidshilfen statt und mitarbeiter der aidshilfen gehen ach wie vor in schulen, halten workshops für lehrer ab oder veranstalten aids tage. insofern müssen die aidshilfen ihre positionen neu überdenken. wenn das nicht der fall ist und sie weiterhin wie gehabt weiter vor sich hin röteln . . . .

  58. @ dennis:
    deine beobachtung – wie wird in welchen situationen angst wahgenommen- mache ich auch, hier scheint prävention tatsächlich nicht angekommen zu sein. ob allerdings derart neurotische zwangs-aids-angst-personen wirklich primäre zielgröße oder messlatte der aidsprävention sein sollten, wage ich zu bezweifeln ;-)

    dass die präventionsbotschaften und die gelebte realität schon länger nicht mehr übereinstimmen ist m.e. offensichtlich – deswegen brauche wir ja neue innovative kampagnen so dringend

    dass prävention allerdings auch vor ort stattfindet, das empfinde ich eher als chance und potenzielle stärke – die botschaften und zielrichtungen sollten nur halbwegs in eine richtung gehen …

  59. [...] Eidgenössischen Aids-Kommission EKAF, der im wesentlichen hinausläuft auf die Botschaft “keine sexuelle Infektiosität bei erfolgreicher HIV-Therapie ohne andere STDs“. Und die Aufregung ist [...]

  60. ausgerechnet (?) die taz / herr feddersen macht die nachricht so dermaßen simpel, dass wichtige informationen gar nicht vorkommen. insbesondere die wichtige bedingung ‘keine infektionen mit STSs’ ist hier völlig verloren gegangen – in dieser hinsicht leider ein negativ-beispiel …
    http://www.taz.de/1/zukunft/wissen/artikel/1/therapierte-nicht-mehr-ansteckend/?src=TE&cHash=906f4c6840

    überhaupt besticht herrn f.s artikel nicht unbedingt durch zutreffende formulierungen, die auf ahnung schließen lasen – oder wie kann man sonst die therapie als “Disziplin der Kur” beschreiben? eine kur ist wahrlich was anderes, herr f. …
    da ist mir ja queer lieber … ;-)

  61. Hi Ulli,

    im Gegensatz zu diesem Negativbeispiel: der neue HIV-Report Nr. 1/08 (http://www.hivreport.de/hivreport.php?id=5900),

    lg kalle

  62. @ Kalle:
    yep, hivreport hab ich auch gelesen … wesentlich angenehmere lektüre als herr f. ;-)

  63. eine der voraussetzungen um zur journaille der taz zu geören ist der übermäßige und die realtität überlagernde hang zur ironie kommentare mit leicht süffisantem lächel zur papier zu bringen. insofern vewundert es nicht das sie sich – frei nach fank zappa – hey i´m a really something – mehr an den eigenen fähigkeiten berauschen anstatt des zu kommentierendem themas.

  64. @ Dennis:
    okay okay, aber die wesentlichen fakten sollte man ja doch gelegentlich nennen? ;-)

  65. für die französisch sprechenden leser.
    hier ein interessantes ergänzendes interview mit prof. hirschel (co-autor der ekaf-empfehlung)
    http://www.thewarning.info/article.php?id_article=0244

    sinngemäß beantwortet er die frage, ob denn die rgebnisse sich übertragen ließen, d.h. ob eine person mit erfolgreicher antiretroviraler therapie und viruslast unter der nachweisgrenze dann auch seinen / ihren hiv-positiven partner (ob unter kombi oder nicht) nicht super-infizieren könne, mit “Ja”.

    die ergebnisse sind also auch hochgradig relevant für die frage, wie halten’s positive untereinander, und für diejenigen, die sich über mögliche super-infektionen gedanken machen

  66. sehr wichtig, das dies erschien beinzz-online

  67. [...] HIV-negative Männer. Gerade auch angesichts jüngster Stellungnahmen, die betonen es liege ‘keine Infektiosität bei erfolgreicher HIV-Therapie ohne andere STDs‘ vor, kommt Information und Testangeboten zu sexuell übertragbaren Erkrankungen eine starke [...]

  68. @ michèle:
    “mut zur differenzierten aids-aufklärung” – schöner titel …

  69. moin ulli

    ein beispiel dafür für was journalismus steht. sehr gut

    bin mal gespannt ob die nzz das thema in ihrer sendung im tv – nzz format – aufnimmt.

  70. @ Dennis:
    vor allem hoffe ich, dass das auch maßstäbe setzt für eine differenzierte berichterstattung in der deutschen presse …

  71. diesbezüglich hätte ich mir gewünscht das die dah direkt oder über ihren hiv report schon stellung genommen hätte. zwar nimmt sie sich dieser thematik in ihrem hiv report vom 10. 1. 2008 an – mehr aber auch nicht. ihre eindeutige stellungnahme wird laut eigenen angaben ja erst ende februar kommen . . .eine eindeutige stellungnahme seitens der dah unmittelbar nach erscheinen des berichts von prof vernazza wäre da imo angebrachter und nicht diese zögerliche ” erst mal den tenor abcheckende” haltung.

  72. @ Dennis:
    meines wissens ist die dah dabei, eine position zu formulieren. gespräche mit rki, bzga & co laufen wohl, ende februar ist eine “offizielle” deutsche stellungnahme zu erwarten

    ich vermute, die dah wird ihre position erst mit bzga und bmg abstimmen müssen ? deswegen vermutlich die verzögerung …

  73. das ist mir klar . ich drück s mal mit anderen worten aus. die dah würde – wenn sie davon überzeugt wären – keinen eigenen standpunkt einnehmen wenn die bzga und bmg einen konträren standpunkt vertreten würde.

    natürlich wäre konsens und übereinstimmung mit der sichtweise – dem bericht von prof vernazza wünschenswert. leute wie du und ich sind da ja accord. allein mir fehlt der glaube.

    gerade dieses thema ist es doch dem diskussionspotential innewohnt – konträr und übereinstimend. offene und öffentliche diskussion mit dem ziel einer neuen ausrichtung – prävention geht nur über den weg der diskussion – kommunikation.

    rethinking aids – dieser slogan beinhaltet weitaus mehr als die konnotation unter den man ihn einst ins leben rief. ;)

  74. @ Dennis:
    man muss schon klar sehen dass die dah für die prävention bei msm ein auftragnehmer der bzga ist … dh sie muss sich mit der bzga abstimmen
    und dazu gehört auch, dass wir alle gerade wieder einmal unsere hiv-/aids-sichtweisen überdenken müssen ;-)

  75. ei natürlich ist mir das klar . . . Ulli, gerade das macht das Theme so äh “Pikant” oder deliciös wie Karl Lagerfeld sagen würde . . . . .

    Übrigens, die AH Frankfurt und wie mir scheint auch die Projekt Info München vetreten den Standunkt von Prof. Vernazza. Aus ihrer Vortragsreihe “Neues zu HIV und AIDS” findet am 12. Februar 2008 in Ffm in der Basis ein Vortrag “Es ist nie zu früh und selten zu spät – Neue Erkenntnisse zum HIV-Infektionsgeschehen und zum optimalen Therapiebeginn – Referent: Siegfried Schwarze, Projekt Information, München” um 19.30 statt.

    http://www.frankfurt-aidshilfe.de/allgemein/veranstaltungen

    In einem Begleitschreiben das ich heute von der AHF erhielt schreibt Mchael Bohl:

    “Bereits seit längerer eit wird darüber diskutiert, ob eine dauerhaft erfolgreiche HIV-Terapie Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit der Weitergabe von HIV hat.Das dem so ist, ist mittlerweile klar. Doch welche Aussagen sind vertretbar evtl. wissenschaftlich abgesichert? Wie kann die Prävention darauf reagieren? In Teil Aspekten wurde dieses Thema bereits beim letzten WAT in der Paulskirche aufgegriffen, aber wir wollen die Diskussion weiter fortführen.

    :)

  76. @ uwe

    ich bewundere immer wieder , mit welchem gleichmut die dah und andere einschlägige offizielle institutionen sich den tatsächlichkeiten offiziellen oder inoffiziellen neuinformationen ob gut oder schlecht , stellen .
    glauben diese schnarchnasen tatsächlich , das eine solche info lange unter verschluss bleibt ?
    Schon jetzt wird die ganz eindeutige Aussage von prof. vernazza in der presse nicht ver- sondern zerrissen und das ,wie ich manchmal das gefühl habe von schreiberlingen die eigentlich für die neuesten nachrichten aus der landwirtschaft abgestellt waren .
    In 4 wochen hat den knall selbst einer meiner dümmsten (sorry) klienten erreicht und schon für seine lebenssituation umgesetzt . Aber leider in die mit sicherheit falsche richtung .
    “Wissen ist Macht” – nicht Unwissenheit !
    Die prügel werden wiedermal die wissenden positiven beziehen und das vor dem hintergrund ,das die WHO davon ausgeht,das 70 % der neuinfektionen von nicht wissentlich positiven ausgehen.

