vor 75 Jahren: Zerstörung des Instituts für Sexualwissenschaft
9. Februar 2008 | Von ondamaris | Kategorie: Homosexualitäten2008 jährt sich zum 75. Mal die Zerstörung des ‘Instituts für Sexualwissenschaft’.
Am 6. Juli 1919 eröffnete Dr. Magnus Hirschfeld (1868 – 1935) in Berlin das ‘Institut für Sexualwissenschaften’. Ein Institut, in dem auch Kurt Hiller sich intensiv engagierte und u.a. Arthur Kronfeld, Karl Giese oder Richard Linsert arbeiteten.
Das Institut war die erste Einrichtung für Sexualforschung weltweit und lange Zeit das einzige seiner Art. Es war zugleich wissenschaftliche Forschungsstätte, Beratungs- und Behandlungseinrichtung, Fortbildungsstätte und Archiv. Eng mit dem Institut verbunden war das bereits 1897 von Hirschfeld und anderen gegründete ‘Wissenschaftlich-humanitäre Komitee’ (WhK). Aus ihm sowie aus dem Institut heraus entstanden viele politische Aktionen (wie zur Abschaffung des §175).
Das Institut befand sich in einer dreistöckigen Villa im Bezirk Tiergarten. Auch Hirschfelds Privatwohnung befand sich in dem Gebäude.
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Am 6. Mai 1933 wurde das Institut für Sexualwissenschaften geplündert und zerstört. Die Bibliothek des Instituts wurde zusammen zehntausenden Werken anderer Autoren bei der Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 auf dem Opernplatz vernichtet. Am 14.6.1933 wurde es auf Anordnung von Polizeipräsident von Levetzow offiziell geschlossen.
Als Erinnerung an das Institut wurde am 75. Gründungstag des Instituts, am 6. Juli 1994 eine (heute kaum noch wahrgenommene) Gedenksäule (nach Entwurf von Georg Seibert) in der Nähe des ehemaligen Standorts des Instituts am Bettina-von-Arnim-Ufer eingeweiht, das ‘Denkmal für das Institut für Sexualwissenschaft’.
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· gelesen: 3226 · heute: 14 · zuletzt: 2. September 2010
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“Erstaunlich” (bewußt in ” ” gesetzt, weil ich keinen wirklich klaren Blick auf die Weimarer Republik habe) ist es, wie weit Mann/Frau damals schon war, bevor die Nazis alles zerstörten. Es sollte uns immer mahnen und daran erinnern, dass uns auch heute alle unsere Errungenschaften von heute auf morgen genommen werden können!
@ TheGayDissenter:
stimmt, vieles was uns selbstverständlich erscheint kann sich schnell als brüchig erweisen.
was mir daneben wichtig erscheint: diese früheren schwulen (& lesbischen) bewegungen nicht zu vergessen. nicht immer wieder “bei null anfangen”, sondern sich der eigenen geschichte bewussst werden, und auch erfahrungen weiterzugeben, zu tradieren
[...] ist eine Replik der von den Nazis zerstörten Büste. Bereits seit 1994 erinnert eine Stele an das Institut für Sexualwissenschaft, das in der Nähe stand und 1933 von den Nazis geplündert [...]
[...] Berlin_vor_75_Jahren – 6. Mai 1933. Studenten der Hochschule für Leibesübungen verschaffen sich gewaltsam Zutritt zum ‘Institut für Sexualwissenschaften’. Vor dem Haus bezieht eine Blaskappelle Stellung – derweil wüten die Studenten im Inneren des Instituts, plündern, zerstören die Einrichtung, transportieren die wertvolle Bibliothek ab. Die Bücher werden am 10.3.1933 zusammen mit einer Büste Hirschfelds Teil der Bücherverbrennung auf dem Bebelplatz. Das Institut für Sexualwissenschaften ist zerstört. [...]
[...] Keimdrüsen. 1932 lernte Værnet bei einer Reise nach Berlin u.a. auch Magnus Hirschfeld und dessen Institut für Sexualwissenschaften kennen. Später äußerte er, hier bei Hirschfeld sei die Grundlage zu seinem [...]
[...] Akademie’, die ihren Sitz im Gebäude des 1933 geplünderten ‘Instituts für Sexualwissenschaften‘ von Dr. Magnus Hirschfeld hatte (Quelle 1, Quelle 2). Rodenberg beteiligte sich zu dieser [...]
[...] Nun ist es zunächst sehr begrüßenswert, dass dieser Uferabschnitt den Namen von Magnus Hirschfeld trägt. Aber, falls man eine Bitte an den Bezirk äußern darf, wäre nicht eine kurze Erläuterung an den beiden Straßenschildern möglich? – zumindest ein kurzes Erläuterungs-Schild wie z.B. in Schöneberg beim Kurt-Hiller-Park ? Eine kurze Erläuterung, wer Hirschfeld war, nebst Hinweis auf sein institut für Sexualwissenschaften und die Stele am anderen Ufer (am gegenüberliegenden Ufer erinnert eine Stele nebst Erläuterungen an das vor 75 Jahren zerstörte Institut für Sexualwissenschaften)? [...]