„Die Reduzierung der Einzelfallhilfe finde ich schmerzhaft“ – Aids-Stiftungs-Gründer Rainer Jarchow im Interview

„Die Reduzierung der Einzelfallhilfe finde ich schmerzhaft.“ So kommentiert der Gründer der Deutschen AIDS-Stiftung Positiv Leben, Rainer Jarchow, im Interview die drastischen Kürzungen bei der Einzelfall-Hilfe der Deutschen AIDS-Stiftung.

Am 22. Juni hatte die Deutsche AIDS-Stiftung drastische Kürzungen bei der Einzelfall-Hilfe für Menschen mit HIV und Aids angekündigt – bei gleichzeitiger Ausweitung der Projekt-Förderung. „Lässt die AIDS-Stiftung Positive im Stich?„, hatte daraufhin Matthias Hinz in einem Kommentar gefragt, während die Stiftung selbst betonte, sie wolle die Hilfe für die bedürftigsten Menschen mit HIV sichern. Das 132. Bundesweite Positiventreffen hatte hierzu Anfang Juli 2009 eine Resolution verfasst und die Stiftung aufgefordert, die Kürzungen zurück zu nehmen.

Stiftungs-Gründer Rainer Jarchow kommentiert nun in einem Gespräch mit DAH-Vorstandsmitglied Carsten Schatz auf dem DAH-Blog

„Die Konsequenzen dieses Schrittes hat die Stiftung in ihren Veröffentlichungen auch sicherlich etwas verharmlost.“

Er sieht allerdings auch Gründe für die Verlagerung zu Projekt-Finanzierungen, u.a. in veränderter Spendenbereitschaft:

„… wir müssen leider feststellen, dass die Armut von Menschen mit HIV in Deutschland keinen müden Euro aus den Leuten mehr rauslockt.“

Jarchow sieht allerdings selbst auch Probleme bei der Kürzung der Einzelfall-Hilfen für HIV-Positive, und schlägt deswegen vor

„Es stimmt, wir müssen die Stiftungszwecke erfüllen. Deswegen sage ich: Wenn nicht genug Spenden da sind, muss das Stiftungskapital angeknabbert werden.“

Das ganze Interview, in dem sich Rainer Jarchow auch zur Frage der Community-Beteiligung in der Deutschen AIDS-Stiftung äußert, auf dem DAH-Blog:

Diskussion über Einzelfallhilfe: “Wir müssen das Kapital anknabbern”

siehe auch:
alivenkickin 26.07.2009: Deutsche Aids Stiftung – Nicht mehr zeitgemäß?
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