  77. @ Dennis:
    erfreuliche nachrichten aus frankfurt :-)

  78. @ Uwe:
    ich glaube es ist hier weniger die dah, die etwas unter verschluss halten möchte – die sitzen woanders …
    und wenn wissen macht ist – dann sollte doch jeder wissen haben, oder? ;-)

  79. uwe

    ja natürlich aber das bedeutet auch das wir das ganze packet vermitteln und nicht nur das was gerade mal ins konzept passt .
    Meine kritik richtet sich auch mit sicherheit nicht gegen die veröffentlichung von vernazza -GANZ IM GEGENTEIL- sondern schon gegen die zum teil bekannte arbeitsweise der dah und den angegliederten organisationen .
    Dürfte ja wohl jedem von uns ,der mit betroffenen umgeht klar sein , nähmlich das ein teil der positiven sicher auch sehr gern nur einen teil dessen wahrnimmt oder gar versteht von dem was da in irgendwelchen presseberichten oder offiziellen veröffentlichungen geschrieben steht. Schon allein aus diesem grunde wäre hier eine zeitnahe arbeitsweise angebracht-das ganze ist ja nicht erst seit gestern in der diskussion-das ist selbst bei mir auf dem platten land schon vor geraumer zeit angekommen.
    Die ersten anfragen hab ich schon bearbeiten müssen – wem auch immer sei dank !

    ganz nebenbei einen gruss an miche`le

  80. @ Uwe:
    schön dass eine kritik nicht gegen das schweizer statement geht

    was die arbeitsweise der dah angeht, mag einiges kritikwürdig sein … aber ich denke die wesentliche diskussion sollte sich jetzt darauf beziehen, welche konsequenzen die schweizer beschlüsse haben, wie sie in d umgesetzt werden und was sie für positive und die prävention bedueten

  81. @Uwe

    Meine kritik richtet sich auch mit sicherheit nicht gegen die veröffentlichung . . . .

    . . . .ein teil der positiven sicher auch sehr gern nur einen teil dessen wahrnimmt oder gar versteht von dem was da in irgendwelchen presseberichten oder offiziellen veröffentlichungen geschrieben steht.

    ja – darum geht es. wenn ich mir einige statements aus queer durchlese so komme ich aus dem staunen nicht heraus das auf grund unterschiedicher sichtweisen und verständis – auf grund von VERHALTEN der bericht i.e. der Inhalt per se abgelehnt wird. das sich damit die Schwulen (mal stark verallgemeinernd – als gruppe) mit solch einer Haltung selbst ins gesellschaftliche abseits stellen und von der gesellschaft dann alle über einen kamm gescheert werden liegt auf der hand. das macht eine inhaltlich thematische diskusion des berichts für alle beteiligten alles andere als einfach.

  82. @ Dennis:
    stimmt, es gibt wohl diese selektive wahrnehmung … aber auch darauf kann sich doch prävention einstellen, mit den mechanismen umgehen … ich sehe darin kein gegenargument, eher eine herausforderung

  83. einn gegenargument seh ich darin auch nicht – imo ist es nur wesentlich sich dessen gewahr zu sein. ich pers finde es immer mal wieder nicht so leicht das eigene verhalten – sich selbst hin und wieder zu reflektieren. man wird dann feststellen das es einiges gibt was einer veränderung bedarf. und man wird auch erfahren das diese (selbst) erkenntnis – “das is ja nich das gelbe vom ei ist wie ich so drauf bin – verhalten – denken – handeln” – von unangenehmen gefühlen begleitet wird die man erst mal ablehnt und nicht haben will. das was einem unangenehm ist (intepretiert ;) ) von sich zu weisen ist ein natürlicher menschlicher Vorgang. auch insofern – eine herausforderung.

    wie die beatles schon sungen: inside out – outside in :)

  84. na also geht doch

    http://www.faz.net/s/Rub7F74ED2FDF2B439794CC2D664921E7FF/Doc~E186A858AAA1743738CEFE9EB973DF21D~ATpl~Ecommon~Scontent.html

  85. @ dennis:
    danke für den link – erfreulich differenzierter bericht. auch wenn ich hamoudas einschätzung, in strafrechtlicher hinsicht ändere sich nichts, ja nun so überhaupt nicht teilen mag – siehe jüngstes (oben verlinktes) bgh-urteil …

  86. [...] “Keine Infektiosität bei erfolgreicher HIV-Therapie ohne andere STDs” – diese Meldung hat auch die deutschen Institutionen aufgeschreckt. Prof. Kurth, Leider des Robert-Koch-Instituts (RKI) kommentiert dazu gestern in der Ärztezeitung, “eine staatliche Empfehlung zum Verzicht auf Kondome können wir nicht geben”. Erstaunliche Antwort, denn um eine derartige “Empfehlung” ging es bisher auch nie. Sondern um die Aussage, dass Positive in bestimmten Konstellationen nicht (mehr) infektiös sein könnten. [...]

  87. Dass zum Statement der EKAF eine emotionale Debatte einsetzen wird, war abzusehen. Meinungsbildung erfolgt immer in einem Prozess und wenn einer ein heisses Eisen anpackt, schreien viel mehr Leute “AUA” als “Gut so!”.
    Die Bedenkenträger wie jetzt auch Dr. Kurth vom rki sind doch in der Regel zahlreicher als die, die neue Herausforderungen offen begrüßen.

    Ich möchte vor einem schwarz-weiss-Denken warnen. Seid euch versichert: auch innerhalb der AIDS-Hilfen wird lebhaft debattiert und ich kann mir ebenfalls vorstellen, dass innerhalb der BZgA, des rki und anderen Einrichungen es ebenfalls unterschiedliche Meinungen gibt. Diese zu verhandeln, braucht einfach etwas Zeit.

    Meine persönliche Position zur Sache ist: Wenn ich als HIV-Positiver unter bestimmten Bedingungen nicht mehr infektiös bin, habe ich das Recht, dies auch zu wissen. Ärzte haben eine Informations- und Aufklärungspflicht mir gegenüber. Wer mir als Patient diese Informationen vorenthält, begibt sich in einen ethischen Konflikt.

    Als Nebeneffekt kann der Wunsch, die Infektiösitätsfreiheit zu erlangen oder zu erhalten, sich auch sehr positiv motivierend auf die Adherence/Therapietreue auswirken.

    Ich glaube, es macht Sinn, weitere ähnlich positive Effekte zusammenzutragen um in der Breite Argumente einzubringen, die über das prinzipielle: darf man das sagen oder nicht, hinausgehen.

    Warum soll sich in den AIDS-Hilfen, dem rki, der BZgA nicht auch die gleichen kontroversen Diskussionen über die Bewertung der in der Erklärung der EKAF benannten Punkte abspielen wie in der Breite der Bevölkerung? Schließlich leben wir alle auf dem gleichen Stern.

  88. @ Michael:
    danke für diesen vor schwarz-weiß warnenden beitrag :-)
    gute argumente, die du pers. ins feld führst …
    bin gespannt, zu welchen ergebnissen die runde ende februar kommt …

  89. “Sie ist auch ein Signal an die 17 000 in der Schweiz und etwa 60 000 in Deutschland HIV-Infizierten, die ritualisierte Opferrolle aufzugeben.” …”Ein Freibrief dafür, Safer Sex nun ad acta zu legen, ist die Schweizer Nachricht also nicht. Safer Sex schützt, gerade auch bei HIV-Positiven, zusätzlich vor anderen Erkrankungen” … “Zieht man ein erstes Fazit aus der Schweizer Nachricht, dann bedeutet sie eine Erleichterung für eine kleine Gruppe von HIV-Positiven, ihren Partnern und Angehörigen. Der Makel der Infektiosität wird verblassen, was aber durch stringente Einnahme teurer Tabletten erkauft ist.”

    … das schreibt wer?
    nun … die welt …
    http://www.welt.de/welt_print/article1641222/Ist_Safer_Sex_ueberfluessig.html
    die haben scheinbar mehr verstanden als die taz …

  90. Erst nach vielem Stöbern über die Berichterstattung zur Erklärung der EKAF habe ich entdeckt, dass die BZgA auf der Kampagnenseite am 1.2. gepostet hat:

    01.02.2008: “Die Botschaft zur Prävention von HIV bleibt dieselbe”

    Die Eidgenössische Kommission für Aids-Fragen in der Schweiz veröffentlichte am Mittwoch in der Schweizerischen Ärztezeitung einen Beitrag, nach dem HIV-Infizierte nicht mehr infektiös sind, wenn sie eine antiretrovirale Therapie durchführen und dabei drei strikte Bedingungen erfüllen:

    * Die Therapie wird vom HIV-positiven Patienten eingehalten und vom behandelnden Arzt kontrolliert;
    * die Viruslast liegt seit mindestens sechs Monaten unter der Nachweisgrenze;
    * es bestehen keine Infektionen mit anderen sexuell übetragbaren Krankheiten.

