Links 26.1.2008

Während in London in einer Zeremonie in Westminster am Montag der von den Nazis ermordeten Homosexuellen gedacht wird, im französischen Toulouse nun endlich bald eine Straße an Pierre Seel erinnert, wird in Berlin am von Dragset/Elmgreen entworfenen Homo-Mahnmal immer noch munter herumgewerkelt

Beim World Economic Forum geraten auch Nuklearmultis in die Kritik. So wollen Kritiker dem französischen Konzern Areva einen Schmähpreis verleihen. Sie werfen Areva vor, in einer Uranmine des Konzerns im Norden Nigers Beschäftigten, die an Krebs erkrankt sind, zu sagen sie seien HIV-positiv – um die wahre Ursache zu vertuschen.

Die Pharma-Industrie möchte zu gerne direkt an die Patienten heran. Sie möchte uns zu gerne noch schillernder von den glänzenden Vorzügen ihrer profitträchtigen Pillen überzeugen. Noch schützt uns das Direktwerbeverbot vor dem ‚Informationsbedarf der Pharmaindustrie‚. Doch die geht immer neue Wege, wie mit Hilfe von Werbeagenturen ‚Patienten-Networking‘ zu betreiben, wie ’stationäre Aufnahme‘ berichtet – Zusammenarbeit mit Patienten(vertretern), natürlich um ihre ‚Informationen‘ herüber zu bringen. Ob die Gespräche der Pharmaindustrie mit Aids-Therapieaktivisten mehr sind als Marketing? Nur so eine Frage …

Themenwechsel.
Rechtzeitig zum nun langsam anstehenden Straßenkarneval erfahren wir, dass die Ulmer Aids-Hilfe ihren Rosenmontagsball unter das Motto „China“ stellt. Ob dort schon einmal nachgedacht wurde, wie China mit Schwulen und Lesben umgeht? Oder mit HIV-Infizierten und Aids-Kranken? Ist das derzeit (noch) bestehende Einreiseverbot für Menschen mit HIV dort bekannt? Oder die Verhaftung von Aids-Aktivisten, die die chinesische Regierung und ihre bisherige Aids-Politik kritisieren? „Der Erfolg des Rosenmontagsballs hängt sicher mit dem eigenen Flair zusammen …“ – das glaub ich gerne … Na dann Alaaf und Helau …

2 Gedanken zu „Links 26.1.2008“

  1. Hi Uli,

    die Links machen nugierig, und als Blogger hat man es einfacher, da man nicht zu jedem Thema, auf das man hinweisen möchte, einen ganzen Beitrag schreiben muss.

    Im Fall der AH Ulm denke ich, dass die Themenwahl von der Kostümierbarkeit abhängig gemacht wurde, da die Mottos der vergangenen Jahre (Orientalische Nacht, Wilder Westen, Musikantenstadel oder Musical), jeweils auch ohne politische Hinterfragung gewählt wurden. Die Tradition des politischen Faschings stammt eher aus dem Westen (Mainz, Köln usw.), während im Süden die Fasnet mit Masken und Kostümen den Schwerpunkt bildet. Von daher wird der Spass am Verkleiden im Vordergrund gestanden, und sich niemand Gedanken über die „political correctness“ gemacht haben. Zumal der Benefiz das Wichtigste ist. (bei Dagobert leuchten dabei die Dollarzeichen in den Augen…*fg)

    lg Kalle

  2. @ Kalle:
    schön, wenn die Links neugierig machen 🙂

    das mit dem motto war ja auch augenzwinkernd … man muss nicht immer politisch sein … allerdings gehen jüngst erst wieder medlungen über den verhafteten aids-aktivisten in china rum, da wäre es m.e. durchaus angebracht gewesen, vielleicht einen nachdenklichen satz zu sagen …

    lg ulli

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