Feurige Hitler-Jungen in Schöneberg?

Oh – in Berlin-Schöneberg trommelt immer noch unbehelligt die Hitler-Jugend ? Und die feschen Hitler-Madels vom Bund deutscher Mädel bereiten sich auf ihre Mutterrolle vor? Oder was stellt dies hier dar?

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Die „gebundenen Ganztags-Schule“ Teltow-Grundschule in Berlin-Schöneberg Feurigstrasse (früher „10. Grundschule“), heute mit Montessori-orientierten Klassen, bietet Schülerinnen und Schülern wie auch Besuchern diesen Anblick über ihrem Eingangs-Portal.

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Das Motto der „Teltow-Grundschule“ lautet laut eigener Internetseite:

„Wir begegnen uns mit Achtung und Wertschätzung. Wir sind höflich, hilfsbereit und kameradschaftlich. Wir benehmen uns täglich so, dass alle sich wohlfühlen und gern in die Schule kommen.“

Ob der Relief-„Schmuck“ Teil dieses Ideals ist?

Diese Reliefs befinden sich an einer Schule. Einem Ort, der zur Bildung (der Jugend) beitragen soll. Erstaunliche Koinzidenz.

Selbst falls diese Reliefs nicht aus dunkelsten Zeiten stammen sollten, sondern aus Zeiten von spätem Wandervogel, sie erstaunen. Und wecken mit all ihrer Symbolik (vom Wimpel über Hemd bis zu Lederriemen für den Halstuch-Knoten) Assoziationen, die der Erklärung und Einordnung bedürfen.

Wohlgemerkt, es geht nicht um ‚Bildersturm‘. Es geht nicht darum etwa zu fordern, diese Reliefs zu entfernen.
Aber es geht sehr wohl um die Frage, warum diese Reliefs heutzutage immer noch unkommentiert dort hängen, ohne Erläuterung, ohne historische Einordnung. Nur darum. Aber darum ganz sicher.

9 Gedanken zu „Feurige Hitler-Jungen in Schöneberg?“

  1. Du hast Recht: historische Einordnung an einem Schulgebäude wäre das Wenigste, was man erwarten darf.
    Wäre interessant zu erfahren, wann das Haus gebaut wurde.
    Ansonsten: weckt unangenehme Erinnerungen an schon Gesehenes.

  2. @ M.:
    das haus selbst scheint eher aus der gründerzeit zu stammen, die reliefs scheinen später hinzugefügt worden zu sein.
    bei recherchen im internet nach der geschichte dieser reliefs bin ich bisher nicht fündig geworden.
    ich hab mal versucht an verschiedenen stellen nachzufragen und werd, sollte ich etwas in erfahrung bringen können, weiter berichten …

  3. Hoppla, da hat man nach 45 wohl vergessen etwas weg zu meißeln! Wenn es denn das ist, wonach es aus sieht. Bin gespannt was dabei raus kommt.

  4. @ Antiteilchen:
    gespannt bin ich auch 🙂
    bisher gab’s noch keine Feedbacks – wenn ich was in erfahrung bringen kann, werd ich hier posten.

  5. erste ergänzung:
    die recherchen zu den „feurigen hitlerjungs“ sind zäh. niemand weiß nichts genaues.
    laut einer lehrerin der schule: gebäude von 1905 (?). der eingang war früher getrennt für die mädchen- und die jungen-schule. die beiden korrespondierenden friese über dem eingangsbereich seine „in den 30er jahren“ hinzugefügt worden.

  6. Mein Gott, was hat man heutzutage für Probleme!

    Statt sich um die Millionen Arbeitslosen, orientierungslosen Jugendlichen, 5000 Straßenkinder
    und das soziale Elend in der Hauptstadt Berlin zu kümmern, klammert man sich an einem
    Gebäude in Schöneberg fest. Was soll das?
    Man sieht weder ein Hakenkreuz, noch eine SS-Rune, noch eine Führerbüste –
    sondern nur junge Menschen, in realistischer Kunst dargestellt.

    Man kann froh und glücklich sein, hier man nicht nur einen farblosen, niveaulosen Beton-
    klotz, sondern ein ansehliches Gebäude vor sich zu haben.

    Und wenn „Antiteilchen“ meint, man solle die Darstellungen „wegmeiseln“, so antworte ich
    ihm: meißen wir zuerst das schlimme, soziale Elend in unserem Land weg.
    Beseitigen wir erst die 6 Millionen Arbeitslosen. Kümmern wir uns erst um die unzähligen
    Harz4-Empfänger….kümmern wir uns um die tausende von Straßenkindern…geben wir
    unserer Jugend wieder Perspektiven und eine realische Zukunft – DA liegt das Problem!

    In diesem Sinne, beste Grüße

    Hermann Esser

  7. Wer lesen kann und das gelesene sogar noch versteht, ist klar im Vorteil! 😉

  8. „Wohlgemerkt, es geht nicht um ‘Bildersturm’. Es geht nicht darum etwa zu fordern, diese Reliefs zu entfernen.
    Aber es geht sehr wohl um die Frage, warum diese Reliefs heutzutage immer noch unkommentiert dort hängen, ohne Erläuterung, ohne historische Einordnung. Nur darum. Aber darum ganz sicher.“

    Welch ein hehres Ziel… Dann darf ich die Frage an den werten Verfasser richten, ob er denn mit derselben Inbrust bspw. auch gegen die Karl-Marx-Erinnerungsstätte in Berlin-Stralau, das Karl-Marx-Monument (Fürstenwalde), das Georg-Elser-Denkmal (München), usw. usf. vorgeht?
    Welches Grauen über die Welt der Kommunismus brachte bedarf wohl keines Kommentars! Einen Bombenattentäter wie Elser, der das Leben von acht Menschen auslöschte und 63 weitere Menschen verletzte (16 davon schwer), an verschiedensten Stellen und Orten zu ehren, fällt mir mehr als schwer zu begreifen.
    Wäre das nicht mal ein super Artikel für einen kritischen (!) Journalisten?! Nach dem Motto: „Der heutige Terror wird bekämpft – der Terror der Vergangenheit wird sogar geehrt!“
    …und jetzt bitte, bitte keine scheinheiligen Tiraden über die `ach-so-idealistischen` Ziele des Terroristen und unter Umständen geisteskranken Georg Elser! Ansonsten muss man sich den Vorwurf gefallen lassen, dass die Opfer nichts bzw. weniger Wert seien als die Opfer anderer Terroristen.

    Freundliche Grüße,
    Martin.

  9. @ Martin Hacke:
    hier geht es um die reliefs an dieser schule – und nicht um anderes wie kommunismus, marx etc.
    georg elser in zusammenhang mit terror zu bringen ist schon eine sehr eigenartige geschichts-interpretation, die ich beileibe nicht teile

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