    Die Schweiz geht als erstes Land mit dieser Botschaft an die Öffentlichkeit – auch um eine fachliche Diskussion in der Ärzteschaft anzuregen. Gelangt diese Diskussion in die breite Öffentlichkeit ist jedoch besonders zu beachten, dass der Verzicht auf das Kondom nur für einen kleinen Teil der von HIV Betroffenen relevant ist. Dies betonte auch der Präsident der Eidgenössischen Kommision für Aids-Fragen in der Schweiz, Pietro Vernazza: “Die Präventionsbotschaft für die breite Bevölkerung bleibt dieselbe. Die Safer-Sex-Regeln gelten weiterhin. Wie gesagt: Änderungen bringt es höchstens für die festen HIV-negativen Partner von Infizierten.”

    http://www.gib-aids-keine-chance.de/aktuell/details.php?aid=153

  91. meine befürchtungen haben sich bewahrheitet . . . . jetzt wird auch die stringenz deutlich

    BMG BZgA RKI – Hamouda – Prof. Kurth – somit ist der Kreis geschlossen. Man darf jetzt wirklich gespannt sein wie die AIDSHilfen und insbesondere die DAH sich verhalten werden. Ich werde am Dienstag auf alle Fälle nach Frankfurt zum Vortrag der AHF gehen. Vor allen Dingen wird s spannend werden was auf der BuPo 2008 in Stuttgart so passiert.

    http://www.frankfurt-aidshilfe.de/allgemein/veranstaltungen

  92. @ Michael:
    na – wie man eine stellungnahme zum ekaf-beschluss titeln kann mit “die botschaft zur prävention bleibt dieselbe” ist mir schleierhaft … das glaubt doch die bzga nicht ernsthaft, dass sie mit unverändert (nur) den gleichen präventionsbotschaften weiterhin der situation gerecht wird?

  93. @ Dennis:
    na … nicht so kassandra ;-)

    berichtest du über die ahf-veranstaltung?

  94. @ulli

    ja mache ich gerne . . .bin ja auch mal gespannt wie der tenor da sein wird . . . .vor allen dingen was die anzahl der teilnehmer betrifft . . .

    nun was die bgza damit zum ausdrcuk bringt ist das was die polik uns täglich vermittelt. veränderungen sind gar nicht gut . . . . . . veränderung setzt “ist bestands aufnahme”, ” soll lösungen” voraus. von mut, kreativät, querdenken und dem einsatz der grauen hirnzellen . . . mal ganz zu schweigen.

  95. ….mal wieder da !
    ……seit nunmehr 16 jahren lebe und liebe ich als hiv-positiver und betreue seit ca. 7 jahren betroffene-medizinisch hilflose !Muß sagen das ich den eidgenossen SEHR dankbar für die veröffentlichung bin !
    Im bezug auf mich nehme ich das ganze als kleine belohnung für die ganze mühe der 11 jährigen,erfolgreichen therapie (VL bis auf zwei ausnahmen seit ewig unter der nachweisgrenze )die verdammt nochmal mit sicherheit trotz allem im beziehungstechnischen wie auch nebenwirkungstechnischen bereich absolut kein zuckerschlecken war oder sein wird .
    Die politik die schon viel zu lange gefahren wird , mit dem erhobenen zeigefinger sich vor die positiven zu stellenund zu sagen “aber IHR dürft nicht” verliert zunehmend an glaubwürdigkeit .
    Wir müssen gar nicht NEU sondern ANDERS diskutieren ! HIV hat nicht erst seit dieser veröffentlichung viele gesichter , sondern für die bundesrepublick mindestens 60 000.
    Aufklärung von seiten der mediziner im umgang mit therapien MUß wieder wesentlich
    differenzierter und complexer werden . Der zum teil “laxe” umgang umgang im bezug auf die verschreibungspolitik ( vor allem wenn gerade wiedermal die pharna zum angriff geblasen hat ) in einigen HIV-angeblich – schwerpunktpraxen muß schon seit geraumer zeit auf den prüftand und wieder zu einem VERANTWORTLICHEN maß zurückgeführt werden !
    Solche veröffentlichungen können und werden , davon bin ich überzeugt , bei so manch einem zu einem anderen therapieverhalten führen , egal welcher gruppe sie angehören.
    Die unbelehrbaren wird es immer geben !
    ….ich für meinen teil weiß , das eine hepC mich umbringen würde , aber dafür hab ich nichtso manchen monat auf dem klo verbracht (harmlose version der nebenwirkungen)
    um mir damit am ende nach 16 jahren HIV/AIDS durch so`n scheiß den garr auszumachen.”eine entscheidung-Meine entscheidung”- für safer sex – aber diese muß noch lange nicht die eines anderen sein.
    In erster linie sind wir menschen , gelenkt und gebaut aus gefühlen,gedanken,hormonen und körperlichen reaktionen – jeder ist für sich selbst verantwortlich und die finger werde und würde ich auch für mich nicht ins feuer halten !
    Aus dem papier geht ganz EINDEUTIG hervor für wehn und unter welchen bedingungen diese strategie eine opzion sein kann . Kann mir sehr gut vorstellen was für eine BEFREIUNG es für serodifferente paare, die einen kinderwunsch haben, es sein muß ohne den akt ins töpfchen w….en zu müssen , dann das sperma “waschen” zu lassen und dann es auch noch durch ein plastikröhrchen zur befruchtung zu bringen, bedeutet . Meine beiden Töchter(25,verh. ein sohn von einem jahr und 22 ledig) die nicht betroffen sind, haben die worte FREIHEIT und NORMALITÄT ,sowie ganz einfach die bemerkung ERFOLG durch SPAß genannt denn den positiven nebeneffekt das eine natürliche befruchtung wesentlich erfolgreicher ist als eine künstliche dürfen wir doch nicht einfach unter den tisch kehren .Ganz zu schweigen von den psychischen belastungen .
    Vieleicht sollten gerade wir als schwule einmal über unseren tellerrand hinauschauen und erkennen das wir nicht die einzige gruppe von betroffenen sind und das es auch ein alzu natürliches bedürfnis ist dem kinderwunsch auf eine natürliche art und weise der entstehung nachkommen zu können , was ja nicht unbedingt unser ansinnen im umgang mit sex ist !

  96. @ Uwe:
    danke für deinen kommentar. ja, du hast vermutlich recht, positivens chwulen würde es ab und an sicherlich gut tun, ‘über den tellerrand’ zu schauen und auf die situation anderer positiver zu achten …

    sicher wird die neue situation bei dem ein oder anderen auch ansporn sein, mehr auf seine therapie und deren erfolg zu achten …

  97. das rki (robert-koch-institut) hat seine stellungnahme zum ekaf-beschluss veröffentlicht:
    http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/H/HIVAIDS/Viruslast__Infektionsrisiko.html
    (und dort auf den link um pdf klicken)

    sehr differenzierte wissenschaftliche stellungsnahme
    viele detail-daten und -argumente
    m.e. gute unterscheidung zwischen kollektiver (bevölkerung, einzelne ‘risikogruppen’) und individueller ebene

    trotz aller bedenken m.e. gute basis für zukünftige arbeit …

  98. trotz aller bedenken m.e. gute basis für zukünftige arbeit …

    ja vorausgesetzt das sie nicht öfentlich propagiert wird . . . .

    stillschweigend – vorausgesetzt das es hiv ärzte mit patienten individuell absprechen . . .

    vorausgesetzt das sie die zeit dazu haben werden und nicht unter dem druck von kürzungen und nicht anhand der pers situation von patienten abzuwägen haben . . .

    bedeutend das sich an dem inhalt der gegenwärtigen prävetion nichts ändert

    insofern wird auch das strafrecht m.e. davon unbeeinflußt bleiben

    mfg Denns – kassandra vom dienst . . . :)

  99. @ dennis:
    na – ich denke nachdem die schweizer beschlüsse raus und in der öffentlichkeit sind, wird sich definitiv in der prävention was ändern müssen – schon weil menschen auf die schweizer beschlüsse reagieren werden …

  100. Der geschlagene Bogen vom Analverkehr (davon wird man schwanger? erstaunlich) im RKI Papier hin zu dem Bericht von Prof Vernazza bzgl dem Kinderwunsch bei diskordanten Paaren unter den dargestellten Bedingungen ist ein kühner.

    eine gute basis um zu verdeutlichen das es nichts an der prävention zu ändern gibt. und das die gegenwärtige präventionstrategie an denjenigen für die sie gedacht ist vorbei geht ist im eifer der wissenschaftlich fundierten stellungnahme auf der strecke geblieben.

    ich sehe darin ales andere als eine basis für eine zukünftige arbeit im sinne einer neuen präventions strategie.

  101. @ Dennis:
    (gratulation zum 100. kommentar zu diesem posting …)
    ich denke bei dem verweis auf analverkehr ging es dem rki darum, noch einmal darauf hinzuweisen, dass für vaginalverkehr infektiositätsdaten vorliegen, kaum jedoch für analverkehr
    ich denke aus den detaillierten daten kann man schon das eine oder andere machen ;-) )

  102. frankfurt . . . . .der vortrag in der basis

    es waren ca 90 – 100 leute anwesend . . .mit sovielen hatten wir nicht gerechnet . . . . von denen sich vielleicht 10 an der diskussion beteiligten.

    siegfried schwarze gab einen kurzen umriß über neue erkentnisse über den darm als immunsystem und insbesondere der bedeutung der t helferzellen in der darmwand in beziehung zu hiv. wird nehme ich ma an in der nächsten projekt info thema sein.

    der hauptgegenstand des vortrages drehte sich wie zu erwarten um den schweizer bericht. auch er begrüßte den mstand das prof vernazza der erste ist der diesen sachverhalt offen aussprach. einerseits geht der tenor dahin das der inhalt während der nächsten jahre diskutiert werden wird und muß. andererseits ist man sich der wirkung des berichts und wie er bei positiven ankommt . . . ironie an “viele wissen ja nich nicht mal wozu kondome da sind” ironie aus sehr wohl bewußt und befürchtet eher das sich am tenor vorläufig nichts wesentliches ändern wird. es wird ein langer prozeß werden zumal die daten – ergebnisse die von heteros sind. was fehlt sind untersuchunsergebnisse von schwulen unter einer funktionierenden therapie zu den vorgegebenen bedingungen des schweizer papiers. konsens bestand darin das das pers verhalten und die pers verantwortung priorität hat. dies wird – könnte sich dann auch auf die justiz – rechtsprechung in beziehung zu dem bericht auswirken.

    inwieweit ärzte sich da einklinken – ein teilnehmender arzt war da eher zurückhaltend. es wird wohl eine abwägen zwischen arzt und patienten einerseits und – der endgewichtung auf das ok der negativen partners hinaslaufen. hier war man sich aber auch um den psychologischen druck unter den frauen/partner geraten könnte in sehr wohl im klaren . . .

    mit spannung sieht er ende februar dem treffen in berlin – einem runden tisch der hochkarätigt besetzt sein wird – entgegen an dem u.a. anderem er – siegfried schwarze , DAH, die BZgA, das RKI und andere teilnehmen werden. auch ier önnt ich mir vorstellen das die in der projekt info märz/april ausgabe thema sein wird.

    alles in allem waren er und einge andere sich darüber im klaren das hiv ein sehr viel komplexers thema geworden ist als es bislang immer dargestellt oder verstanden wurde. sozial – politische, psycho sozial aspekte, besonders arbeitsrechtlich sowie juristisch gibts sehr viel zu tun.

    alles in allem war der redner erstaunt das es so ruhig zugegangen ist. er hatte mit einer kontroversen diskussion gerechnet . . . . .vielleicht lags ja daran das ein großteil der anwesenden alt, weise und gelassen waren . . . :)

  103. [...] “Keine Infektiosität bei erfolgreicher HIV-Therapie ohne andere STDs” – der Beschluss der Eidgenössischen Aids-Kommission hat ein vielfältiges Echo hervorgerufen, unter Schwulen, bei Aktivisten und in der Presse. Hier ein Überblick über einige Reaktionen: [...]

  104. @ Dennis:
    danke für den Bericht :-)
    auf das treffen ende februar bin ich ja auch gespannt …

  105. [...] ist auch im Aids-Kontext interessant (man denke nur an die Diskussionen zur Frage ‘keine infektiosität bei erfolgreicher HIV-Therapie ohne STDs‘). Als wäre ihnen die aktuelle Debatte bekannt, fragen auch die Veranstalter in ihrem Call [...]

  106. [...] französische Positiven-Organisation begrüßt die Schweizer EKAF-Beschlüsse (“Keine Infektiosität bei erfolgreicher HIV-Therapie ohne andere STDs”). ‘Et si c’était vrai?‘, fragt actions traitements [...]

  107. Habe hier jetzt auch einen ersten Blogbeitrag zum Thema gepostet, es wird wohl nicht der letzte sein:

    “HIV-Infektiösität – kann eine wirksame antiretrovirale Therapie in Partnerschaften das Kondom ersetzen?”

    http://www.welt-aids-tag.de/blog/eintrag.php?eid=56

  108. @ Michael:
    danke für den hinweis :-)
    schön, das du dort explizit noch einmal auf die bedeutung der primoinfektion hingewiesen hast … das gerät in der derzeitigen ekaf-aufgeregtheit gern aus dem blick

  109. @michael

    ich habe mir erlaubt deinen beitrag in das lhiving.com in eine bestehende diskussion zu kopieren.
    http://www.lhiving.com/forum/viewtopic.php?t=3837

  110. Nun ein neuer Ansatz, auf der subjektiven persönlichen Ebene nachzuspüren, was sich durch das Statement deer EKAF in meinem Denken, Fühlen und Bewußstsein verändert. Dieser Prozess läuft ja nun bei jeder und jedem/der mit HIV lebt und mir erscheint es für den weiteren öffentlichen Umgang mit dem Statement der EKAF wichtig, dass wir diese persönlich-subjektive Ebene mit in die Diskussion einbringen.

    Mein neuer Blog ist betitelt:

    Neuer Optimismus im Leben mit HIV: „Ich werde HIV überleben!“

    http://www.welt-aids-tag.de/blog/eintrag.php?eid=58

    Eine Bitte: bei euren Kommentaren berichtet bitte, was bei und in EUCH passiert und sich verändert. Bei jeder und jedem löst das EKAF-Statement andere Veränderungen aus. Es geht hier erst einmal darum, dies wahrzunehmen, deshalb gibt es kein richtig oder falsch.

    Ich bitte also um Respekt und Chattikette :-)

  111. @ Dennis:

    yepp, danke, ich denke einfach ; it’s time to act…
    meine wehen waren zu heftig, da ging ich schn so lange schwanger mit, das musste jetzt ab in die welt ;-)

    vielleicht hat das feilen und optimieren am text mir auch einen sonnenbrand erspart :-) :-)
    trotzdem hab ich auch den vorfrühling genossen…

    es gibt auch bei mir ein leben ohne/neben hiv

  112. @ michael

    mein lieber jolly . . du gehst ja ab wie schmidt s katze . . . :) ist jetzt positiv gemeint . . . .

    heute beim kochen begannen sich gedanken zu formieren die in eine ähnliche richtung gingen. wenn meine schwangerschaftszeit beendet ist werde ich sie entsprechend formulieren . . . . ;)

  113. @ Michael:
    schöner post, den du gemacht hast, hab (bei beiden) schon kommentiert …
    das mit respekt und ‘chattiquette’ – du sprichst mir aus der seele – es gibt da so ein forum einer community, da ist mir der ton doch arg rau ;-)

  114. @ Dennis:
    du bist nun also doch schwanger?
    wenigstens unbefleckte empfängnis?
    wann ist es soweit?
    schon namen überlegt?
    fragen über fragen an die werdende vater-mutter ;-) )

  115. @ Michael:
    ‘it’s time to act’ – du hast ja gerade sternstunden im produzieren von mottos (oder heisst es motti?) :-)

  116. @ ulli:

    ist alles second hand:

    “it’s time to act” – war motto einer int. aids.konferenz.

    “selbstvertretung statt stellvertretung” – ist von anfang an leitgedanke in aids-hilfe.

    “from victim to victor” – wurde als motto in der selbsthilfe anfang der 90er getextet.

    manche slogans oder motti haben einfach eine die zeit überdauernde aussagekraft, die bringen es immer wieder auf den punkt..

  117. @michael

    ich habe deinen text ins lhiving.com gestellt . . .

  118. @ Michael:
    second hand – aber gut ;-)

  119. Die Diskussion über die Stellungnahme der EKAF hat nun auch die US-Beratungsplattform
    http://www.thebody.com erreicht.
    Der email-newsletter vom 19.2. enthält eine aktuelle Anfrage mit Antwort von Dr. Bob Franscino, der als HIV-pos. Arzt stets sehr intelligent, kritisch, pointiert und engagiert aufklärt und ermutigt:

    http://www.thebody.com/Forums/AIDS/SafeSex/Q190351.html

    All die – besonders durch die Infektiosität hervorgerufenen – beeinträchtigenden Auswirkungen der HIV-Infektion auf das Leben mit HIV können an Hand vielfältiger Anfragen und Schilderungen plus deren Bantwortung im Forumsarchiv “Mixed-HIV-Status Couples” nachgelesen werden:

    http://www.thebody.com/Forums/AIDS/Couples/index.html

  120. @ Michael:
    danke für die Links :-)

  121. Wenig beachtet worden – und auch mir erst heute aufgefallen – ist auch die auf der Startseite der EKAF zu findende “Zusammenfassung” des Statements der EKAF vom 30.1.08 als pdf zum downloaden

    http://www.bag.admin.ch/hiv_aids/00824/00825/01752/01758/index.html?lang=de

  122. @ Michael:
    stimmt – ist mir bisher auch ‘durchgegangen’ – danke für den Hinweis :-)

  123. Ulli, wieder etwas für Dein Poesiealbum, diesmal ein Original “J.” – heute auf der Autobahn entstanden:

    Früher galt:

    Ab
    In
    Den
    Sarg

    heute geht mehr in Richtung:

    Ab
    In
    Die
    Sonne

    :-)

    Yepp, ich weiss, ist ein bischen too much, aber nach der tiefen Dunkelheit der 80er Jahre, wo der erste Spruch entstand, erscheint einem schon die Dämmerung wie ein Sonnenschein… :-)

    In einem völlig anderen Zusammenhang las ich eine headline in einer Zeitung:

    “Zwischen Nicht-mehr und Noch-nicht”

    So erlebe ich die derzeitige Situation auch bzgl. der Frage der HIV-Infektiosität unter wirksamer Therapie.

    Die AIDS-Hilfe Wuppertal hat gestern auch zum EKAF-Statement auf ihrer homepage gepostet, mit einer Konnotation in Richtung Bedeutung für das Leben mit HIV:

    http://www.aidshilfe-wuppertal.de/german/

  124. auch die ‘katholischen nachrichten’ haben das thema inzwischen aufgegriffen, selbstverständlich mit der entsprechenden nuancierung …
    http://www.kath.net/detail.php?id=19099

  125. Eine Slogan für ein Meeting einer Selbsthilfegruppe von 1986 in New York . . .

    Another
    Interesting
    Day
    Starts

  126. na – nicht dass das hier noch ein literarischer thread wird … ;-)

  127. @ Michael:
    schön dass die ah-wupp schon was dazu drauf hat! die nachricht ist auch für positive in anderen konstellationen sicher von großer bedeutung … harren wir der dinge die da kommen …

  128. [...] Folgenden angesichts der großen Bedeutung der Rede und der Aktualität des Themas (auch hins. des EKAF-Beschlusses und der Reaktionen) auch hier dokumentiert eine Rede, die Maja Czajka, Vorstandsmitglied der [...]

  129. @ Michael (124.)
    ich melde mich ja hier selten zu Wort, aber Du hast es jetzt wirklich mal verdient:
    “Ab-In-Die-Sonne” ist einfach klasse! ! ! (Relativierungen sind unnötig)
    “Ab-In-Den-Schnee” geht übrigens auch…
    ((und eines von beiden werden wir wohl genießen, wenn wir uns Ende März im Waldschlößchen sehen(?!?).))

  130. @ Matthias:

    Sicher doch :-) – Lieber Sonne als Schnee!

  131. [...] Schweiz verstehen. Eine Gleichstellung (safer Sex = Kondombenutzung), als habe es die Studien, die Stellungnahme der EKAF nicht gegeben. Kaum ein Wort davon, dass zusätzlich zur Benutzung von Kondomen unter bestimmten [...]

  132. [...] Dokumentation einer Erklärung es Netzwerk plus zur Erklärung der Eidgenössichen Aids-Kommission (EKAF) in Sachen Infektiosität unter HIV-Therapie: [...]

  133. [...] Unter Moderation von Holger Wicht (ex Siegesäule) diskutierten sechs Podiumsteilnehmer über die Stellungnahme der Eidgenössischen Aids-Kommission EKAF “keine Infektiosität bei erfolgreicher HIV-Therapie ohne andere STDs“. [...]

  134. [...] von Holger Wicht über Chancen und Risiken des Statements der Eidgenössischen Aids-Kommission “keine Infektiosität bei erfolgreicher HIV-Therapie ohne andere STDs“. Ein [...]

  135. [...] Als Dokumentation die Haltung der Deutschen Aids-Hilfe in Sachen des EKAF-Statements (”keine Infektiosität bei erfolgreicher HIV-Therapie ohne andere STDs“): [...]

  136. [...] Vernazza betonte, mit der Publikation des EKAF-Statements habe auch eine ‘Doppelbödigkeit’ beendet werden sollen. Was einzelne Ärzte, oftmals [...]

  137. [...] Debatten über das Statement der Eidgenössischen Kommission für Aidsfragen EKAF (”Keine Infektiosität bei erfolgreicher HIV-Therapie ohne andere STDs“) entzünden sich neben der Frage “das darf man doch nicht laut sagen” vor allem [...]

  138. Hi,

    um die bloggende Gemeinde hier auf den Stand der Dinge bezüglich des mehrfach angesprochenen Gespräches am 26. Februar zu bringen:

    Dieses Gespräch war ergebnisoffen – soll heißen, es war nicht die Absicht, eine gemeinsame Erklärung/Stellungnahme zu verfassen, wohl aber, die Situation aus den unterschiedlichen Perspektiven zu diskutieren. Es stellte sich dann jedoch recht schnell heraus, dass eine gemeinsame Stellungnahme möglich sein müsste.

    Es wurde eine Redaktionsgruppe aus vier Leuten eingesetzt, die den Diskussionsstand in Form einer Stellungnahme formulieren soll. Wenn diese Stellungnahme zwischen den Teilnehmer/innen des Gesprächs konsentiert ist, wird sie an die jeweiligen Gesellschaften / Organisationen / Institutionen zur Konsentierung weitergereicht. Besteht nach einer unter Umständen notwendiger Überabeitung immer noch Konsens, wird das Papier dann als gemeinsame Stellungnahme der beteiligten Institutionen veröffentlicht.

    Der derzeitige Bearbeitungsstand ist wie folgt: Er Entwurf der Redaktionsgruppe geht gerade in die zweite Bearbeitungsrunde und sollte bis Ende dieser Woche fertig sein. Ich gehe – sowohl als Teilnehmer des Gespräches als auch als Mitglied der Redaktionsgruppe – davon aus, dass diese Vorlage ohne weitere Änderungen von allen Teilnehmern des Gespräches abgenickt werden wird,

    Mit persönlich liegt viel daran, bereits damit an die Öffentlichkeit zu gehen, anstatt erst die Freigabe der Institutionen abzuwarten. Dann wäre es aber erst einmal “nur” die Stellungnahme von 18 Experten und nicht die der Institutionen.

    Wie die Veröffentlichungspolitik aussehen wird, muss noch verhandelt werden.

    Hier noch ein Link zur DAH: http://www.aidshilfe.de/index.php?id=11303&sessionLanguage=de&sessionCountry=DE

    Soweit dies.

    Zu den Drängeleien hier und anderenorts:
    So sehr ich verstehen kann, dass es Menschen auf den Nägeln brennt, so sehr bitte ich darum, doch bitte die notwendige Zeit dafür zu lassen, dieses ja auch datentechnisch nicht ganz einfache Thema sorgfältig und in Ruhe durcharbeiten zu können. Die EKAF hat sich dazu etwa acht Monate zeit genommen – das werden wir (auch dank der Vorarbeiten) nicht brauchen.

    Zu den Ohrfeigen in Richtung AIDS-Hilfe:
    Liest man die entsprechende Beiträge, fällt zuallererst auf, wie sehr sich die jeweiligen Schreiber offensichtlich nach Führung sehnen, ansonsten lässt sich der Duktus schwer erklären. Es riecht doch sehr stark nach Papst und Vatikan. Ich verweigere der DAH und anderen Institutionen das Recht, Wahrheit zu definieren und plädiere für deutlich mehr (positives) Selbstbewußtsein und Autonomie.

    Schönen Tag

    Bernd

  139. Nachtrag:
    Leider wird in allem mögliche Auseinandersetzungen der Begriff “Deutsche AIDS-Hilfe (DAH)” häufig genug ungenau verwendet.

    Die DAH ist der Bundesverband regionaler bzw. lokaler eigenständiger AIDS-Hilfen (sprich eigenständiger und unabhängiger Vereine mit eigener Satzung, eigenen Vorständen).

    Der Bundesverband unterhält eine Bundesgeschäftsstelle, die sitzt in Berlin.

    Häufig wird “DAH” gesagt, aber Bundesgeschäftsstelle gemeint, was zu einer heillosen Verwirrung führt.

    Ich habe als Autor des HIV.Reports vom Januar das fragliche Thema aufgegriffen und weiter bearbeitet. Das war sozusagen der zweite Schritt in der innerverbandlichen Meinungsbildung, die – nimmt man die Satzung der DAH, gewisse demokratische Spielregeln und vor allem Qualitätssicherung ernst – einer veröffentlichten Position der DAH vorausgehen muss. Diese Meinungsbildung begann im Spätherbst 2007 und ist weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit (etwa dieses Blogs) vonstatten gegangen.

    Das sich etwa 130 Vereine nicht innerhalb von zwei Wochen auf einen gemeinsamen Stand bringen lassen, ist wohl allen klar.

    Ein gemeinsamer Stand ist aber für alle Ratsuchenden in der Republik wichtig, die sich an AIDS.Hilfen wenden, denn ansonsten würden sie – um es mal krass zu formulieren – in den 12 Berliner AIDS-Hilfe-Projekten (keine Ahnung, wie viele es zwischenzeitlich noch sind) 12 verschiedene Meinungen von Beraterinnen und Beratern serviert bekommen.

    Ich denke, die Notwendigkeit zu einem einheitlichen Standard und folglich zu einer einheitlichen Position, liegt auf der Hand.

    Das das seine Zeit braucht, ist auch klar.

    Natürlich kann man (spätestens) an dieser Stelle fundamentalistische Kritik am ganzen AIDS-Hilfe-System üben. Da hätte ich auch den ein oder anderen Punkt. Das scheint mir aber nicht zielführend mit der Auseinandersetzung über die EKAF-Stellungnahme zu vermengen zu sein.

  140. @ Bernd:
    danke für das update zur aktuellen abstimmungs-lage
    immerhin hat sich die dah als verband ja inzwischen neben dem hivreport auch per stellungnahme des delegiertenrats positioniert
    http://www.ondamaris.de/?p=1360
    … und nun harren wir gespannt des konsens-papers ;-)

  141. harr, harr! :-)

  142. @bernd

    Liest man die entsprechende Beiträge, fällt zuallererst auf, wie sehr sich die jeweiligen Schreiber offensichtlich nach Führung sehnen, ansonsten lässt sich der Duktus schwer erklären.

    das halte ich für ein gerücht . . .wahr dürfte vielmehr sein und das ist mal so ganz meine per s wahrnehmung – wer NICHT einer gruppe angehört und zudem eine eigenständige meinung hat und diese vertritt – wird NICHT ernstgenommen sondern q.e.d. ganz schnell in eine schublade vergepackt.

    Ich verweigere der DAH und anderen Institutionen das Recht, Wahrheit zu definieren und plädiere für deutlich mehr (positives) Selbstbewußtsein und Autonomie.

    dem stimme ich uneingeschränkt zu

    ansonsten laß ich mal wieder die kassandra raus . . ich hoffe das mich mein gefühl nicht trügt und nicht alles im sande verläuft.

    gleichwohl hatte ich heute bei meinem arzttermin ein sehr positiv – konstruktives gespräch mit meinem arzt. wir kennen uns nun seit ca 18 jahren und haben uns nach anfänglicher distanz im wahrste sinne des wortes zusammen gerauft. heute akzeptieren wir uns als persönichkeiten. wir schätzen uns und aben mittllerweile ein sehr entspanntes verhältnis. als fazit und konsens “um einen langen prozeß kurz zu machen” . . . sind wir uns beide einig “das

    1. das schlimmste an hiv ist nichts über hiv zu wissen i.e. nicht informiert zu sein
    2. ein mündiger patient die basis für eine “gesunde” zusammenarbeit ermöglicht

    und dies beinhaltet für beide u.a. ein nein – eine konträre meinung zu akzeptieren ohne das auf einmal ein feindbild oder ablehnung entsteht. analog für die ekaf thematik heißt das – das der inhalt auf der pers ebene kommuniziert wird.

    das ist die eine – die pers ebene

    die gesellschaftspolitische ebene ist eine andere. und hier ist imo mehr “druck und power ” notwendig damit hiv wieder ins bewußtsein der gesellschaft zurückkehrt . . und vor allem die meisten hiv positiven aus ihrem “medikamentös verursachten schlaf der selbstgerechten” wach gerüttelt werden.

    soviel sachlich gelassene auseinandersetzung wie möglich – soviel gesunder druck und power wie notwendig. leider fehlt es derzeit an der dazu notwendigen manpower.

  143. @dennis

    “soviel gesunder druck und power wie notwendig. leider fehlt es derzeit an der dazu notwendigen manpower.”

    Derzeit? Seit etwa 15 Jahren! Es ist ja nicht so, als ob es zahlenmässig nicht genügend Leute gäbe, aber die zahl derjenigen, die sich auf nationaler Ebene für politische Themen interessieren, ist doch nahezu gleich geblieben.

    Insofern finde ich – auch als ehemaliger ACT UP’ler – deine Glorifizierung der Vergangenheit doppelbödig.

    Du sagst ja im Grunde nichts anderes als: Warum tut denn da niemand etwas? Allerdings tust du auch nichts. (Lassen wir einmal diese imateriellen Formen wie das Internet aussen vor.) Anstatt in der Vergangenheit zu schwelgen wie ein Greis, warum gründest du nicht ein neues ACT UP-Chapter?
    :-)

    Gruß

    Bernd

  144. . . . weil ich
    a) meine grenzen – fähigkeiten kenne . . . . ich bin keine “rampensau” wie es notwendig ist und war . .
    b) weil das feed back von leuten die ich kenne diesbezüglich “zurückhaltend” sind

    das was du als doppelbödige glorifizierung bezeichnest ist DEINE interpretation “stöckchen stöckchen ” während ich ganz einfach von tatsachen rede. geradu du als “ehemaliges mitglied” weißt genau das der motor u.a eine gelenkte und sehr bewußt verbal eingesetzte – umgesetzte wut war . . . eine fähigkeit die notwendig war und imo ist.

    und die ist heute einfach nicht mehr vorhanden

    hättest du hier ein wenig mitgelesen dann hättest du nicht nur erkannt – verstanden warum nicht nur ich sehe warum es heute nicht mehr funktioniert.

    insofern darsft du deine oberlehrerhaften bemerkungen gerne bei dir behalten.

  145. @Dennis
    “a) meine grenzen – fähigkeiten kenne”

    Ach Quatsch. Du hast den notwendigen carnivoren Instinkt und beißt alles, was zuckt (allerdings ohne zwischen Freund und Feind zu unterscheiden, aber daran kann man ja arbeiten), du hast eine Meinung und äußerst sie – egal ob es passt oder nicht (wie man ja in allen Blogs sieht, an denen du dich beteiligst) hast keinerlei Probleme damit, dich lächerlich zu machen (wie man ebenso an den Blogs sieht). Sind doch die notwendigen Voraussetzungen! Und nur zu deiner Info: ACT UP hat bei weitem nicht nur aus Rampensäuen bestanden – es braucht eine ganze Reihe Leute, die die Kulissen schieben.

    Also los!

    Kindergartentantenhaft

    Bernd

  146. stop – ich freue mich über engagierte diskussionen, aber nicht über publikums- (oder kommentatoren-) beschimpfungen. also bitte sachlich und bei der netiquette bleiben!

  147. @bernd – sensei . . . . . demutsvoll verbeugend danke ich dir für deine belehrung . . . .

  148. [...] ‘Keine Infektiosität bei erfolgreicher HIV-Therapie ohne andere STDs‘, hatte die Schweizer Aids-Kommission erst jüngst festgestellt. Gilt dies also auch für die Frage der Super-Infektion? Prof. Heribert Kentenich zu dieser Frage: “Nach derzeitigem Kenntnisstand ist eine Superinfektion in der chronischen Phase der Infektion wahrscheinlich selten. Wenn beide Partner erfolgreich antiretroviral behandelt werden, kann eine Superinfektion als extrem unwahrscheinlich eingeschätzt werden.” (’Erfahrungen des Reproduktionsmediziners’, in: MedReport Nr. 4, 32. Jg. 2008) [...]

  149. Asymtomatische STDs sind irrelevant für das HIV-Übertragungsrisiko im Sinne der EKAF-Erklärung.

    Dies führt Dr. Vernazza in einem vertiefenden Beitrag auf seiner homepage aus:
    http://www.infekt.ch/index.php?catID=12&artID=1461

    Zitat:
    “Es bleibt dabei: Kein Screening auf (asymptomatische) Geschlechtskrankheiten
    Diese Studie ist die sicher grösste Studie, in der die Frage des Einflusses von asymptomatischen Geschlechtskrankheiten untersucht wurde. Sie zeigt sehr eindrücklich was schon epidemiologisch bekannt war: Geschlechtskrankheiten haben nur dann einen Einfluss auf eine HIV-Infektiosität, wenn sie auch zu spürbaren (symptomatischen) Symptomen einer Entzündung der Schleimhaut führen. Somit ist dem Statement der EKAF nichts beizufügen: Die Gültigkeit des Statements wird beim Vorhandensein von symptomatischen Geschlechtskrankheiten eingeschränkt, nicht aber bei symptomlos verlaufenden Infektionen. Somit ist auch ein Screening auf asymptomatische Infektionen nicht notwendig. “

  150. „Wir wollen eine Entängstigung!“

    In der AIDS-Hilfe Wuppertal haben sich am 3. April 6 HIV-Positive zu einem ersten Meinungsaustausch zum Thema „Nicht Infektiosität bei wirksamer HIV-Therapie“ getroffen.

    „Endlich sagen Ärzte das einmal öffentlich!“ – „Endlich bestätigen Ärzte, was schon lange vermutet wird.“ – „Es muss offen und öffentlicher darüber geredet werden!“ – „Ich bin froh, dass die Diskussion jetzt anfängt.“ – „Die Stellungnahme der EKAF entlastet – aber ich fühle mich trotzdem sehr zerrissen.“ – „In meinem Kopf schwirren viele Gedanken herum, die nicht zusammenpassen.“

    Besonders bei HIV-positiven Frauen war die Nachricht der Schweizer AIDS-Kommission (EKAF) nichts Neues. Bereits seit vielen Jahren habe man über die Nicht-Infektiosität bei wirksamer Therapie gewusst. Das Wissen, dass in der Schwangerschaft durch den Einsatz der HIV-Medikamente das Ansteckungsrisiko für das Neugeborene gesenkt wird, besteht schon seit vielen Jahren. Warum ist Deutschland an der Spitze der Länder, in denen die meisten Kaiserschnittsgeburten stattfinden? Welche Interessen sind da im Spiel, die nichts mit Patienteninteressen zu tun haben? Frauen haben schon seit langem „im stillen Kämmerlein entschieden“, in Partnerschaften einvernehmlich auch Sex ohne Kondom zu leben, haben sich aber nicht getraut, mit anderen offen über diese ihre Entscheidungen zu reden. Mit der Veröffentlichung der EKAF ist ein tabuisiertes Thema gesprächsfähig geworden.

    Über die eigenen behandelnden Ärzte wurde berichtet, dass diese früher auf die Frage nach dem „Infektionsrisiko beim Sex mit einer nicht nachweisbaren Viruslast unter Therapie“ und auch jetzt aktuell auf die Stellungnahme der EKAF überwiegend abwehrend reagieren und einem offenen Gespräch ausweichen oder sich kritisierend von der EKAF abgrenzen.

    Wenige Tage zurückliegende Erfahrungen, wie Ärzte in einer Kurklinik durch den Kontakt mit Menschen mit HIV überfordert, mit Ansteckungsängsten und Fehleinschätzungen über Ansteckungsrisiken reagierten, belegen deutlich, dass selektiv aufgenommene Gefahrenbotschaften ohne ausreichendes Gesamtwissen nur unangemessene Reaktionen im Umgang mit HIV-Positiven bewirken.
    Ein anderes aktuelles Beispiel für unrealistische Ängste wurde von einem Wupertaler Klinikum berichtet. Ein Arzt hatte sich zunächst geweigert, bei einem HIV-positiven Patienten eine angeordnete Gastroskopie/Koloskopie durchzuführen. Sein vorgesetzter Arzt hatte daraufhin interveniert, der Patient hatte aber auf die Durchführung der Behandlung durch den vorgesehenen Arzt verzichtet, weil das Vertrauensverhältnis bei diesem intimen Eingriff zu stark vorbelastet war. Eindeutig war mangelndes Wissen und Fehleinschätzung über die Infektiosität – der Patient hatte eine Viruslast unter Nachweisgrenze – der Grund für die ablehnende Haltung des Arztes.

    Zitat: „Ich wünsche mir, dass HIV gleichgestellt wird zu anderen STD’s.“ Alle TeilnehmerInnen der Runde wünschten, dass die Vorurteile in der Gesellschaft aufhören mögen. Die Stellungnahme der EKAF bietet eine gute Möglichkeit, dies nun aktiver anzugehen und mit einer Stellungnahme der EKAF als einer renommierten Ärztegruppe auch offensiver legitimieren zu können.

  151. @ Michael:
    danke für die hinwiese. inzwischen tut sich ja wie dem neuen hivreport zu entnehmen ist auch etwas in sachen gemeinsamer stellungnahme – und sie bewegt sich doch ;-)

  152. [...] Manko: auf die drastisch reduzierte Infektiosität bei erfolgreicher antiretroviraler Therapie ohne STDs geht die Broschüre leider (auch im Kapitel über Infektionsrisiken) leider kaum [...]

  153. [...] Nachricht des Jahres dürfte bisher das Statement der Eidgenössischen Aids-Komission EKAF “keine Infektiosität bei erfolgreicher HIV-Therapie ohne andere STDs” sein. Die Botschaft: unter den von den Schweizern genannten Bedingungen (erfolgreiche HAART, [...]

  154. Hi Alle,

    ich hatte im März hier angekündigt, dass es aller Voraussicht nach bis Ende April eine gemeinsame deutsche Stellungnahme zur EKAF-Papier geben wird.

    Aus verschiedenen Gründen (hauptsächlich Urlaube, Krankheiten, Arbeitsüberlastungen – also keineswegs inhaltliche Gründe) sind wir mit dem Schreiben noch nicht fertig. Tut mir Leid. Ich muss nochmals um etwas Geduld bitten, wir hinken so schnell, wie es geht.

    Grüße

    Bernd

  155. @ Bernd:
    danke für das update.
    wie man so hört, scheint’s allerdings nicht nur an “verschiedenen gründen” zu liegen, sondern wohl immer noch auch an inhaltlichen differenzen … aber wir sind ja sooo geduldig ;-)

  156. Es lebe die Gerüchteküche.

    Komplexe wissenschaftliche Sachverhalten – das sollte auch Laien nachvollziehbar sein – lassen sich nicht sinnvoll beschreiben/betrachten/bewerten, wenn man nur in schwarz/weiß, richtig/falsch denkt. Das ist auch ansonsten wenig zielführend, es sei denn, man ist Papst, Dalai Lama, oder irgendein anderer Diktator.

    In diesem Fall gibt es mindestens einmal zwei (legitime) Positionen, aus denen die vorliegenden Daten betrachtet und bewertet werden können:

    1. Die public-health-Perspektive – sie zeichnet sich dadurch aus, dass das individuelle Schicksal keine Bedeutung hat und orientiert sich an der Frage, ob ein gegebenes Verhalten/eine gegebenes Risiko epidemiologisch relevant ist oder nicht.

    2. Die Perspektive auf das individuelle Schicksal – etwa die ärztliche Perspektive, aber auch die “Betroffenenperspektive”. Die basiert – sofern evidenzbasiert – auf der selben Datenlage, wie die public-health-Perspektive, berücksichtigt aber – im Gegensatz zu ihr – die Tatsache, dass sich aus statistischen Werten/Aussagen keine sicheren Vorhersagen für ein individuelles Schicksal ableiten lassen.

    Wir sind derzeit dabei, den vorliegenden Entwurf so umzustricken, dass er diese beiden Perspektiven nicht-konkurrenzierend berücksichtigt.

    Das sind keineswegs inhaltliche Differenzen, sondern Differenzen bezüglich der Perspektiven und Haltungen, die es ja im Übrigen ja auch im Bundesverband, den lokalen AIDS-Hilfen und in der Positiven-Community gibt.

    Aber ich gebe zu, dass Gerüchte viel spannender sind. Damit lassen sich Feindbilder naturgemäß besser aktualisieren.

    Bernd

  157. @ Bernd:
    mein lieber, mach mal halblang.
    die einschätzung, dass es noch inhaltliche differenzen gebe, stammt von einem der teilnehmer – und ist somit wohl kein gerücht, sondern eine -vielleicht persönliche- einschätzung der situation (die vielleicht auch auf unterschiedlichen perspektiven beruhen mag).
    dass es mir nicht um feindbilder geht, müsste gerade dir bekannt sein …

  158. [...] noch jüngst zu lauten Diskussionen und Aufschreien führte, als es die EKAF in ihrem Statement „keine Infektiosität bei erfolgreicher HIV-Therapie ohne andere STDs“ verkündete. Das Urteil sollte allerdings nicht als Aufforderung zu ungeschütztem Sex [...]

  159. [...] Statement der EKAF ist eindeutig: “Eine HIV-infizierte Person ohne andere STD [sexuell übertragbare [...]

  160. [...] Schweizer Aids-Forscher Prof. Bernard Hirschel hat einige Aussagen des Statements der EKAF (”keine Infektiosität bei erfolgreicher HIV-Therapie ohne andere STDs“) [...]

  161. [...] Diskussionen über das Statement der Eidgenössischen Aids-Kommission EKAF, bei Reaktionen, bei Gesprächen über die Frage welche Bedeutung dieses für das Sex-, Liebes- und [...]

  162. zu Nr. 154 “Bernd”:

    nun ist es Juli… – wird immer noch gehinkt?!?

    und: klar geht es nicht um inhaltliche Gründe. Es geht um politische Gründe (bzw. die Abwesenheit jeglicher politischen Haltung)!

  163. [...] und Geschäftsführung der Deutschen Aids-Hilfe haben zum Statement der Eidgenössichen Aids-Kommission ein ‘Positionspapier Juni 2008′  als Diskussionsgrundlage versandt. Um allen Teilen [...]

  164. [...] Folgenden als Dokumentation ein Artikel zum Thema Infektiosität (Bezug: EKAF-Statement / “keine Infektiosität bei erfolgreicher HIV-Therapie ohne anderer STDs”), der im “info #44″ der Deutschen Aids-Hilfe (Info Telefon Online Beratung) erschienen [...]

  165. [...] keine sexuell übertragbaren Erkrankungen haben, sexuell nicht mehr infektiös, wie es ein Statement der Eidgenössischen Aids-Kommission sagt? Die Debatten um dieses Statement, um Reaktionen darauf und mögliche Konsequenzen haben auch [...]

  166. Lasst uns keine Kondom-Kardinäle sein, schliesst Dr. Hirschel einen Beitrag zur EKAF-Diskussion auf der Mexiko-Konferenz, veröffentlicht im newsletter von http://www.thebody.com am 7.8.

    http://www.thebody.com/content/confs/aids2008/art47988.html?mtrk=9536116

    Auf den Punkt bringt er die verschiedenen Argumentationslinien, wenn er sagt: “Well, we have to cope with what I would call the asymmetry of risk. To say that something is dangerous while in reality it is not has no consequences for the politician or the panel member who says so. The opposite, however, to say that something is not dangerous and then something bad happens is, at times, career-ending. Therefore, there is a natural tendency of panels and commissions to, first and foremost, protect themselves.”

    Diese Ehrlichkeit und Direktheit der Selbstreflexion von Ärzten würde ich mir auch an anderen Stellen in Deutschland wünschen. Und dass Ärzte dies auch öffentlich so benennen. Aber da diskutieren nun wieder die Ärzte unter sich …

    Immer noch bleibt in der öffentlichen Debatte völlig unterdrückt und vernachlässigt, welche Bedeutung die Stellungnahme der EKAF für HIV-Positive hat. Wo wird über die Debatte unter Positiven selber berichtet? Schliesslich geht es doch um UNS! Wo findet in Berichterstattungen das Manifest von Mexiko eine Erwähnung??

  167. In seinem aktuellen Bericht von der Mexiko-Konferenz geht Dr. Vernazza auch auf die Diskussion um die EKAF-Stellungnahme ein: S.9 ff

    http://www.infekt.ch/updown/documents/kongresse/WAC_2008_Final_V1.pdf

    Er betont in seinem Bericht, dass die EKAF sehr konservative Schätzungen zu den Übertragungswahrscheinlichkeiten vorgenommen hat. Ausserdem begründet er die Notwendigkeit der Veröffentlichung der EKAF-Stellungnahme mit dem Nutzen der “Normierungskraft” der zusätzlich genannten Bedingungen, um eine eigendynamische ungesteuerte Interpretation der “durchgesickerten” Botschaft über die Nicht-Infektiosität unter wirksamer HAART angemessen zu begegnen und gleichzeitig eine öffentliche Debatte zu ermöglichen.

    Vernazza weist darauf hin, dass in Deutschland die EKAF dahingehend FALSCH interpretiert worden sei, ihre Stellungnahme habe sich ja nur an heterosexuelle Paare gerichtet. Vernazza stellt klar:

    Zitat: “Die Grundlage für das Statement ist die fehlende Beobachtung von HIV-Transmissionen unter guter Therapie. Dies gilt für alle Paare.”

    Diese Auszüge aus dem sehr interessanten Bericht sollten reichen, alle LeserInnen hier neugierig gemacht zu haben, Vernazzas kompletten Bericht aufmerksam selber nachzulesen! Er bietet Stoff genug für weitere lebendige Diskussionen hier und an anderen Orten! Ich freu mich drauf!

    Grüsse an die breite Leserschaft :-) )

  168. @ Michael:

    DANKE für den hinweis – möge er gerade hierzulande viele leser finden, dieser bericht!

    gerade die aktuellen diskussionen kaprizieren ja wieder sehr stark darauf, dass anbgeblich alles nur für hetero-paare gelte … schön, diese deutlichen worte zu lesen

  169. Prof. Vernazza kommt nach Bochum zu HIV-Kontrovers. Dieser Kongress am 11. Oktober hat den Leitgedanken: “Den Dialog ermöglichen – den Mut haben, ihn zu führen!”

    Die Kongresswebseite befindet sich noch im Aufbau. Erste Infos schon jetzt hier:
    http://ah-nrw.omc.net/CMS/hivkontrovers/front_content.php?idcat=1149

    Professor Vernazza wird mit Bernd Vielhaber ein kontroverses Gespräch führen zum Thema: “Risikomanagement als Präventionsstrategie”

    Auch in der “Kontroverse 7″, an der ich beteiligt bin, wird die Stellungnahme der EKAF eine bedeutende Rolle spielen: “Langzeittherapie und ihre Folgen – Gesundheitliche und sozio-ökonomische Aspekte der HIV-Therapie” :
    “Gute Behandlungsmöglichkeiten und Entängstigung in den Botschaften über die Infetktiösität von HIV-Positiven prägen unsere Zeit. Aber wie sieht es mit der Selbst- und Fremdwahrnehmung von Positiven wirklich aus?”

    Die Anmeldung ist kostenlos.

    Na dann, ich freu mich, euch in Bochum zu sehen!!

  170. @ Michael:
    hört sich spannend an die bochumer veranstaltung. schade, dass ich da nicht kann – muss zu nem 80. geburtstag … hoffe du berichtetts aber doch darüber?

  171. @michael

    danke für den tip . . . . . . sach ma wann blogst du endlich . . .;) leider gibts ja von dir nix mehr zu lesen . . .dank BZGA :(

  172. @ dennis: mein blogfinger zuckt schon immer mal wieder bedenklich nervös. :-)

    tut auch gut von verschiedenen seiten jetzt zu hören, dass meine (alten) beiträge vermisst werden und neue gewünscht werden. ich überlege noch an einer für mich guten lösung.

    Dass in die “BBunt ZZusammengewürfelte GGruppe der AAutoren” auf besagte webside eine andere Ordnung/Struktur reinmusste, erscheint mir sehr verständlich und nachvollziehbar. Dass meine Beiträge diesen Umstrukturierung nun aber ganz zum Opfer fielen, finde ich sehr bedauerlich.

    Aber immerhin habe ich so meine Lust am bloggen entdeckt – und das wäre ohne die BZgA wohl nicht passiert… :-)

  173. [...] Januar 2008 veröffentlichte die Eidgenössische Aids-Kommission EKAF ihr Statement (siehe ‘keine Infektiosität bei erfolgreicher Therapie ohne andere STDs‘). Ein Statement, das heftige Reaktionen von verschiedensten Seiten auslöste, von [...]

  174. [...] Verlauf der Mitgliederversammlung sollte auch das so genannte EKAF-Statement (’keine Infektiosität bei erfolgreicher HIV-Therapie ohne andere STDs‘) diskutiert werden. ich weiss, was ich tu! [...]

  175. [...] Keine Infektiosität bei erfolgreicher Therapie ohne andere STD´s [...]

  176. [...] um in Sachen des EKAF-Statements und seiner Beurteilung durch die Bundesregierung zu [...]

  177. [...] Ärzteschaft, öffentlichem Gesundheitsdienst, AIDS-Hilfen und Positivenselbsthilfe über die EKAF-Stellungnahme. Podium der Abschlussdiskussion: v.l.n.r.: Prof. Vernazza, Prof. Brockmeyer, Armin Traute, Michael [...]

  178. [...] Das Manifest ist eine Reaktion auf das Statement der Eidgenössischen Aids-Kommission EKAF “keine Infektiosität bei erfolgreicher HIV-Therapie ohne andere STDs” und die Debatten um dieses Statement (siehe auch “EKAF-Statement, Reaktionen und [...]

  179. [...] Das Manifest ist eine Reaktion auf das Statement der Eidgenössischen Aids-Kommission EKAF “keine Infektiosität bei erfolgreicher HIV-Therapie ohne andere STDs” und die Debatten um dieses Statement (siehe auch “EKAF-Statement, Reaktionen und [...]

  180. [...] um das Thema ‘Infektiosität und Analschleimhaut’ ist das Statement der EKAF “keine Infektiosität bei erfolgreicher HIV-Therapie ohne andere STDs“. In ihrem Statement sagt die EKAF klar “das Risiko einer HIV-Übertragung beim Sex ohne [...]

  181. Die Aids Hilfe Frankfurt hat im Rahmen das WAT 2008 in ihrer Pressemitteilung zum EKAF Papier Stellung bezogen. http://www.frankfurt-aidshilfe.de/pdf/WAT_2008/2008_11_21_PM_Welt_AIDS-Tag.pdf

  182. Prof. Vernazza berichtet auf seiner Homepage am 12.02 über den auf der CROI präsentierten medizinischen Forschungsstand und die Debatte zur EKAF-Stellungnahme:
    http://www.infekt.ch/index.php?catID=356&artID=1715&PHPSESSID=33f107fbea914f893f97e40c4a75ffe3

    Unter anderem kommentiert er dort:
    “Doch der biologische Nachweis von HIV-RNA im Sperma widerlegt die Beobachtung einer kaum nachweisbaren Transmission unter HAART nicht. Was es letztendlich braucht sind längerfristige epidemiologische Daten, welche das Transmissionsrisiko unter HAART quantifizieren.
    Und wir müssen es immer wieder wiederholen: Das EKAF Statement besagt, dass das Transmissionsrisiko im Bereich des Risikos von Sex mit Kondom ohne Therapie ist. Auch dort gibt es einzelne dokumentierte Übertragungen und dennoch erachten wir Kondom-geschützten Sex als sicher.”

  183. Ungeschützter Sex: HIV-positiver Mann freigesprochen

    http://alivenkickn.wordpress.com/2009/02/25/ungeschutzter-sex-hiv-positiver-mann-freigesprochen/

  184. auch hier:
    http://bazonline.ch/panorama/vermischtes/Ungeschuetzter-Sex-HIVpositiver-Mann-freigesprochen/story/22481943

  185. endlich!